Google wird social

Im Februar 2010 wurde vielerorts die Frage gestellt, ob Google den Twitter-Killer an den Start gebracht hat. Gemeint war Google Buzz. Ein Jahr später wird nicht Twitter gemeuchelt, nun ist Facebook dran. Googles neuester (und lang erwarteter) Clou heißt Google+. Die einfache Erweiterung des Markennamens um ein Pluszeichen deutet wohl daraufhin, wie wichtig Google dieses Feature ist. Das Zeichen einfach wieder zu entfernen, wenn der Dienst – wie so viele Google-Dienste – floppt, wäre ein drastisches Symbol des Scheiterns für Googles Social-Web-Strategie.

Das Konzept steht auf drei Säulen.

Circles:

Man teilt normalerweise verschiedene Dinge mit verschiedenen Leuten. Aber es sollte nicht in Stress ausarten, das Richtige mit den richtigen Personen zu teilen. Mit Circles können Sie ganz einfach einen Kreis für Ihre engsten Freunde, die Fußballkumpel oder Ihre Tanzgruppe anlegen, einen anderen für Ihre Familie und einen eigenen nur für Ihren Chef – genau wie im richtigen Leben.

Hangouts:

Wenn man beim Ausgehen zufällig auf Freunde trifft, ist das oft der Anfang eines unvergesslichen Abends. Mit Hangouts wird so ein unverhofftes Treffen erstmals ins Web verlegt. Lassen Sie Ihre Freunde wissen, dass Sie im Hangout sind, und lassen Sie sich überrraschen, wer vorbeischaut. Noch nicht ganz so gut wie Beamen, aber fast!

Sparks:

Hat Ihr Großvater auch früher Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten und sie Ihnen geschickt? Sparks macht etwas Ähnliches: Es sucht nach Videos und Artikeln, die Ihnen gefallen könnten, sodass Sie immer etwas zum Anschauen, Lesen oder Teilen haben.

Google hat aus dem Buzz-Debakel gelernt. Hatte man dort auf eine Opt-Out-Klausel gesetzt und viele Daten ohne explizite Einwillung der Nutzer veröffentlicht, möchte man es nun anders angehen. Im Googlewatchblog ist zum Datenschutz zu lesen:

Google hat übrigens auf den Datenschutz geachtet und schreibt in der Ankündigung: Es ist uns bewusst, dass Google+ ein neuartiges Projekt ist, das einen anderen Schwerpunkt erfordert: eure Person. Deswegen geben wir euch differenziertere Optionen, privat zu bleiben oder Dinge öffentlich zu machen, mehr Auswahlmöglichkeiten im Hinblick auf eure Daten und eure Kontakte und mehr Gelegenheiten, uns zu sagen, ob wir das auch gut machen.

Ein Video zu Google+ gibt’s natürlich auch:

Scheitert Google+? Wetten werden angenommen. Ich lehne mich aus dem Fenster: das Projekt wird jetzt von zwei Dritteln der Social-Media-Irgendwasse gehyped, und in einem Jahr spricht niemand mehr darüber.

2 Gedanken zu „Google wird social“

  1. Hype hin, Hype her, ich muss sagen, dass ich mittlerweile eher Google als Facebook traue. Und selbst, wenn „+“ scheitert zeigt es FB doch auf, wie man’s besser machen kann.
    Schlussendlich glaube ich aber auch, dass Facebook nicht überleben wird. Zwar nicht kurz- aber langfristig.

Kommentare sind geschlossen.