OpenIng – Förderung von Open Access in den Ingenieurwissenschaften

Das Publikationsmodell des Open Access ist in den Ingenieurwissenschaften bisher vergleichsweise wenig verbreitet, zudem fehlen fachspezifische bundesweite Angebote in diesem Bereich. Das Projekt OpenIng, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Digitaler Wandel in Bildung, Wissenschaft und Forschung“ von 2018 bis 2019 mit rund 300.000 Euro gefördert wird, soll diese Lücke schließen.

Weitere Infos beim IDW.

IEEE bringt OA-Megajournal an den Start

Das nach dem Erfolg der PLoS und dem Riesenwirbel um PeerJ nun immer mehr Megajournals an den Start gehen würden, war zu erwarten. Die Ankündigung von IEEE, nächstes Jahr das eigene OA-Megajournal IEEE Access zu starten, überrascht mich dennoch.

IEEE Access will debut in 2013 as the first open access mega journal in the growing IEEE open access publishing program. The scope of this all-electronic, archival publication comprises all IEEE fields of interest, emphasizing applications-oriented and interdisciplinary articles.

Für die in Sachen Open Access eher zögerlichen Ingenieurswissenschaften klingt das nach einem großen Schritt. Article Processing Charges von US$ 1750 sind zwar alles andere als günstig, aber die Preise werden durch PeerJ & Co mittelfristig ohnehin sinken. Interessanter wird die Lizenzfrage sein:

For now, an author will be asked to sign a copyright transfer form for an open access article.

However, IEEE is reviewing options for new legal instruments for authors, including a license that would define usage rights for open access articles. When the appropriate documents are prepared, IEEE systems now used to manage copyright transfer will be modified for open access.

Bleibt abzuwarten, wie diese “new legal instruments” gestaltet sein werden.

[via @lambo & @pmphlt]

Rettung für FIZ Technik?

Am 23. November wurde das Wissenschaftlich Technische Informationszentrum (WTI-Frankfurt eG) gegründet. Die Nähe des Namens zum Fachinformationszentrum ist kein Zufall. Beim WTI handelt es sich um ein von den Mitarbeitern des FIZ Technik gegründetes Unternehmen, dass das in der Insolvenz befindliche FIZ kaufen und retten möchte. Auf der Webseite zum “Fachinformations-Mitarbeiter-Buy-Out” heißt es:

Mit dem gegründeten Unternehmen sind die rechtliche Voraussetzung geschaffen, dem zuständigen Insolvenzverwalter in der ersten Dezemberwoche ein konkretes Angebot zur Übernahme des FIZ Technik vorzulegen. Die Chancen, dass die Gläubigerversammlung zustimmt, werden von der MBO-Gruppe als gut eingeschätzt. Zum einen steckt hinter dem Angebot ein strategisch und wirtschaftlich tragfähiges Konzept, zum anderen sind alle bisherigen Übernahme-Interessenten abgesprungen.

Wenn die WTI Frankfurt eG den Zuschlag für die Übernahme erhält, wird das neue Unternehmen umgehend Kontakt zu den Bestandskunden aufnehmnen. Ziel ist es, ein Angebot unterbreiten, damit in den entsprechenden Einrichtungen die Informationsdienste weiter erfolgreich genutzt werden können.

Hoffentlich findet sich so schnell wie möglich eine tragfähige Lösung für FIZ Technik. Denn laut Pressemitteilung, die an Kunden verschickt und u.a. im Blog der UB Chemnitz einsehbar ist, wurde der Geschäftsbetrieb der FIZ-Fachinformationszentrum-Technik-Inform GmbH zum 1. Dezember eingestellt:

Die FIZ-Technik-eigenen Datenbanken TEMA, DOMA, WEMA, ZDE, BEFO, TOGA, ENTEC, BERG, MEDITEC stehen bis 31.12.2010 für Recherchen zur Verfügung.

Für die Lizenzdatenbanken wie DKFL, RSWB, INSPEC u.a. wurde der Betrieb sofort eingestellt.

Die Nachricht, dass Datenbanken wie TEMA, DOMA oder WEMA in Zukunft nicht mehr verfügbar sein könnten, löst bei Ingenieuren natürlich helles Entsetzen aus. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie spart durch den abrupten Stopp der Unterstützung, die ohnehin nur bis 2012 laufen sollte, sagenhafte 3,3 Millionen Euro.

Dazu ein Zitat von Karl-Heinrich Grote, Dekan der Magdeburger Fakultät für Maschinenbau und Herausgeber des “Dubbel – Taschenbuch für den Maschinenbau”: “Mit diesem Aderlass ginge dem Standort Deutschland ein entscheidendes Stück Innovations- und Zukunftsfähigkeit verloren.” (im offenen Brief der Mitarbeiter an das BMWi (PDF))

Viele Informationen zu Perspektiven und Zukunft von FIZ Technik gibt es im Password-Pushdienst.