#newlis: Burning down the house

Der Bibliotheksdienst wechselt wie schon IWP zu de Gruyter, siehe unter anderem Archivalia. Und bekommt nun eine moving wall von satten zwölf Monaten.

Ich selbst habe nur einen Artikel im Bibliotheksdienst veröffentlicht, das ist auch schon ein bißchen her. Aber der Bibliotheksdienst ist die einzige bibliothekarische Zeitschrift, die ich immer noch als Printexemplar im Zeitschriftenumlauf bekomme. Der Bibliotheksdienst bringt zu oft die berüchtigten Liebesbriefe an die Projektfinanzierer. Aber manchmal eben auch Perlen wie Joachim Eberhardts “Was ist (bibliothekarische) Sacherschliessung?”

Daher tut es mir tatsächlich leid, nun sagen zu müssen: Ich hoffe, dass der Bibliotheksdienst an Autorenmangel eingeht. Für die interessanten Artikel, die dennoch veröffentlicht werden sollen , wird nun in einem – zur Zeit teils schwer erreichbaren – Etherpad über Alternativen diskutiert. Gemeint ist damit die Neugründung eines OA-Journals für den BID- oder LIS-Bereich.

Mögliche Anknüpfungspunkte:

15 thoughts on “#newlis: Burning down the house”

  1. richtig, richtig! Seit jahren schreit fast jede bibliothekar_in nach einer oa-zeitschrift, und dann so etwas! Das ist sehr peinlich für die verantwortlichen. gab es inzwischen eine erklärung zu diesem vorgang?

  2. Bis auf die Mail in Inetbib habe ich von den Verantwortlichen nichts vernommen. Erwarten Sie da etwa eine Erklärung? In zwei Wochen gibt es vielleicht eine windelweiche Erklärung, in der faktisch nichts gesagt wird. Das hatten wir schon bei der IWP. Hier wird es nicht anders werden. Sie sagen es: peinlich!!

  3. Danke für die Blumen. — Ich würde nicht damit rechnen, dass der Bibliotheksdienst eingeht; er ist ja auch ein Verlautbarungsblatt, und gerade das hat ihn sicher für viele unverzichtbar gemacht. Umso ärgerlicher, dass die ZLB diesen Schritt geht.

  4. BTW: Bin mal gespannt, was sich in den nächsten Tagen im Etherpad oder sonstwo tut. Bzw. eher, OB sich was tut. Die erste Empörungswelle scheint vorbei. Und somit auch die erste Produktivitätswelle. Um ein Journal zu starten und vor allem auch zu tragen, braucht es schon ein bißchen mehr.

  5. Danke, das Heft hatte ich noch nicht in der Hand (bin kein Abonnent, sondern nur Gelegenheitsblätterer). Nach der Quellenangabe in E-LIS war das aber nicht direkt ein Preprint, sondern vielmehr die Veröffentlichung im ‘Bibliotheksdienst’ dann eine Zweitveröffentlichung. Da ich Zweitveröffentlichungen, auch umfangreiche Selbstzitate nicht als Plagiate betrachte (die Jäger der strikten Observanz gehen da inzwischen ja ziemlich weit), brauchen wir das aber nicht zu vertiefen. Am Niveau des ‘Bibliotheksdienst’ insgesamt ändert der Artikel trotzdem nicht viel, auch jährlich eine Handvoll Schwalben machen noch keinen Sommer.

  6. Wenn man sonst nichts zu tun hat, als sich über ein im Jahr 37 Euro teures Blättchen aufzuregen, zu dem sowieso jeder Bibliothekar Zugang hat bzw. selbst abonniert. Früher ging es mal um die bösen und teuren naturwissenschaftlichen Verlage, nun muss wohl auch die geisteswissenschaftliche Welt mit ihren Zeitschriften den bösen Verlagsklauen entzogen werden.

  7. Ich empfehle: Erst lesen, dann verstehen, dann aufregen. Dann durchatmen. Und dann erst schreiben.

    Es geht hier nicht darum, dass eine Zeitschrift zu einem Verlag wechselt. Es geht darum, dass hier wieder wieder einmal die Chance verpasst wird, ein zeitgemäßes Open-Access-Journal umzusetzen.

    Und natürlich gibt es wichtigeres auf der Welt. Wir sollten alle sofort aufhören, uns mit dem Bibliothekswesen zu beschäftigen und uns ausschließlich der Bekämpfung tödlicher Krankheiten und dem Weltfrieden widmen. Alles andere ist schließlich unwichtig.

  8. @Ben: Es soll auch Geisteswissenschaftler geben, die es schätzen, schnell an benötigte Literatur zu kommen – ohne den Umweg über Ortsbesuch in einer Bibliothek, Abgabe von Jacken und Taschen, Bestellung eines ganzen Zeitschriftenbandes (obwohl nur ein Aufsatz benötigt wird), Benutzung von Kopierern etc. Nicht alle Geisteswissenschaftler leben im Elfenbeinturm, manche wissen nicht nur, was Effizienz bedeutet (nämlich nicht nur effektiv, sondern auch unter geringstmöglichem Einsatz von Ressourcen wie Zeit, Geld etc.), sondern wollen gern auch effizient forschen. Gerade bei Zeitschriften sollte für alle Wissenschaftsdisziplinen inzwischen außer Frage stehen, dass das Minimum hybride Ausgaben mit zeitlich nicht verzögertem freiem Zugang für die elektronische Ausgabe sein sollte. – Aber ich vergaß: Eine Bibliothekswissenschaft gibt es ja nicht, und der ‘Bibliotheksdienst’ ist keine wissenschaftliche Zeitschrift. Vielleicht war doch alles nur ein kleines Missverständnis.

  9. Schade, dass bei dem Projekt von einer Zeitschrift für das Bibliothekswesen und die Informationswissenschaft gesprochen wird. Traut sich da jemand mal wieder nicht, das böse Wort Bibliothekswissenschaft zu gebrauchen (die es mindestens einhundert Jahre vor der Infowiss gab)? Fände ich sehr traurig.

  10. @Maxi: Ab ins Wiki und die “Bibliothekswissenschaft” ins Spiel gebracht! Wenn sich jemand nicht traut, traut sich vielleicht jemand anderes.

    Das Projekt, wenn es denn eins wird, ist noch dermaßen verschwommen, dass jedeR noch in jede Richtung schieben, eingrenzen oder erweitern kann.

  11. @Maxi: Mein Grund, von ‘Bibliothekswesen’ statt
    ‘Bibliothekswissenschaft’ zu sprechen, besteht schlicht darin, dass im Zweifelsfall das ‘Bibliothekswesen’ als Oberbegriff geeignet ist, eine evtl. doch wieder sich entwickelnde Bibliothekswissenschaft einzuschließen. Eine ‘Zeitschrift für Bibliothekswesen und Informationsmanagement (ZfBI)’ wäre z.B. vom Titel her, wenn er programmatisch sein sollte, offen sowohl für wissenschaftliche Abhandlungen als auch für praxisbezogene Beiträge.

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