Picasa wird geschlossen

Warum man keine langfristigen Pläne auf Google-Applikationen aufbauen sollte, wurde hier im Blog schon mehr als einmal erwähnt. In der Regel kauft Google, bzw. Alphabet, eine Firma und früher oder später ist der damit verbundene Dienst tot. Als vergleichsweise langlebig hat sich die Bilderverwaltung Picasa erwiesen. Doch auch sie wird nach fast 12 Jahren nun geschlossen.

Link zur Free Software Foundation Europe

Der Nachfolger Google Fotos ist natürlich nur “in der Cloud” verfügbar. Für Google ist dieser Schritt nur logisch, denn nur so bekommt man den gewünschten Zugriff auf die Daten der Nutzer.

Auf der Suche nach der Blogsuchmaschine

Jürgen Plieninger hat anlässlich des Dahinsiechens der Google Blogsuche einen lesenswerten Artikel über den Mangel an guten Blogsuchmaschinen geschrieben. Jürgen Fenn schreibt dazu:

Ihre Abschaltung erinnert an das Ende des Google Reader im März 2013 und zeigt erneut das bekannte Muster: Google entwickelt eine Technik als Clouddienst zur Marktreife, besetzt den Markt, weil die Technik gut ist, verdrängt die Wettbewerber, die daneben kaum noch einen Ort finden, zieht sich dann plötzlich aus dem Geschehen zurück und hinterläßt eine Lücke, so daß das Jammern groß ist.

Das kann man gar nicht oft genug wiederholen! Nischendienste haben bei Google einfach keine Priorität. Ich zitiere mal kurz aus diesem Blog:

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Google eine Dienstleistung innerhalb kürzester Zeit abschaltet.

Google stellt verschiedene APIs um. Manche werden auch eingestellt und teils durch neue APIs ersetzt.

Sollte nun eine Neuauflage eines schon einmal eingestellten Dienstes mein Vertrauen erwecken, dass Google den Dienst diesmal beibehält? Nein, eher nicht. Google (und anderen, ähnlich unzuverlässigen Firmen) sollte man in kostenlosen Diensten nichts anvertrauen, was man eventuell langfristig nutzen will.

Natürlich ist dieses Phänomen nicht nur bei Google anzutreffen. Dort fällt es nur aufgrund der oft großen Verbreitung der Dienste besonders auf.

E-Books auf tatsächliche Verfügbarkeit prüfen

Wie viele andere KollegInnen auch ärgere ich mich regelmäßig über E-Books, für die die Bibliothek zwar viel Geld an die einschlägigen Verlage überweist, die aber nicht zur Verfügung stehen. Einzelne DOI-Listen habe ich zu Testzwecken von einem Linkchecker prüfen lassen, ich fand das Vorgehen aber immer etwas unpraktisch. Ein Tool speziell für diesen Zweck hat nun Kristina M. Spurgin von der University of North Carolina (Chapel Hill) in Code4Lib vorgestellt:”Getting What We Paid for: a Script to Verify Full Access to E-Resources“.

Abstract:

Libraries regularly pay for packages of e-resources containing hundreds to thousands of individual titles. Ideally, library patrons could access the full content of all titles in such packages. In reality, library staff and patrons inevitably stumble across inaccessible titles, but no library has the resources to manually verify full access to all titles, and basic URL checkers cannot check for access. This article describes the E-Resource Access Checker—a script that automates the verification of full access. With the Access Checker, library staff can identify all inaccessible titles in a package and bring these problems to content providers’ attention to ensure we get what we pay for.

Hier geht’s zum Quelltext. Leider handelt es sich dabei um ein Ruby-Skript, deren erfolgreiche Ausführung mir bisher zuverlässig misslang. Es findet sich bestimmt noch ein passender Unzeitpunkt, um das mal zu testen. 1) Achtung, dieser Satz enthält einen Zaunpfahl für eine bestimmte Person, die ich gleich noch einmal persönlich anstupsen werde. ;o)

References   [ + ]

1. Achtung, dieser Satz enthält einen Zaunpfahl für eine bestimmte Person, die ich gleich noch einmal persönlich anstupsen werde. ;o)

Editorially ist am Ende

Editorially wollte ein Werkzeug zum kollaborativen Schreiben von Texten sein. Es war m.E. ein bißchen umständlich, aber in Ansätzen gar nicht schlecht. Nun gab das Team bekannt, dass sich Editorially nicht finanzieren kann.

