Wiebke Duda: Stadtbibliothek Wolfsburg – Eine Usability-Studie

Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit den Themen Usability digitaler Bibliotheksangebote, Nutzerorientierung und Zielgruppendefinition von Öffentlichen Bibliotheken. Die Bearbeiterin untersucht die Website der Stadtbibliothek Wolfsburg. Die Zielgruppen der Stadtbibliothek werden unter Berücksichtigung der demografischen Struktur der Region definiert. Ebenso werden die Entstehungsgeschichte der Stadt beschrieben und wirtschaftliche Einflüsse aufgezeigt. Eine regionale Besonderheit ist die Abhängigkeit der Stadt Wolfsburg zum Volkswagen-Konzern, welche sich einmal mehr durch aktuelle Ereignisse wie den „Abgasskandal bei Volkswagen“ aus dem Jahr 2015 zeigt. Diese regionalspezifischen Aspekte haben insgesamt eine große Relevanz für die zielgruppenorientierte und nutzerfreundliche Gestaltung der Bibliothekswebsite. Allgemein gültige Usability-Standards werden hier an individuelle Faktoren angepasst. Unter Berücksichtigung der Zielgruppendefinition und mithilfe einer Kombination der Usability-Methoden Personas-Verfahren, der Recherchedokumentation im Stil eines Thinking-Aloud-Protokolls und dem Abgleich mit ausgewählten Usability-Kriterien aus dem BibEval-Kriterienkatalog der HTW Chur untersucht die Bearbeiterin den Internetauftritt der Stadtbibliothek Wolfsburg im Praxisteil dieser Bachelorarbeit. Eine zusammenfassende Auswertung zeigt Stärken und Schwächen der Website auf und nennt darüber hinaus Verbesserungspotenziale. Diese Arbeit ist interessant für Bibliothekare, die sich mit der Usability und Nutzerorientierung von digitalen Inhalten nach den spezifischen Zielgruppen einer Institution und ihrem Umfeld auseinander setzen möchten.

Hier geht’s zum Volltext.

Über 60 Einrichtungen ohne Elsevier

Voraussichtlich keine Volltexte von Zeitschriften des Elsevier-Verlags ab dem 1.1.2017:

Für rund 60 namhafte Wissenschaftseinrichtungen werden ab dem 1. Januar 2017 voraussichtlich keine Volltexte von Zeitschriften des Verlages Elsevier mehr zur Verfügung stehen. Hierzu gehört auch die Universität Göttingen mit 440 Zeitschriften.

Etherpad-Dienst gesucht: Kostenlos und zuverlässig

Ich bin eigentlich langjähriger Nutzer der Etherpads der Open Knowledge Foundation (OKF). Leider fallen diese in den letzten Monaten immer mal wieder aus. Dies ist der OKF nicht vorzuwerfen, schließlich ist es ein kostenloser Dienst. Aber als Werkzeug für die produktive Arbeit fällt das dortige Pad damit aus.

Durch einen Hinweis von Phillip Zumstein bin ich auf Titanpad gestoßen. Doch dort wird es ab März nicht mehr möglich sein, neue Pads anzulegen. Ende 2017 werden die Pforten gänzlich geschlossen.

Das Piratenpad kommt nicht in Frage, da es von einer Partei bereitgestellt wird. Welcher Etherpad-Anbieter ist empfehlenswert?

Internet Archive betreibt purl.org

Persistente URIs sind ein zentrales Problem bei der Veröffentlichung von Ontologien in Linked-Data-Kontexten. Der meistgenutzte Dienst war bislang purl.org. Purl steht für Persistent Uniform Resource Locator. Der Dienst wurde von OCLC betrieben und existiert schon seit 1995. In letzter Zeit war es aber nicht möglich, neue Accounts anzulegen. Es gab daher Überlegungen, einen Alternativdienst aufzubauen: w3id.org. 1) Vgl. Permanent identifiers and vocabulary publication: purl.org and w3id 

W3id.org baut dabei auf Github auf. Dies hat den Vorteil, dass die Hemmschwelle recht niedrig ist, Github ist schließlich inzwischen nicht nur in Enwicklerkreisen ein gängiges Werkzeug. Der Nachteil dieser Lösung ist, dass man sich unnötigerweise von einem weiteren Dienst abhängig macht. Github ist ein kommerzieller Anbieter. Streicht dieser die Segel oder ändert er seine Geschäftsbedingungen, steht w3id.org vor großen Schwierigkeiten.

Langer Rede, kurzer Sinn: Das Internet Archive betreibt Purl.org seit September, wie im dortigen Blog bekannt gegeben wurde. Der Dienst kann also wieder genutzt werden.

References   [ + ]

Unconventional academic writing

Unconventional academic writing von Guillaume Cabanac

Discover about 130 papers showing attempts at whimsy, humour, or conveying various human emotions that we hardly encounter in scientific literature (e.g., surprise, irony, anger, despise). These amusing papers were published in virtually all fields of science. As Kohn (1982) put it: Humour is the interdisciplinary denominator of science.

This paper is dedicated to Professor James Hartley in honour of his 75th birthday.

