Wiki-Scanner liefert erste Ergebnisse

Vorgestern beschäftigten wir uns an dieser Stelle bereits mit dem von einem amerikanischen Studenten entwickelten Wiki-Scanner, der interessengeleitete Änderungen in der Online-Enzykloplädie Wikipedia aufdecken soll.

Die taz berichtet jetzt über erste Erfolge des Suchprogramms: u.a. sollen Beamte des australischen Verteidigungsministeriums tausende Artikel zugunsten der Regierung „überarbeitet“ haben.
Laut Heise sind außerdem Mitarbeiter des US-Wahlmaschinenherstellers Diebold, der US-Geheimdienst CIA und die Bundespolizei FBI unangenehm aufgefallen.

Seit Freitag nimmt sich der Wiki-Scanner auch die deutschsprachige Wikipedia-Version vor.

Wikipedia-Manipulateure entlarven

US-Student Virgil Griffith will mit einem sogenannten Wiki-Scanner interessengeleitete Änderungen in der Online-Enzykloplädie Wikipedia entlarven. Der Scanner soll anhand der IP-Adressen anzeigen, wer Änderungen vorgenommen hat.

Ein Interview zum Thema mit Mathias Schindler, Vorstand von Wikimedia e.V., ist auf www.dradio.de nachzuhören/lesen.

Bibliothek für gegenwartsbezogene Nahoststudien eingemottet

Das Hamburger Abendblatt berichtet heute über den Konflikt zwischen der Deutschen Orientstiftung und dem German Institute of Global and Area Studies (GIGA). Der Streit gipfelte heute im Abtransport der 37 000 Bände starken Bibliothek für gegenwartsbezogene Nahoststudien nach Berlin.

Die Stiftung hatte die Bibliothek im achten Stock sowie etwa 20 weitere Räume am Neuen Jungfernstieg 21 im Februar versiegelt und keine Miete an das GIGA gezahlt. Höhe der Rückstände laut Steinbach bis Juni: rund 47 000 Euro. Prominenter Anwalt der Deutschen Orientstiftung ist Otto Schily. Weder Studenten der Universität Hamburg noch die Mitarbeiter des Instituts für Nahoststudien konnten die Bibliothek seit dem 8. Februar 2007 betreten.

Ob die Bücher künftig wieder öffentlich zugänglich gemacht werden, ist derzeit noch unklar.
In die freiwerdenden Räume soll nach Plänen der Stadt die Zentralbibliothek der Wirtschaftswissenschaften einziehen.

"The Scholar Ship" auf Jungfernfahrt im September

Einen neue Form akademischen Lernens können ab September Studierende mit dem nötigen Kleingeld testen: Das umgebaute Kreuzfahrtschiff „The Scholar Ship“ sticht mit „800 Studenten und Professoren aus aller Welt sowie 400 Crew-Mitgliedern“ in See.

Es handelt sich um eine Hochschule auf hoher See. An Bord wird intensiv gelernt, in den eigens dafür eingebauten Hörsälen und der Bibliothek. International anerkannte Credit-Points werden den Studenten – Undergraduates sowie Postgraduates – für ihr laufendes oder ein folgendes Studium angerechnet.
Ein Konsortium aus sieben internationalen Universitäten sichert das akademische Niveau.

[Via Berlinger Morgenpost]

Vorstellung von Theseus am Freitag

Das deutsche Suchmaschinenprojekt Theseus, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, soll am 17. August auf einer Veranstaltung des eco-Verbandes in Köln erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Vollmundig verkündet der Verband, das noch junge, aber schon mit wechselvoller Vergangenheit belastete Projekt solle „der Internetwirtschaft die Flügel verleihen“, die „für den Höhenflug an die Weltspitze notwendig sind“. Bis 2010 soll Deutschland weltweit zur Nummer eins auf dem Sektor der Informations- und Kommunikationstechnologien aufgestiegen sein.

Theseus wurde nach dem Scheitern des „Quaero“-Projektes, das als europäische Antwort auf Google geplant war, von der Bundesregierung als „Leuchtturmprojekt“ vorangetrieben. (wir berichteten)

Mehr Infos bei Heise.de.

Lediglich "Minimalausstattung" in Weimar

Die Berliner Morgenpost beleuchtete am Freitag die kulturelle Situation in Weimar.
Trotz Zusicherung weiterer 2,6 Millionen Euro jährlich an die Stiftung Weimarer Klassik ist die Lage „dramatisch“.

„Wenigstens ist jetzt gewährleistet, dass wir wieder normal arbeiten können“, kommentiert der Bibliotheksdirektor Michael Knoche den warmen Gelderregen, der von nun an niedergehen soll. Er hatte in einer für die gemächliche Weimarer Gangart spektakulären Aktion seinen Posten zur Verfügung gestellt für den Fall, dass nicht mehr Finanzmittel fließen würden. „Jetzt können wir endlich dem Restaurierungsstau begegnen“, bemerkt er gedämpft optimistisch und ist schon froh, dass er endlich seinen Plan erfüllen und die acht vakanten seiner insgesamt 52 Stellen besetzen kann.

Gefangenenbücherei "Bibliothek des Jahres 2007"

Die Bücherei der JVA Münster hat sich im Wettbewerb um den mit 30 000 Euro dotierten Preis des Deutschen Bibliotheksverbandes und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius gegen die Konkurrenten Universitätsbibliothek Karlsruhe und Stadtbibliothek München durchgesetzt.

In der Pressemitteilung (via Inetbib) ist zu lesen:

Die Gefangenenbücherei der JVA Münster wurde als “Bibliothek des Jahres 2007” ausgezeichnet, weil es der Bücherei gelingt, unter ganz besonderen Bedingungen und mit spezieller Aufgabenstellung einen hervorragenden Beitrag zur Integration durch Kultur und Bildung zu leisten.

Mehr Informationen gibt es hier.

Zentralbibliothek in Flughafengebäude?

In die Diskussion um einen neuen Standort der Berliner Zentral- und Landesbibliothek (wir berichteten) wurde nun ein neuer Vorschlag eingebracht: Das Architekturbüro Reimann/Müller sieht in den Räumen des Flughafens Tempelhof eine geeignete neue Heimat für die ZLB, wenn dort Ende Oktober 2008 der Flugbetrieb eingestellt wird.

[via Welt online]