Online-Demonstration auf Bibliothekswebseite

Drüben bei Netbib wird über eine interessante Online-Demonstration berichtet. Die Webseite der Stadtbibliothek Stühlingen – bzw. eigentlich ist es nur der dort üblicherweise zu findende Inhalt – ist zur Zeit nicht erreichbar. Unter bibliothek.stuehlingen.de wird derzeit statt auf Öffnungszeiten, Lesungen und neu erworbene Bücher auf die Genehmigung eines Windparks hingewiesen. Verantwortlich dafür ist der für diese und andere Stühlinger Webseiten ehrenamtlich tätige Webmaster Ueli Joss.

Laut Südkurier fordert Joss, dass “alle relevanten Unterlagen” zum Vorgang bis zum 17. April öffentlich gemacht werden. Andernfalls würde er die von ihm betreuten Seiten nur gegen einmalige Zahlung von 5000 Euro und Stundenhonorar wieder zugänglich machen und weiter pflegen. Das Geld sei für Initiativen gegen die Windkraftanlagen gedacht.

Die Besetzung der Webseite hat für die Stadtbibliothek auch Konsequenzen abseits des Web. Wie der Südkurier in einem weiteren Artikel berichtet, enthält die Webseite “umfangreiches organisatorisches und administratives Handwerkszeug”. In der Folge müsse die Bibliothek bis auf weiteres geschlossen werden. Ausleihfristen würden zwar verlängert, aber das Bibliotheksteam habe zur Zeit keinen Zugriff auf die eigene Webseite und offensichtlich dringend benötigtes Handwerkszeug.

Ist das noch eine Online-Demonstration? Was sagt uns das über das Ehrenamt in Bibliotheken? Unabhängig von der persönlichen Meinung zum Thema mutet es seltsam an, das ein Ehrenamtlicher eine gesamte Stadtbibliothek zur Verfolgung eigener politischer Ziele schließen kann. Und ebenso merkwürdig ist es, dass das Bibliotheksteam keinen Zugriff auf das eigene Handwerkszeug hat. Dazu fällt mir wieder eins meiner Lieblingspostings aus von Jakob Voss ein. Vor fast genau fünf Jahren schrieb er:

Ich finde es äußerst problematisch, wie sich Bibliotheken unnötig in Abhängigkeit von Firmen begeben […] und dabei ihrer eigenen Handlungsspielräume und Fähigkeiten einschränken. “Mal schnell” etwas an der Webseite oder am OPAC ändern geht nicht dann nicht mehr so einfach und/oder kostet zusätzlich Geld.

Ist das utopisch für kleine Bibliotheken?

Green Library Blog

Die grüne Bibliothek hatten wir hierzublog ja schon das eine oder andere Mal. Diesem Thema hat Gerry McKiernan erfreulicherweise nun ein ganzes Blog gewidmet: The green library blog.

The Green Library blog is devoted to documenting significant activities, events, literature, and projects that focus on ” … increasing the efficiency with which buildings use resources — energy, water, and materials — while reducing building impacts on human health and the environment during the building’s lifecycle, through better siting, design, construction, operation, maintenance, and removal” of and by libraries.

[via Web4Lib]

Doch keine stromsparenden Webseiten

Google im kleinen Schwarzen wird es vorerst nicht geben. Auf die Idee, Energie dadurch sparen zu wollen, da schwarze Webseiten Monitore weniger Strom verbrauchen lässt, antwortet Google im Googleblog:

We applaud the spirit of the idea, but our own analysis as well as that of others shows that making the Google homepage black will not reduce energy consumption. To the contrary, on flat-panel monitors (already estimated to be 75% of the market), displaying black may actually increase energy usage. Detailed results from a new study confirm this.

Warum, steht eben dort. Schade. Dafür gibt es immerhin noch ein paar Tipps, wie man beim Computern wirklich Strom sparen kann.

