Bibliotheksausweis als Beweismittel im NSU-Prozess

Aus dem NSU-Prozess-Blog der Zeit:

Ein weiteres Thema am 38. Prozesstag war der Brand in der Zwickauer Wohnung, in der Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gemeinsam mit Beate Zschäpe gelebt hatten. Bemerkenswert findet Frank Jansen vom Tagesspiegel den Ausweis für eine Bibliothek in Hannover, den die Ermittler im Schutt fanden und der auf Beate Zschäpe ausgestellt war. Für Jansen ein Hinweis, dass sich Zschäpe während ihrer Zeit im Untergrund länger in Hannover aufgehalten hat als bislang bekannt. Der Autor zieht folgenden Schluss: “Sollte Zschäpe mit falschem Namen mehrfach in Hannover Bücher ausgeliehen haben, hätte der im nahen Lauenau wohnende Mitangeklagte Holger G. in seinem Geständnis womöglich einige Besuche der Frau verschwiegen.”

Die Tatsache, dass der Bibliotheksausweis im Schutt gefunden wurde, löst für Jüttner (Spiegel Online) ebenfalls viele Fragen aus: “Standen sich G. und Zschäpe womöglich näher als bisher bekannt? Hielt sich Zschäpe vielleicht länger in der Region Hannover auf? Weigert sich Holger G. deshalb so beharrlich, Fragen des Gerichts zu beantworten?”

Ein Bibliotheksausweis für eine Bibliothek in Hannover ist in aller Regel ein Bibliotheksausweis für verschiedene Bibliotheken in Hannover.

Siehe auch “Zschäpe länger in Hannover als vermutet” aus dem Tagesspiegel.

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