Ein paar Beispiele?

Titel:

Autoren:

“Order of the Co-authorship” gibt einen tiefen Einblick in die Wichtigkeit dieser Angelegenheit. “Rock, paper, scissors” und “from a twenty-five-game croquet series held at Imperial College Field Station during summer 1973” sind repräsentative Beispiele. Mir persönlich bekannt: “Nach den Regeln der Publikationsfonds, die nur APCs von Erstautoren übernehmen.”

Viel, viel mehr gibt es hier: http://doi.org/10.6084/m9.figshare.1306561

Angela Merkel zu Open Access

In einer Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Festakt zur 22. Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft am 23. November 2016 äußerte sich Angela Merkel am Rande zum freien Zugang zu Informationen:

Internet und Datenaustausch haben auch sämtliche Forschungsbereiche revolutioniert. Wissen lässt sich schnell und günstig in der Welt verbreiten. Informationen jeglicher Art stehen in Sekundenschnelle, teils auch in Echtzeit zur Verfügung. Rund um den Globus Kontakte zu knüpfen, zusammenzuarbeiten und Erkenntnisse zu teilen, ist heute viel einfacher als früher. So profitiert einer vom anderen. Dies hat Erkenntnisprozesse erheblich beschleunigt. Das ist auch der Grund dafür, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Open-Access-Strategie verfolgt. Sie dient dazu, nicht nur Wissenschaftlern, sondern jedem Interessierten den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen zu erleichtern. Ich weiß, dass es da Diskussionsbedarf gibt, aber wir sollten uns dem stellen. Die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung sollen, wie wir finden, auch der Öffentlichkeit zugutekommen.

[via @helmholtz_os]

10 Jahre Infobib

Seit nun zehn Jahren werden hier auf Infobib.de Postings zu diesem und jenem rund um die Themen Bibliothek, Information und Wissenschaft mit einer mal kleineren, mal größeren Leserschaft geteilt. Dieses Blog erfüllt dabei viele Funktionen: Es ist Zettelkasten, Plattform für die persönliche innerbibliothekarische Öffentlichkeitsarbeit und vieles andere mehr.

Foto von JPCP.
Foto von JPCP (public domain)

In den letzten zehn Jahren wurden hier 3068 Postings veröffentlicht, als Auswahl hier die Nummern 1, 1000, 2000 und 3000. Dazu gesellten sich 2578 Kommentare. Noch ein paar Statistiken, Stand 20. November 2016? Advanced Blog Metrics hilft aus:

  • 25.6 Postings pro Monat
  • Durchschnittlich 188 Wörter pro Posting
  • Ein Posting erzielt im Schnitt 0,6 Kommentare mit je 42 Wörtern, dazu 0,2 Trackbacks
  • Vier AutorInnen haben 3068 Postings mit 576.621 Wörtern geschrieben – Gastpostings werden hier nonchalant den vieren zugeschlagen…
  • Kommentiert wurden dazu sagenhafte 131.616 Wörter. Vielen Dank an Sie/Euch alle!
  • Es gab 579 (erfolgreiche) Trackbacks

Zur Feier des Tages hier ein paar persönliche Highlights aus der ersten Infobib-Dekade:

  • Da ist zuerst ohne Zweifel die Libworld-Reihe zu nennen, in der 35 BloggerInnen aus aller Welt die Biblioblogosphäre ihres Heimatlandes vorstellten.
  • Weitere Bloghighlights gingen oft einher mit hoher Kommentar-Interaktion. Daher hier die fünf meistkommentierten Postings:
    1. Bibliothekarische Fachkommunikation 2010 (74 Kommentare) – hier wurde einer von vielen Grundsteinen für das #newLIS-Phänomen gelegt, was letztlich Anlass – nicht Grund – einer Neupositionierung der deutschsprachigen bibliothekarischen Zeitschriften hinsichtlich Open Access und einiger Neubegründungen war.
    2. Der schrumpfende BIB schließt bibliojobs.de weg (57) – Phu kommentierte: “Eine erste Idee für ein ‘OpenBibliojobs’ […] Kann das so funktionieren?” – Ja, sehr gut sogar.
    3. Das Zotero-Problem (31)
    4. Welche relevanten Autoren-IDs gibt es? (19)
    5. Discovery-System und/oder Katalog? (18)
  • Dazu dann zahlreiche blogübergreifende Diskussionen z.B. zu bibliothekarischen Unkonferenzen. Aus einer vagen Idee wurde durch viele, viele Menschen (ganz zu Beginn unter anderem Patrick Danowski, der WIMRE das erste Potsdamer Bibcamp mit-initiierte) inzwischen eine erfolgreiche Veranstaltungsreihe, das Bibcamp.
  • Ein weiteres, der Öffentlichkeit nicht zugängliches Highlight sind zahllose Korrekturvorschläge durch Frank. Besten Dank!

Das ist nun nur das, was mir ad hoc einfiel. Vielen Dank an die werte Leserschaft für die zahlreichen Diskussionen rund um alle möglichen Themen, die hier im Blog über die letzten zehn Jahre verteilt auftauchten.