Universitäten: Qualitätsoffensive ohne Personal

Telepolis: Universitäten: Qualitätsoffensive ohne Personal

Die Schlagworte, die den Beginn einer grundlegenden Reform des deutschen Bildungswesens behaupten, klingen vielversprechend: Spitzen-Universitäten, Exzellenz-Initiativen und Zukunftsprogramme aller Art sollen den Rückweg in die Weltspitze bahnen, doch die Hochschulrealität sieht anders aus. Nach [extern] Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, die am Montag vom Deutschen Hochschulverband vorgestellt wurden, haben die 16 Bundesländer in nur zehn Jahren 1.451 Professorenstellen abgebaut. Besonders drastisch sind die Einschnitte bei den Sprach- und Kulturwissenschaften, denen im vollmundig angekündigten “Jahr der Geisteswissenschaften” nun die Streichung von 663 Stellen präsentiert wird.

Personalmangel an der Uni Bremen

Das Informatikjahr ist gerade zu Ende, da tickert Heise:

Wegen des jetzt schon herrschenden Stellenmangels haben 17 von insgesamt 21 Bremer Informatikprofessoren in einem offenen Brief vom 2. Februar die betriebene Sparpolitik kritisiert und moniert, dass einige Arbeitsgruppen keine wissenschaftlichen Mitarbeiter mehr beschäftigen können. Diese wären aber nach den Prüfungsordnungen der Studiengänge Informatik, Medieninformatik, Digitale Medien und Systems Engineering als Beisitzer bei mündlichen Prüfungen erforderlich. Daher können, so schreiben die Unterzeichnenden, diese Prüfungen im Wintersemester 2006/07 nicht abgehalten werden.

Und dies passiert in der Informatik, einem sehr wirtschaftsnahen Forschungsgebiet. Über Wert und (Achtung, Modewort!) Nachhaltigkeit des Jahres der Geisteswissenschaften muss man sich dann gar keine Illusionen machen.

[via Heise.de]