Archivieren von Blogs

Jakob Voss macht sich Gedanken über die Sammlung und Archivierung von Blogs, ich selbst habe ja mal einen Versuch gestartet, Infobib im Rahmen der Pflichtabgabe von Netzpublikationen archivieren zu lassen, und nun geht die LoC das Problem “Archivierung von Blogs” an. Ergebnis ist das Programm “Web Capture”. Technische Basis ist u.a. Wayback, die auch vom Internet Archive eingesetzt wird. Gesammt wird u.a.:

Categories of sites captured include, but are not limited to: United States government (federal, state, district, local), foreign government, candidates for political office, political commentary, political party, media, religious organizations, support groups, tributes and memorials, advocacy groups, educational and research institutions, creative expressions (cartoons, poetry, etc.), and blogs.

Seiteninhaber werden offensichtlich auch benachrichtigt, wenn ihre Seiten in das Programm aufgenommen werden. Das sieht dann so aus.

[via Library Stuff]

Die totale Bibliothek (Open Library)

Zeit Online titelt dümmlich: Die totale Bibliothek. Torsten Kleinzes Artikel zeugt auch nicht gerade von übertriebener Hintergrundrecherche:

Die mühselige Tipparbeit macht bei Weitem nicht so viel Spaß ist wie das Erstellen von eigenen Enzyklopädieartikeln. So haben sich erst ein paar Enthusiasten gefunden, die die vorhandenen Buchinformation ergänzen. Ob die jedoch alle Daten korrekt erfassen, ist unsicher. So zeigt eine Suche nach “Mark Twain”, dass der Katalog allein fünf verschiedene Schreibweisen des Autorennamens verzeichnet. Nur mit zusätzlicher Arbeit können alle Werke dem einen Autor zugeordnet werden.

Fünf nur? Stimmt, da fehlen noch einige! Als Hinweis ein stark gekürzter Auszug aus der Personennormendatei im GBV (PPN 133425525):

100 Mark@Twain
200 Marek@Twain
200 M¯aku@Touein
200 Mak¯u@Touen
200 Mark@Tuein
200 M¯ark@Tuwayn
200 Ma-k`o@T`u-wen
200 Mark@Tven
200 M.@Tven
200 M¯ark@Twayn
201 M.@Tvens
201 Mark@Tven
201 Morkas@Tvénas
201 Marks@Twens
201 Mark@Tvÿçen

Nicht pikant, sondern eher blöd (oder von postkolonialer Arroganz getrieben?) ist auch die Schlußpointe:

Die Open Library soll nämlich aus Sicherheitsgründen parallel an drei verschiedenen Standorten angesiedelt werden. Gespräche mit europäischen Bibliotheken laufen schon. Pikanterweise ist auch Ägypten im Gespräch – wo schon einmal, in Alexandria, eine Bibliothek von Weltgeltung verbrannt ist.

Weiß jemand, welche europäischen Bibliotheken im Gespräch sind?