We’re proud of the team and tool that we built together and incredibly thankful that so many of you were willing to give it a try. And we continue to believe that evolving the way we collaborate as writers and editors is important work. But Editorially has failed to attract enough users to be sustainable, and we cannot honestly say we have reason to expect that to change.

Das wirft nun die Frage auf, ob solche komplexen Nischenanwendungen jenseits staatlicher Förderung überhaupt refinanzierbar sind, oder ob der Fall Editorially nicht generalisiert werden kann.

Twitter schaltet Posterous ab

Posterous wird zum 30. April 2013 abgeschaltet:

Posterous launched in 2008. Our mission was to make it easier to share photos and connect with your social networks. Since joining Twitter almost one year ago, we’ve been able to continue that journey, building features to help you discover and share what’s happening in the world – on an even larger scale.

On April 30th, we will turn off posterous.com and our mobile apps in order to focus 100% of our efforts on Twitter. This means that as of April 30, Posterous Spaces will no longer be available either to view or to edit.

Eigenes Hosting ist leider nicht jedem möglich und für manche Zwecke mit zu viel Aufwand verbunden. Das hier ist die Kehrseite der Bequemlichkeit.

Wozu man Shortlinks nicht benutzen sollte!

Es wurde schon wiederholt erwähnt, nun aus aktuellem Anlass 1) Der aktuelle Anlass besteht aus Links aus etwa zwei Jahre alten Tweets, deren Ziel mir nur durch weitere Recherchen zugänglich war. noch einmal ganz explizit: Wozu man Shortlinks nicht benutzen sollte!

Shortlinks sind praktisch, wenn man sie in Medien nutzt, in denen man auf jedes Zeichen angewiesen ist. Prominentestes Beispiel ist natürlich Twitter. Dort hat man 140 Zeichen. Wenn man dort auf http://www.llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.co.uk/ verweisen möchte, bleibt nicht mehr viel Platz, um die Qualität des dortigen Aufenthalts zu erläutern. Alles kein Problem, ab in den URL-Shortener.

Auch wenn man es sich nicht vorzustellen vermag: Sogar Webdienste sind vergänglich! Möchte man also in einem Blog, in einer Mailingliste, einem Forum oder in einem anderen Medium auf eine Webseite hinweisen, sollte man sich bei der Verwendung eines URL-Shorteners darüber klar sein, dass man seine Informationen auf wacklige Füße stellt.

Die Risiken sind längst bekannt, dennoch werden weiterhin Shortlinks auch an Stellen verwendet, wo sie einfach nichts zu suchen haben. Dass der längst eingestellte Dienst tr.im weiterhin von Spambots bei Twitter benutzt wird, ist irrelevant. Dass solche Dienste auch in Mailinglisten und Blogs (auch von “Information Professionals”, die es eigentlich besser wissen sollten) genutzt werden, ist äußerst nervig.

Wirklich bescheuert (und mir fällt wirklich kein schmeichelhafteres Wort dafür ein) ist jedoch die Verwendung von URL-Shortenern in Büchern und Zeitschriften. Beispiele gefällig?

Gab’s das schon einmal, dass das Literaturverzeichnis eines Buches durch den Aufkauf eines Start-Ups komplett wertlos werden kann?

Ein paar Links zu URL-Shortenern:
Techcrunch: URL Shorteners Slow Down The Web – Especially Facebook’s FB.me
Hilary Mason: A Data-driven Look at the Realtime Web
David Weiss: The Security Implications of URL Shortening Services
Alexander Neumann, Johannes Barnickel, Ulrike Meyer: Security and Privacy Implications of URL Shortening Services

Zum Datenschutz-Aspekt aus dem Paper von Neumann, Barnickel und Meyer, S. 5:

A shortening service can extract much data from the request for shortened URLs. This data includes the requested URL, time of request, requesting browser version, HTTP referrer, and the IP address of the user’s machine. The latter allows for discovering different Internet connections of a user and often also the user’s physical location using a Geo IP database.

