Kein IRrweg, aber dennoch Handlungsbedarf

Klaus Graf wirft einen Blick auf Google Scholar und zieht daraus Schlüsse über den IRrweg Institutionelle Repositorien. Er sucht nach “Science” und zählt die Volltextlinks:

Über 40 der 100 Treffer zum Thema bzw. Suchwort Science – sicher wichtige, weil vielzitierte Artikel – haben Volltextlinks, aber ich finde nur ein IR (igitur, NL) darunter und 3 arxiv-Links.

Wenn man einfach so nach Science sucht, hat man recht viele Treffer aus früheren Jahrzehnten. Da ich die Bedeutung der IRs eher anhand aktuellerer Publikationen prüfen würde, habe ich mal (willkürlich gewählt) auf Publikationen ab 2005 eingeschränkt.

Dabei ergibt sich schon ein etwas anderes Bild. Ich habe jetzt nicht alle verfügbaren Versionen abgeprüft, und bis zu 89 Versionen pro Dokument habe ich auf den vorderen Ergebnisseiten gesehen. Aber nun sind deutlich mehr Links auf Volltexte in IRs dabei, und alleine 3 Arxiv-Dokumente unter den ersten 10 Treffern.

Richtig bleibt aber, dass meist wohl der erste Volltext-Link angeklickt wird, der auch direkt auf der Ergebnisseite zu sehen ist. Dies ist oft nicht der IR-Link. Was ist jetzt der Schluss daraus? Sollen Repositories per SEO auf Google Scholar getrimmt werden?

Ja, das kann man machen. Man sollte es sogar. Nick Sheppard hat schon vor drei zwei Jahren die Notwendigkeit von SEO für IRs festgestellt.

It is crucial that both the Open Access full text research content of the repository and metadata records of citation material are fully indexed by Google (and other search engines); in the future it is also likely to be required for other Open Educational Resources (learning objects). However, site:http://repository-intralibrary.leedsmet.ac.uk/ currently returns just 4 results (in addition to the Login page itself) and it is a bit of a mystery how these 4 are actually being picked up when the majority of records are not.

Klickt man auf den Link, sieht man sofort, dass Sheppards Bemühungen von Erfolg gekrönt waren.

So nervig die SEO-Gemeinde mit ihrem recht hohen Schwarzschafanteil oft auch ist: Archivare und Bibliothekswesen müssen sich auch ein wenig um das Thema SEO kümmern. Und somit auch um so etwas wie Googles Panda, um Schema.org oder einfach darum, die Daten erstmal überhaupt ins Web zu bekommen. Stichwort Permalinks.

2 thoughts on “Kein IRrweg, aber dennoch Handlungsbedarf”

  1. GoogleScholar bietet Guidelines für die Registrierung von Repositories an:

    http://scholar.google.com/intl/en/scholar/inclusion.html

    Diese beinhalten nur sehr rudimentäre Meta-Informationen Autor, Titel, Volltext, können aber auch ausführlicher, etwa DC, gestaltet sein.

    Für letzteres ist das IR in Gent ein gutes Beispiel, zB mal al Quelltext betrachten.

    http://biblio.ugent.be/record/1106058

    Über den Erfolg der Optimierung hat Patrick Hostenbach im Rahmen seines Vortrages beim PubLister Workshop in März in Bielefeld berichtet

    http://pub.uni-bielefeld.de/workshop/pdf/ghent.pdf

  2. Besten Dank. Der Königs- und gerade für kleinere IR-Betreiber auch einzig praktikable Weg ist natürlich die Integration der Optimierung gleich in die Standardinstallationen der IR-Software. Aber da fehlt es teils schon an basalen Funktionen wie der vernünftigen Verlinkung einzelner Landingpages aus den Suchergebnissen.

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