"König Kunde" in der Bibliothek

Gerhard Zschau und Peter Jobmann haben sich in ihrer Masterarbeit über den Weg zur demokratischen Bibliothek in einem Kapitel mit dem Kundenbegriff beschäftigt, zu dem ein Teil des Bibliothekswesens ein meines Erachtens nahezu fetischistisches Verhältnis pflegt.

Zschau und Jobmann beleuchten den Kundenbegriff im Kapitel „König Kunde?“ unter dem Aspekt der Machtasymetrie.

In weiterem Sinne kann […] konstatiert werden, dass die Beförderung der Nutzung des Kundenbegriffs nicht, wie in bibliothekarischer Fachliteratur beschrieben, zur gelebten Kundenorientierung – also der Beschäftigung mit den Bedürfnissen Anderer – führt, sondern im Gegenteil der Institution Bibliothek ihre Funktionszuschreibung in der Gesellschaft beraubt. Ein über die kommunikative Attraktivität hinausgehendes Verständnis des Kundenbegriffs konnte nicht erkannt werden.

Lesenswert!

Was mir fehlt, ist die historische Herleitung des Begriffes, aber das kann von dieser Arbeit nicht verlangt werden. NPM könnte hier sicherlich ein Anknüpfungspunkt sein.