Offener Brief des Direktors der Bibliotheca Alexandrina

Ismail Serageldin, Direktor der Bibliotheca Alexandrina, hat einen offenen Brief zur politischen Situation in Ägypten verfasst:

To our friends around the world: The Events in Egypt
30 Jan 2011

The world has witnessed an unprecedented popular action in the streets of Egypt. Led by Egypt’s youth, with their justified demands for more freedom, more democracy, lower prices for necessities and more employment opportunities. These youths demanded immediate and far-reaching changes. This was met by violent conflicts with the police, who were routed. The army was called in and was welcomed by the demonstrators, but initially their presence was more symbolic than active. Events deteriorated as lawless bands of thugs, and maybe agents provocateurs, appeared and looting began. The young people organized themselves into groups that directed traffic, protected neighborhoods and guarded public buildings of value such as the Egyptian Museum and the Library of Alexandria. They are collaborating with the army. This makeshift arrangement is in place until full public order returns.

The library is safe thanks to Egypt’s youth, whether they be the staff of the Library or the representatives of the demonstrators, who are joining us in guarding the building from potential vandals and looters. I am there daily within the bounds of the curfew hours. However, the Library will be closed to the public for the next few days until the curfew is lifted and events unfold towards an end to the lawlessness and a move towards the resolution of the political issues that triggered the demonstrations.

Bibliotheca Alexandrina

Welt.online berichtet in einem Artikel unter anderem über die im Jahre 2002 eröffnete Bibliotheca Alexandrina:

Jahrelang blätterte der Putz, doch jetzt besinnt sich die einstige “Perle des Mittelmeers” ihrer großen Vergangenheit: Eine neue Bibliothek verknüpft mit herausragender Architektur und acht Millionen Büchern die Neuzeit mit der Antike, Archäologen bergen im Meer versunkene Schätze.

Dennoch:

Die Zukunft Alexandrias liegt wohl eher in der Archäologie als in der freien Diskussion

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Die totale Bibliothek (Open Library)

Zeit Online titelt dümmlich: Die totale Bibliothek. Torsten Kleinzes Artikel zeugt auch nicht gerade von übertriebener Hintergrundrecherche:

Die mühselige Tipparbeit macht bei Weitem nicht so viel Spaß ist wie das Erstellen von eigenen Enzyklopädieartikeln. So haben sich erst ein paar Enthusiasten gefunden, die die vorhandenen Buchinformation ergänzen. Ob die jedoch alle Daten korrekt erfassen, ist unsicher. So zeigt eine Suche nach “Mark Twain”, dass der Katalog allein fünf verschiedene Schreibweisen des Autorennamens verzeichnet. Nur mit zusätzlicher Arbeit können alle Werke dem einen Autor zugeordnet werden.

Fünf nur? Stimmt, da fehlen noch einige! Als Hinweis ein stark gekürzter Auszug aus der Personennormendatei im GBV (PPN 133425525):

100 Mark@Twain
200 Marek@Twain
200 M¯aku@Touein
200 Mak¯u@Touen
200 Mark@Tuein
200 M¯ark@Tuwayn
200 Ma-k`o@T`u-wen
200 Mark@Tven
200 M.@Tven
200 M¯ark@Twayn
201 M.@Tvens
201 Mark@Tven
201 Morkas@Tvénas
201 Marks@Twens
201 Mark@Tvÿçen

Nicht pikant, sondern eher blöd (oder von postkolonialer Arroganz getrieben?) ist auch die Schlußpointe:

Die Open Library soll nämlich aus Sicherheitsgründen parallel an drei verschiedenen Standorten angesiedelt werden. Gespräche mit europäischen Bibliotheken laufen schon. Pikanterweise ist auch Ägypten im Gespräch – wo schon einmal, in Alexandria, eine Bibliothek von Weltgeltung verbrannt ist.

Weiß jemand, welche europäischen Bibliotheken im Gespräch sind?

Brand der Bibliothek von Alexandria nachgestellt

Wikipedia zum Ende der antiken Bibliothek von Alexandria:

Caesar war 48 v. Chr. auf der Suche nach Pompejus nach Alexandria gekommen, wo er Kleopatra im ptolemäischen Thronfolgekonflikt unterstützte. Als er sich während der Kämpfe im Residenzviertel verschanzen musste, ließ er sämtliche Schiffe im Hafen niederbrennen, um sie nicht in die Hand des Gegners fallen zu lassen. Dabei soll die Bibliothek in Flammen aufgegangen sein.

Das Modell der Bibliothek in der Bundeskunsthalle wollte anscheinend dem großen Vorbild nacheifern und brannte ebenfalls nieder:

Nach Angaben von Rudolf Link, Abteilungsleiter Technik und Prokurist in der Bundeskunsthalle, hat das Modell der Bibliothek von Alexandria gebrannt, das erst drei Tage nach Ostern in einem Zimmer außerhalb der Ausstellungsräume untergebracht worden war.

[via General-Anzeiger Bonn]