Universitäten: Qualitätsoffensive ohne Personal

Telepolis: Universitäten: Qualitätsoffensive ohne Personal

Die Schlagworte, die den Beginn einer grundlegenden Reform des deutschen Bildungswesens behaupten, klingen vielversprechend: Spitzen-Universitäten, Exzellenz-Initiativen und Zukunftsprogramme aller Art sollen den Rückweg in die Weltspitze bahnen, doch die Hochschulrealität sieht anders aus. Nach [extern] Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, die am Montag vom Deutschen Hochschulverband vorgestellt wurden, haben die 16 Bundesländer in nur zehn Jahren 1.451 Professorenstellen abgebaut. Besonders drastisch sind die Einschnitte bei den Sprach- und Kulturwissenschaften, denen im vollmundig angekündigten “Jahr der Geisteswissenschaften” nun die Streichung von 663 Stellen präsentiert wird.

Gebühren als Bildungshemmnis

Passend zum gestrigen Fundstück (Bibliotheksgebühren gegen “ungesunde Lesewuth”) macht Heise heute auf die Drucksache 16/6054 des deutschen Bundestages aufmerksam. Es handelt sich um eine Kleine Anfrage von Abgeordneten der Linkspartei zu den Konsequenzen der Bundesregierung aus den Ergebnissen der 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (PDF). Auszug:

1. a) Wie bewertet die Bundesregierung den Rückgang der Studierendenquote von 39 Prozent in der 17. Sozialerhebung auf nur noch 36 Prozent in der 18. Sozialerhebung?
b) Hält die Bundesregierung vor diesem Hintergrund weiterhin an ihrem im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziel, die Studierendenquote auf mindestens 40 Prozent zu steigern, fest?
Falls nein, warum nicht?
Falls ja, mit welchen politischen Maßnahmen möchte sie dieses Ziel erreichen?

2. Anhand welcher Ergebnisse der 18. Sozialerhebung lässt sich die Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs Andreas Storm in der Fragestunde am 20. Juni 2007 belegen, dass sich „über den Zeitraum der letzten zwei Jahrzehnte die Bildungsbeteiligung der Kinder aus den unterschiedlichen Herkunftsmilieus tendenziell angenähert hat“, wo die Ergebnisse doch aufzeigen, dass sich die Zahl der Studierenden aus der sozialen Herkunftsgruppe „hoch“ zwischen 1982 und 2006 von 17 auf 38 Prozent erhöht hat, während die Zahl der Studierenden aus der sozialen Herkunftsgruppe „niedrig“ im gleichen Zeitraum von 23 auf 13 Prozent gesunken ist?

Die Antwort der Bundesregierung ist in der Drucksache 16/6161 (PDF) zu finden. Den Rückgang der Studierendenquote von 39% auf 36% kann man aber auch in vier Worten erklären: BaföG runter, Studiengebühren rauf. Viel eindeutiger kann ein Zusammenhang meines Erachtens nicht sein, und dieser Eindruck bestätigt sich auch im Gespräch mit Studenten und solchen, die es (nicht) werden wollen.

Hochschulrankings in den Informations- und Bibliothekswissenschaften

Die Hohepriester des Bildungsmarktes predigen seit eh und je das Leistungs- und Effizienzdenken, dass zur Ausbildung von Eliteuniversitäten führen soll. Um feststellen zu können, wer denn nun Elite ist, werden Rankings erdacht. Gerade wieder neu erschienen ist das hierzulande wohl beliebteste, das CHE-Ranking.
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Konstanzer Studenten ohne soziales Gewissen?

Eine harte Überschrift, aber angesichts der Sachlage muss man diese Frage stellen. Worum geht’s?

Die Universitätsbibliothek Konstanz wurde aufgefordert, ein Konzept für Benutzungsgebühren für externe Nutzer vorzulegen. Die Konstanzer Bibliotheksdirektorin Petra Hätscher schreibt dazu in Inetbib:
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