Google im kleinen Schwarzen

Die grüne Bibliothek kann auch auf kurios anmutenden Pfaden erreicht werden. Wir berichteten vor längerer Zeit im Nebensatz über die Möglichkeit, Strom durch dunklerere Homepages zu sparen. PC Professionell meinte im Januar:

Wäre der Hintergrund der Google-Webseite schwarz anstelle von weiß, würden jährlich 3000 Megawatt Strom gespart. Diese überraschende Rechnung präsentiert der Autor des EcoIron-Blogs seinen Lesern. Demnach ist für das Zeigen einer vollständig weißen Bildschirmseite ein Energiebedarf von 74 Watt nötig. Vollständig schwarzer Bildschirminhalt benötige dagegen bloß 59 Watt.

Nun hat sich mit Blackle eine Seite gefunden, die Google dressed in black anbietet:

Blackle saves energy because the screen is predominantly black. “Image displayed is primarily a function of the user’s color settings and desktop graphics, as well as the color and size of open application windows; a given monitor requires more power to display a white (or light) screen than a black (or dark) screen.” Roberson et al, 2002

In January 2007 a blog post titled Black Google Would Save 750 Megawatt-hours a Year proposed the theory that a black version of the Google search engine would save a fair bit of energy due to the popularity of the search engine. Since then there has been skepticism about the significance of the energy savings that can be achieved and the cost in terms of readability of black web pages.

We believe that there is value in the concept because even if the energy savings are small, they all add up. Secondly we feel that seeing Blackle every time we load our web browser reminds us that we need to keep taking small steps to save energy.

Hier geht es zum erwähnten Aufsatz von Roberson et al (PDF) und hier zum Blogposting Black Google Would Save 750 Megawatt-hours a Year.

Die grüne Bibliothek

Balsamorhiza deltoidea: Common names: Balsamroot, Northwest Balsamroot, Deltoid Balsamroot. Klimawandel, Ölkrise, Beinahe-Atom-GAUs: Auch Bibliotheken tragen ökologische Verantwortung. Zwar können sie natürlich keine maßgebliche Rolle weder in der Debatte über noch in der Umsetzung von umweltschützenden Maßnahmen spielen, aber ein kleines Scherflein können sie sicherlich beitragen. Die im folgenden aufgeführten Ansätze erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; sie sollen vielmehr eine kleine Anregung, ein Denkanstoß sein. Für fast alle Maßnahmen gilt: Tue Gutes, und spare auch noch Geld dabei.
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Energiesparen in Bibliotheken

Der Klimawandel schreitet voran, und auch die informationsverarbeitenden Betriebe und Institutionen sind Teil der Ursache. Der Energieverbrauch

In Göttingen setzte man darauf, die Bibliothek für ein paar Tage zu schließen, um Energie zu sparen. Das es auch anders geht, ist einem Artikel der Osthüringer Zeitung zu entnehmen. Dort wird von einer Stromsparaktion der Hermsdorfer Bibliothek berichtet. Ein “Energiedetektiv” der Stadtwerke Jena-Pößneck untersuchte die Bibliothek nach verborgenen Stromfressern, also zum Beispiel nach Geräten, die sich nicht komplett ausschalten lassen und im Standby-Betrieb immerzu Strom verbrauchen. Dass dies nicht die einzige Möglichkeit ist, durch unter anderem technische Maßnahmen Energie und somit auch Geld zu sparen, ist spätestens seit “Faktor 41)Faktor vier : doppelter Wohlstand – halbierter Naturverbrauch ; der neue Bericht an den Club of Rome / Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory B. Lovins und L. Hunter Lovins. – München : Droemer Knaur, 1995, dem sehr lesenswerten Buch von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory B. Lovins und L. Hunter Lovins, bekannt.

Eine sehr interessante Möglichkeit, Stromverbrauch generell zu senken, wäre übrigens, Bibliothekswebseiten und Kataloge schwarz zu färben.

References   [ + ]

1. Faktor vier : doppelter Wohlstand – halbierter Naturverbrauch ; der neue Bericht an den Club of Rome / Ernst Ulrich von Weizsäcker, Amory B. Lovins und L. Hunter Lovins. – München : Droemer Knaur, 1995