"König Kunde" in der Bibliothek

Gerhard Zschau und Peter Jobmann haben sich in ihrer Masterarbeit über den Weg zur demokratischen Bibliothek in einem Kapitel mit dem Kundenbegriff beschäftigt, zu dem ein Teil des Bibliothekswesens ein meines Erachtens nahezu fetischistisches Verhältnis pflegt.

Zschau und Jobmann beleuchten den Kundenbegriff im Kapitel „König Kunde?“ unter dem Aspekt der Machtasymetrie.

In weiterem Sinne kann […] konstatiert werden, dass die Beförderung der Nutzung des Kundenbegriffs nicht, wie in bibliothekarischer Fachliteratur beschrieben, zur gelebten Kundenorientierung – also der Beschäftigung mit den Bedürfnissen Anderer – führt, sondern im Gegenteil der Institution Bibliothek ihre Funktionszuschreibung in der Gesellschaft beraubt. Ein über die kommunikative Attraktivität hinausgehendes Verständnis des Kundenbegriffs konnte nicht erkannt werden.

Lesenswert!

Was mir fehlt, ist die historische Herleitung des Begriffes, aber das kann von dieser Arbeit nicht verlangt werden. NPM könnte hier sicherlich ein Anknüpfungspunkt sein.

Mölck, Letitia-Venetia: Möglichkeiten zur Unterstützung der automatischen Spracherkennung in wissenschaftlichen Videos mit Hilfe von Fachterminologie

Mölck, Letitia-Venetia: Möglichkeiten zur Unterstützung der automatischen Spracherkennung in wissenschaftlichen Videos mit Hilfe von Fachterminologie

Abstract:

Automatische Spracherkennungssysteme (Automatic Speech Recognition – ASR) können derzeit nicht alle Wörter korrekt erkennen und daher noch keine guten Transkriptionen erstellen. Die Qualität der automatischen Spracherkennung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Einer davon ist das Vokabular. Je vielfältiger und komplexer die Themen, desto größer die Anzahl der fachspezifischen Wörter ist, die erkannt werden müssen, desto schwieriger ist die Erkennungsaufgabe und desto schlechter sind die Transkriptionsergebnisse. Die Sprachmodelle von automatischen Spracherkennungssystemen müssen durch Training angepasst werden, damit sie auch bei Gebieten mit speziellem Vokabular gute Resultate erzielen können.

In dieser Arbeit wird untersucht, ob der prozentuale Anteil der korrekt erkannten Wörter durch Training des Sprachmodells der automatischen Spracherkennung mit fachspezifischer Terminologie wirksam gesteigert werden kann. Anhand von Ergebnissen der durchgeführten Experimente wird dargelegt, welche Anzahl und Art von Daten benötigt wird, um den Prozentsatz der falsch erkannten Wörter zu senken. Die Ergebnisse der Domänen-Adaption bilden die Basis für den anschließenden Vergleich des fachspezifischen Vokabulars in Vorlesungsvideos und wissenschaftlichen Publikationen, um die Unterschiede hinsichtlich der verwendeten Fachsprache aufzuzeigen. Grundlage und Ausgangspunkt für die gesamte Untersuchung stellt die Erkennung der Fachterminologie und ihre Unterscheidung von der Allgemeinsprache dar.

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