In addition, like other web servers, many shortening services set a unique cookie in the user’s browser. The browser then transmit the cookie to the service every time a short URL is requested. While identifying users is not necessary for the shortening service to function, setting a unique cookie enables the service to track the user without much effort. When the validity period of the unique cookie is long enough, the service can over time build a history of accessed URLs and mine interesting data.

Medienkompetenz beinhaltet nicht nur die Fähigkeit, Dienste nutzen zu können. Sondern auch das Wissen darüber, wann man dieselben Dienste nicht nutzen sollte.

References   [ + ]

1. Der aktuelle Anlass besteht aus Links aus etwa zwei Jahre alten Tweets, deren Ziel mir nur durch weitere Recherchen zugänglich war.

Google stellt APIs um

Google stellt verschiedene APIs um. Manche werden auch eingestellt und teils durch neue APIs ersetzt. So wird zum Beispiel die Google GData Books API am 1. Dezember 2011 zurückgezogen und soll durch die Books API ersetzt werden. Die Google Blog Search API hat ebenso wie die Google Translate API schon am 26. Mai den Dienst eingestellt:

Important: The Google Translate API has been officially deprecated as of May 26, 2011. Due to the substantial economic burden caused by extensive abuse, the number of requests you may make per day will be limited and the API will be shut off completely on December 1, 2011. For website translations, we encourage you to use the Google Translate Element.

Weitere Informationen in der Ankündigung im Google Code Blog, Kommentarunmut inklusive.

[via Coffee|Code]

Google Video wird geschlossen

Wenn man sich auf Google verlässt, dann ist man verlassen. Google Video wird kurzerhand eingestellt. In der zugehörigen Hilfefunktion heißt es:

Uploaded video content no longer available
On April 29, 2011 videos that have been uploaded to Google Video will no longer be available for playback. We’ve added a Download button to the Video Status new window page, so you can download videos that you want to save. If you don’t want to download your videos, you don’t need to do anything. (The Download feature will be disabled after May 13, 2011.)

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Google eine Dienstleistung innerhalb kürzester Zeit abschaltet. Wer sich auf Google verlassen hat, um z.B. historische Videos zu archivieren, erfährt hoffentlich schnell genug von der Schließung und hat auch noch die Original-Files vorliegen. Das Archive-Team versucht, alle Videos zu sichern und ist dabei auf der Suche nach Unterstützung. Mehr Infos gibt’s im dortigen Wiki.

Dies ist übrigens auch ein deutlicher Hinweis darauf, warum Shortlinks nichts in Mailinglisten oder Blogpostings zu suchen haben. Einzelne Postings würden durch ein Abschalten entwertet, in Mailinglisten beträfe es teils ganze Threads.

[via Archivalia]

Twitter in Bibliotheken

Einleitungspräsentation zu einer kleinen internen Fortbildung:

Der Schwerpunkt lag auf der praktischen Nutzung, in den Folien ist natürlich längst nicht alles enthalten, was das Thema hergibt. Spannend wäre, wie alofro ganz richtig meinte, eine Untersuchung, wie die Bibliothekstwittereien aufgenommen werden. Die zahlreichen Twitter-Analyse-Tools werden sicherlich dazu führen, dass dies in den einschlägigen Blogs von Zeit zu Zeit gemacht werden wird. Noch ist es meines Erachtens dafür noch zu früh.

Einige Bibliotheken haben aber schon einen Schlussstrich gezogen und ihren Twitter-Account gelöscht. Oder nur umbenannt? Zumindest einige im LISWiki aufgeführte Accounts (z.B. @FHBibDo, in der Präsentation noch zitiert) sind zur Zeit nicht auffindbar.

Green Library Blog

Die grüne Bibliothek hatten wir hierzublog ja schon das eine oder andere Mal. Diesem Thema hat Gerry McKiernan erfreulicherweise nun ein ganzes Blog gewidmet: The green library blog.

The Green Library blog is devoted to documenting significant activities, events, literature, and projects that focus on ” … increasing the efficiency with which buildings use resources — energy, water, and materials — while reducing building impacts on human health and the environment during the building’s lifecycle, through better siting, design, construction, operation, maintenance, and removal” of and by libraries.

[via Web4Lib]