USA sammelt Bibliotheksausweise. Und alles andere.

Jeremy Scahill und Ryan Devereaux berichten auf The Intercept über das “Secret Government Rulebook For Labeling You a Terrorist“. Darin sind Kriterien festgelegt, nach denen “Terroristen” als eben solche deklariert werden. Konkrete Beweise seien dazu allerdings nicht erforderlich. Zwecks Verleihung des Terroristenstatus wird auf allerlei Informationen zurückgegriffen. Fingerabdrücke, Waffenscheine, “any cards with an electronic strip on it (hotel cards, grocery cards, gift cards, frequent flyer cards)”, Telefone, Social-Media-Accounts, einfach alles. Wirklich alles? Ja, alles:

Screeners are also instructed to collect data on any “pocket litter,” scuba gear, EZ Passes, library cards, and the titles of any books, along with information about their condition—”e.g., new, dog-eared, annotated, unopened.” Business cards and conference materials are also targeted, as well as “anything with an account number” and information about any gold or jewelry worn by the watchlisted individual. Even “animal information”—details about pets from veterinarians or tracking chips—is requested. The rulebook also encourages the collection of biometric or biographical data about the travel partners of watchlisted individuals.

Auch Bibliotheksausweise. Ich konnte die entsprechende Stelle im Original-Dokument “Watchlisting guidance” (PDF) vom März 2013 mangels OCR allerdings leider nicht ausfindig machen. Gibt es noch weitere bibliotheksrelevante Stellen? Und wer kümmert sich eigentlich um die Langzeitverfügbarkeit dieser Dokumente und ihre Verzeichnung in Katalogen?

George W. Bush unterzeichnet Open-Access-Gesetz

Am zweiten Weihnachtsfeiertag hat US-Präsident Bush ein Gesetzespaket verabschiedet, das unter anderem auch neue Open-Access-Bestimmungen enthält. Die National Institutes of Health (NIH) werden damit verpflichtet, bei der Forschungsförderung verbindliche Open-Access-Klauseln einzuführen.

Steuerfinanzierte medizinische Forschungsergebnisse müssen nun nach 12 Monaten frei veröffentlicht werden.

Mehr [via Golem]

"Bedenken Sie doch bitte, dass eine Bibliothek die Bildung fördert"

…,so die schmeichelnden Worte von George W. Bush in einer Zeitung in den USA.

Die Geschichte der “Presidential Libraries” hat in den USA eine lange Tradition, bereits elf von Ihnen existieren in den Vereinigten Staaten. Es ist üblich, dass Präsidenten Ihren Nachlass einer Universität überlassen oder in einem Forschungszentrum der Wissenschaft zugänglich machen. So plant es auch George W. Bush und hat zusammen mit einer Komission bereits vor fünf Jahren mit der Auswahl einer geeigneten Stätte begonnen. Er hat sich nun für die Southern Methodist in Dallas entschieden.
Seine Frau hat dort studiert und bekanntlich sind die Bushs Mitglieder der Methodisten Gemeinde.
Aber trotz dieser vermeintlich guten Voraussetzungen sind nicht alle Akademiker des Lehrkörpers mit dieser Idee einverstanden. Diese sehen den Ruf der Universität, die Unabhängigkeit und das akademische Klima in Gefahr. Außerdem befürchten Sie, dass “terroristische Figuren” angelockt werden könnten.

So ist eine hitzige Debatte entbrannt und es bleibt abzuwarten, wie die sich die Universität weiter äußert, denn immerhin handelt es sich um ein 200 Millionen Dollar Projekt.
Wie CNN berichtet, hat sich eine Gruppe methodistischer Minister mittlerweile zusammengetan um die Bush-Bibliothek zu befürworten.

[via Süddeutsche Zeitung, leider kostenpflichtig]