Swets-Gruppe ist insolvent

Aus dem Börsenblatt:

Der Informationsdienstleister Swets (Swets & Zeitlinger Group B.V.) mit Sitz im niederländischen Leiden hat Insolvenz angemeldet. Eine entsprechende Meldung hat die deutsche Tochter Swets Information Services bestätigt.

Swets ist der breiten Öffentlichkeit vielleicht unbekannt und hat zur Zeit nicht einmal einen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel – hier geht es zum englischen Artikel. Es handelt sich dabei jedoch um ein Branchen-Schwergewicht, das nicht nur als Mittler oder Makler zwischen wissenschaftlichen Zeitschriftenverlagen und Bibliotheken agiert(e), sondern unter anderem auch die Institutional Edition von Mendeley bewarb und vertrieb. Springer und Elsevier sind sicherlich nicht die einzigen, die derzeit eindringliche Botschaften an Bibliotheken bezüglich der Zahlungsabwicklungen senden…

Und: Die Aufsatztitel der Online Contents werden von Swets geliefert und täglich aktualisiert.

[via @Libreas]

2 Gedanken zu „Swets-Gruppe ist insolvent“

  1. Mit großem Eifer haben sich in den vergangenen Jahren Agenturen zusammenschließen lassen, um ihre Angebote für Bibliotheken (vor allem preislich) weiter vorteilhaft gestalten zu können. Damit waren sie in öffentlichen Ausschreibungen stets erfolgreich, schließlich (so heisst es immer) liest der Rechnungshof mit.

    Der Grundmechanismus der Ausschreibung (Bester-Preis = Gewinner) stellt sich nun aus einem anderen Blickwinkel dar. Während der öffentliche Auftraggeber beim Gewinner über die Jahre einige Prozentpunkte Ersparnis realisieren konnte, wird nun die Abschlussrechnung präsentiert: Ein möglicherweise vorausbezahlter Betrag ist verloren und die Kalkulation über den Haufen geworfen. Der billige Anbieter wird damit teuer!

    Künftig wird es darauf ankommen, bei der Beauftragung hin und wieder auch damit zu rechnen, dass ein besonders preisgünstiger Anbieter sein letztes Aufgebot bestellt hat, nicht ohne zuvor mit seinen Dumpingpreisen den einen oder anderen Anbieter ins Aus gestoßen zu haben, bevor er selbst untergeht und die Existenz seiner Mitarbeiter gefährdet.

    Auftraggeber/Kunden/Nachfrager spielen offensichtlich eine ganz aktive Rolle bei der Gestaltung des Marktes, auf dem sie anschließend selber einkaufen. Das gilt nicht nur für Innenstädte. Als Bibliothek komme ich nicht umhin, die personalintensive Arbeit gebündelt auf einen Profi zu übertragen. Diese Aufgabe selbst zu erledigen verbietet sich wegen des Personalaufwands und der damit verbundenen technischen Ausstattung von selbst. Ich habe allerdings die Wahl, mit wem ich zusammenarbeite und worauf ich bei der Beauftragung Wert lege. Dazu sollte im Zweifel auch das erforderliche Maß an seriöser Transparenz gehören, das man einem Partner in jahrelanger, vertrauensvoller Zusammenarbeit schuldet.

  2. Vielleicht die Lösung?

    Die ILGE Abonnement Service GmbH ist seit Jahren deutschlandweit als Bibliotheksdienstleister tätig und unterstützt öffentliche Bibliotheken bei der Beschaffung und Verwaltung Ihrer Zeitschriften- und Zeitungsabonnements.

    Wir verwalten die bestehenden und neuen Abonnements komplett kostenfrei und bieten Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit die Zeitschriften über uns zu einem günstigen Preis zu beziehen!

    http://www.ilge.eu/de/

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