PEER-UP: Relevanz der Publikationsleis­tung für Effizienzmessung im Hochschulbereich

Im BMBF-Projekt PEER-UP soll an der TU Dresden über die Relevanz der Publikationsleis­tung für Effizienzmessung im Hochschulbereich geforscht werden. Aus der Pressemitteilung:

Hochschulen nehmen in modernen Innovationssystemen unbestritten eine Spitzenstellung in der Wissensproduktion ein. Die Unabhängigkeit der Universitäten wird dabei im Wesentlichen durch eine Grundfinanzierung aus öffentlichen Mitteln sichergestellt. Entsprechend hoch ist das öffentliche Interesse, dass Universitäten die verfügbaren Mittel möglichst effizient zur Erbringung ihrer Kernaufgaben (Forschung, Lehre, Transfer) einsetzen.

Das Projekt hat schon ein Blog (hier ist eine Kurzbeschreibung des Projekts), in dem es in Zukunft hoffentlich viel aus dem Forschungsalltag zu lesen geben wird. Das Thema ist hochrelevant, da die quantitative Bewertung eines m.E. nur qualitativ in vollem Umfang zu erfassenden Gegenstands zwangsläufig zu Unschärfen und Verzerrungen führen muss.

Wikipedia: Deuten viele Bearbeitungen auf gute Artikel hin?

Roth, Clemens ; Griesbaum, Joachim ; Kölle, Ralph: “Was bedeutet 11.882 Bearbeitungen? Die qualitative Inhaltsanalyse zur Untersuchung des Entstehungsprozesses von Wikipedia-Artikeln”

Abstract:

Der Wikipedia-Artikel „Deutschland“ ist trotz 11.882 Bearbeitungen kein als exzellent oder lesenswert ausgezeichneter Artikel. Man kann dementsprechend davon ausgehen, dass er im Sinne der Wikipedia-Qualitätskriterien nicht besonders hochwertig ist. Dieses Beispiel dient als Aufhänger für die Frage, ob und inwiefern Zusammenhänge zwischen der Anzahl und Art von Bearbeitungen und der Qualität von Beiträgen existieren. Was bedeutet eine Bearbeitung eines Wikipedia-Artikels hinsichtlich der Qualität des Beitrags und welche Aspekte sind bei der Untersuchung dieses Zusammenhangs wichtig? Um diese Frage zu adressieren, wurde eine explorative Studie in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse von sechs Wikipedia-Artikeln durchgeführt. Der Artikel stellt den methodischen Ansatz dieser Studie sowie deren Ergebnisse dar.

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"Messung der Zufriedenheit von Studierenden der Fakultät Wirtschaft und Informatik der Hochschule Hannover mit der Hochschul-Zentralbibliothek"

Busse, Alina ; Henschke, Manuel ; Klaffki, Juliane ; Wierzbowska, Justina: Messung der Zufriedenheit von Studierenden der Fakultät Wirtschaft und Informatik der Hochschule Hannover mit der Hochschul-Zentralbibliothek

Abstract:

In der vorliegenden Arbeit wird die Zufriedenheit von Studierenden mit der Hochschul-Zentralbibliothek (HZB) der Hochschule Hannover untersucht. Es wird überprüft, inwieweit Alter, Semesteranzahl und Geschlecht der Befragten einen Einfluss auf die Zufriedenheit mit der HZB haben. Des Weiteren besteht ein Aspekt der Untersuchung aus der Einschätzung der Wichtigkeit einzelner Faktoren aus Sicht der Studierenden, welcher bei den praktischen Implikationen zum Tragen kommt.

Die Literaturrecherche machte deutlich, dass bereits diverse Umfragen von Bibliotheken zur Zufriedenheit der Nutzer stattgefunden haben. Wenige Umfragen richten sich jedoch direkt an Studierende. Da der Leistungskatalog von Bibliothek zu Bibliothek variiert, muss der Fragebogen an die konkreten Rahmenbendingungen der HZB angepasst werden.

Mit der vorliegenden Arbeit werden Aussagen über die Zufriedenheit und Wichtigkeit der einzelnen Faktoren aus Studierendensicht getroffen. Mittels eines elektronischen Fragebogens werden die Studierenden der Fakultät IV – Wirtschaft und Informatik, hierunter die Abteilungen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, der Hochschule Hannover befragt, von denen 116 den Fragebogen beantwortet haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse die aufgestellten Hypothesen nicht unterstützen. Es liegen keine signifikanten Ergebnisse vor und es bestehen keine Zusammenhänge zwischen Alter, Geschlecht oder Semesterzahl mit der Zufriedenheit der Studierenden. Die Auswertung der Wichtigkeit verdeutlicht, dass keines der abgefragten Kriterien besonders negativ beurteilt wurde während es gleichzeitig für die Studierenden von großer Wichtigkeit ist.

Eins der Ergebnisse war auch, dass die Mitarbeiter der Zentralbibliothek als freundlich und kompetent bewertet werden.

Die Studie wurde von BWL-StudentInnen unabhängig von der Bibliothek durchgeführt, die sich u.a. an der Online-Befragung durch das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU Berlin im Jahre 2009 orientiert haben.

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Der Science-Citation-Index ist 50 Jahre alt

In der NZZ ist ein Artikel mit dem Titel “Vermessene Wissenschaft:  Der Science-Citation-Index – Datenbank, Schiedsrichter und Machtinstrument” erschienen. Der Science-Citation-Index (SCI) wurde vor 50 Jahren vom mittlerweile 86-jährigen amerikanischen Forscher Eugene Garfield erfunden. In einem kurzen Interview – wiederum in der NZZ – erwähnt er auch die negativen Effekte dieser Zitations-Datenbank.