Bibliothekare als Hacker

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Im Technology Review schreibt Peter Glaser über den “Hacker 3.0”. Nachdem er auf die Ursprünge der Hackerszene eingeht, beschreibt er die aktuelle Szene:

Die Hacker der dritten Generation sind mit dem Internet groß geworden und nehmen die Hacker-Ethik der sechziger Jahre wieder auf, die besagt, dass alle Information frei, alle Computer uneingeschränkt zugänglich und Dezentralisation das vorherrschende Prinzip sein sollte. Und außerdem, dass man die Daten anderer Leute in Ruhe lassen soll. Sogar zornige “Muslim Hackers” akzeptieren heute diese Prinzipen, für deren Verbreitung altgediente Organisationen wie der Chaos Computer Club gesorgt haben.

In diesem Sinne können sich Bibliothekare problemlos als Hacker verstehen. Schon 2003 schrieb Roy Tennant im Library Journal:

There is a subculture of librarians that could make a significant impact on the profession. They are women and men, youthful and experienced alike, who all share one thing: a passion for solving problems by creating software. They are hacker librarians.

Er definiert Hacker dabei vorwiegend als Programmierer, als jemand, der zur Lösung von Problemen zur Technik (in diesem Fall Software) greift. Der Begriff des Hackers ist jedoch weiter zu fassen. Untrennbar verbunden mit diesem Begriff ist die sogenannte Hackerethik und hierzulande der Chaos Computer Club.

Was ist Hackerethik?
Die Hackerethik gibt es nicht. Aber in ein paar Punkten sind sich die verschiedenen Manifeste einig. Und davon wiederum gehen ein so verblüffend großer Anteil konform mit dem, was ich bibliothekarischen Berufsethos nennen möchte, dass ich sie hier zusammengefasst habe:

Aus der Hacker-Ethik des Chaos Computer Club (CCC):

Zugang zu Computern und allem, was dich darüber lehrt, wie die Welt funktioniert sollte absolut und ohne Limits sein.

Dies kann man auch als sehr blumige Version des Universal Access, wie Rainer Kuhlen ihn formuliert: Alle Informationen sollen frei sein.

Informations wants to be free, und ein guter Anteil der BibliothekarInnen beschäftigt sich mit der Befreiung der armen geknechteten Informationen. Das Etikett Hacker kann dem facettenreichen Berufsbild also zumindest unter Vorbehalt hinzugefügt werden.