"Zisch ab, ich lese!"

Sobald man in der in der Bahn sitzt, die Nase tief im Schmöker vergraben, setzt sich normalerweise die Person mit dem größten Kommunikationsbedürfnis im Umkreis von mehreren hundert Kilometern direkt neben einen. Es käme von Herzen: „Zisch ab, ich lese!“

Das Anliegen, solch schwätzende Störer zu verjagen oder zumindest von ihren Anquatschversuchen abzuhalten, ist auf der ganzen Welt weit verbreitet. Erin Bowman, Sarah Enni und Tracey Neithercott haben nun – inspiriert von diesem Button bei Etsy – eine Reihe von Schutzumschlägen gestaltet, mit denen man seinen Mitmenschen sein Ruhebedürfnis mitteilen kann. Die Botschaften gehen von freundlich („At Hogwarts, BRB“) bis zu direkt („Go away, I’m reading“). Mit Zwischenstufen („Fiction > Reality“).

Die Schutzumschläge gibt’s unter CC-Lizenz zum Download, einfach auf die Namen der Schöpferinnen klicken! Und so funktioniert’s:

Via BibliOdyssey:

Technisch unmögliche Suchmaschinen

Twister schreibt auf Telepolis über die Tücken der ALG-II-Software. Die Datenschutz-Aspekte möge man dort nachlesen. Für das hiesige Publikum interessant ist jedoch dies:

Die technische Umsetzung von ALG II zeigte von Anfang an Tücken. Mal wurde bei kurzen Kontonummern einfach die Kontonummer mit Nullen ergänzt, die hintenangestellt wurden, mal konnten bei einer Suchabfrage nicht mehr als 100 Ergebnisse angezeigt werden. Letzteres kommentierte die BA mit der stets erheiternden Angabe, dass mehr Ergebnisse auf eine Suchanfrage keiner Software der Welt möglich wäre.

Kommt das dabei heraus, wenn die IT jedes Ansinnen der Nicht-IT mit „das ist technisch nicht möglich“ abwimmelt? Glauben die Leute das irgendwann? Kennen die Leute zum Beispie Google nicht? Oder Bibliothekskataloge? Oder haben sie dort nur noch nie über die ersten 10 Treffer hinausgeblickt und -klickt?

Wacko Search

Der Presurfer klagt:

Remember when you first started using the Internet and the thrill of finding interesting and different sites, often by accident? Search engines have taken the fun out of surfing.

Wacko Search ist eine Suchmaschine der anderen Art. Man sucht etwas und bekommt etwas völlig anderes. Ich kann auch nach 10 Versuchen keinen Zusammenhang zwischen Suchbegriff und Ergebnis erkennen. Ein interessanter Lösungsansatz für das vom Presurfer geschilderte Problem.

Innerhalb weniger Minuten erfuhr ich so von einem aus 50.000 Milchkartons erbauten Schloß, ließ mir Halbleiterphysik von Britney Spears erklären und

Andere Merkwürdigkeiten, deren Nichtverlinkung ich nicht übers Herz bringe:

Die Suchergebnisse wiederholen sich zwar recht schnell, aber dennoch gilt: Achtung, nicht verwenden, wenn man gerade überhaupt keine Zeit hat, um einfach mal auf interessant klingende Links zu klicken!

Angry Bird Hannover (oder: Buchfink vs. Bibliothek)

Angry Birds Rio ist jetzt erhältlich, heißt es überall. Angry Birds, ein harmloser Zeitvertreib? Mitnichten! Was es heißt, wenn Birds wirklich angry sind, das wird verharmlost oder einfach unter den Tisch gekehrt.

In Hannover spielt die Tierwelt verrückt. Würgeschlangen treiben sich in Sanitäranlagen herum. Und im selben Stadtteil begab es sich vor nicht allzu langer Zeit, dass ein Buchfink (wie passend!) eine Bibliothek attackiert(e). Ob er mit der stetig ansteigenden Zahl der E-Books unzufrieden ist, lässt sich in Gesprächen bisher nicht klären. Wir haben auch keinen E-Buchfink für eine ausgewogene Podiumsdiskussion auftreiben können.

Doch was passierte dort, in Hannover-Linden? Zwischen dem Hauptgebäude der Fachhochschule Hannover und der Zentralbibliothek steht ein Baum. Dort ließ er sich nieder, der besagte Buchfink. Dieser hier:

Ruhe vor dem Sturm: Schöner Finkenmann in Lauerstellung

Dieser Fink ist, wie man deutlich erkennen kann, ein besonders hübscher Kerl. Dessen ist er sich bewusst. Und wie es sich für einen finkischen Narziss gehört, duldet er seinesgleichen nicht neben sich. Doch – und dies ist die tragische Wendung dieser Geschichte – die Bibliothek, vor der er hausiert, ist voller schöner Finkenmänner!

Zumindest denkt dies der Fink. Mens sana in corpore sano? Ein schöner Fink, ein klarer Verstand? Leider nicht. Denn sein Spiegelbild, sein ach so schönes Spiegelbild, es versetzt den feinen Finken in Raserei! Fliegt er am Fenster vorbei und entdeckt dabei sein prächtiges Spiegelbild, hält er es offensichtlich für einen Kontrahenten, für einen Eindringling in sein Revier. Und was macht er dann, der tumbe Schönling? Er greift an!

Angry Bird in Aktion
Attacke!

Dagegen hilft nur Stein, Schere, Papier:

Täuschungsmanöver zwecks Abwehr narzisstischer Macho-Finken

Die Raubvogelattrappe zeigte nur kurzfristig Wirkung. Auch sie wurde schon attackiert. Ob die todesmutigen Rasereien des Buchfinks die Finkendamenwelt hinreichend beeindruckt haben, konnte bislang nicht herausgefunden haben.

Esoterische Prüfungstäuschung

Hadmut Danisch überlegt, ob es als Täuschungsversuch zu gelten hat, wenn man die Hilfe eines Geistheilers zwecks Absolvierung einer Prüfung in Anspruch nimmt.

Objektiv betrachtet ist es ja kein Betrugsversuch, weil derjenige ja nicht daran vorbeikommt, die Prüfungsleistung selbst zu erbringen. Wenn es dazu führt, daß der Geheilte beim Sex oder in Prüfungen besser ist, weil er auf Geister vertraut und damit auch mehr (falsches) Selbstvertrauen hat, ist das objektiv kein Schwindel.

Objektiv zweifeln könnte allerdings der Prüfer an der Befähigung zum selbständigen wissenschaftlichen Arbeiten, wenn jemand zum Geistheiler geht. Ist das aber ein hinreichender – oder gar zwingender? – Grund, jemanden die Promotion abzuerkennen?

Sobald man die psycho-kinetische Energie nachweisen kann, muss man mit Sicherheit eingreifen.

Versteckte Botschaften in Samsungs Galaxy Tablet und in der ZDB

Der unter anderem im Samsung Galaxy Tablet verwendete Chip Infineon PMB 5703 enthält sogenannte Silicon Art. Auf Chipworks.com werden solcherlei Miniaturen gewürdigt und gesammelt:

But, impressive specifications aside, what caught our collective eye was the imaginatively cool silicon art we found when examining the die markings. The playful designs were deemed worthy enough to make it into our Silicon Art Gallery and contradict the typical no-nonsense typecast attributed to German circuit designers.

Mindestens eine versteckte Botschaften enthält unter anderem auch der ZDB-OPAC, wie Julia letztens in einem Netbib-Kommentar feststellte. Dieses Osterei fällt ins Auge, wenn man erst nach Windows, dann nach Linux sucht.