Trend Nr. 1 für 2010: Mobile Bibliotheksanwendungen

Mobile Anwendungen für Bibliotheken werden vermutlich das heißeste Thema dieses Jahres. Beispiel gefällig?

RedLaser is an iPhone app ($1.99) that allows the user to scan barcoded items and compare product prices using the Google Product Search.

Now, the WorldCat.org Blog reports that you can scan barcoded books and get back location information (who holds the book) using the WorldCat database.

Und brandheiß flatterte via Netbib dieses wirklich beeindruckende kleine Filmchen herein:

Ich schließe mich der Frage an:

Wo sind denn die deutschen Angebote?

Warum Semantik (für Bibliotheken)?

In den Folien fragt Stefan Gradmann, ob dieses Thema auf einer Fachtagung für innovative Bibliothekare nicht obsolet sei und beantwortet dies mit nein. Die Präsentation breitet ein paar Argumente aus, warum sich auch Bibliotheken mit dem Semantic Web auseinander setzen müssen.

Die Aufzählung kann natürlich nicht komplett sein, aber ein Grund fehlte mir dann doch. Und zwar ist der Grund, dass zumindest für öffentlich finanzierte Bibliotheken der Nutzer (und meist gleich Finanzierer in Personalunion) ein Recht darauf hat, die von Bibliotheken in seinem Auftrag und mit seinen Mitteln erstellten Informationen in bester Form zugänglich zu machen. Und die seit ca. 10 Jahren in ihren Grundfunktionen nicht weiterentwickelten OPACs sind mit Sicherheit nicht die „beste Form“. Ein freier Zugriff auf maschinen- und menschenlesbare bibliothekarische Daten ist eigentlich schon lange eine Pflichtaufgabe für Bibliotheken.

OA-Statistik: Vortrag und Umfrage

Daniel Metje hat heute die Folien zu seinem Vortrag über OA-Statistik bei den OA-Vernetzungstagen in Stuttgart bei Slideshare eingestellt.

OA-Statistik ist mein Lieblingsprojekt im gesamten Feld der OA-Infrastruktur. Die OA-Statistiker – besonders Daniel Metje – wissen das sehr genau, da ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit drängele, doch so bald wie möglich in den (Beta-)Betrieb überzugehen. Und zwar aus dem ganz einfachen Grund, dass Zugriffsstatistiken (abgesehen von einer radikalen Vereinfachung des Dokumentenuploads) das mit Abstand am häufigsten nachgefragte Feature bei den OA-Autoren in meinem Umfeld ist. Umso schöner, dass Ergebnisse in Sicht sind. Der Abschlussworkshop des Projekts ist für den 21. Januar 2010 angekündigt.

Passend dazu hat Björn Mittelsdorf übrigens heute in INETBIB auf eine Umfrage zu „Zusatzfunktionen in digitalen Repositorien“ hingewiesen. Irritiert haben mich dabei Fragen wie z.B. „Wie schätzen Sie den Nutzen von Hinweisen auf die Qualität eines Dokuments ein?“
Wie soll das funktionieren? Die Qualität einer Publikation für den Leser kann nur der Leser beantworten. An Zitationsanalyse etc. ist dabei anscheinend nicht gedacht, danach wird gesondert gefragt.

Flickr und Open Library verlinken

Adrian Pohl beschreibt in seinem Blog Übertext, wie man Katalogisate in der Open Library mit Bildern in Flickr verknüpfen kann. Konkret wurde ein „machine tag“ auf Flickr angelegt, der dieses Bild mit diesem Katalogisat verbindet. Einstweilen nur in eine Richtung. Aber:

Ist es nicht schön, was man alles Tolles machen kann, wenn man nur eindeutige IDs und darauf aufbauende stabile URLs hat…

Sag ich doch.

Permalinks für Katalogisate

In der Mailingliste NGC4LIB wird gerade eifrig darüber gestritten, in welcher Form Kataloge im Netz präsent sein sollten. Ausgangspunkt war eine Diskussion über das Semantic Web, aber schnell ist die Debatte zum Kernpunkt gekommen: Bislang sind Bibliotheken nicht einmal im „normalen“ Web angekommen.

Tim Spalding fasst das Problem folgendermaßen zusammen:

1. Vendors don’t make linkable systems, mostly because libraries don’t
force them to.
2. OCLC maintains that libraries should stay off the web, and rely on
WorldCat to serve as their front-end to the world.

The result:

1. Libraries are almost NEVER in search results.
2. WorldCat is seldom visited. For example, WorldCat has HALF the
traffic of LibraryThing. It even has less traffic than Dogster.com,
the social network for people who REALLY love their dogs.

Spalding ist uneingeschränkt zuzustimmen. Man bedenke: OPAC steht für Online Public Access Catalogue. Der Gedanke war also ursprünglich, den Katalog online für den öffentlichen Zugang zur Verfügung zu stellen. Der Katalog an sich ist auch öffentlich zugänglich. Nun ist es an der Zeit, auch die Katalogisate öffentlich zugänglich zu machen. Was brauchen wir dazu? Suchmaschinentaugliche Permalinks auf Katalogisate.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die VZG getan, als sie kürzlich sogenannte Zitierlinks in den GVK einbanden.

Beispiel: http://gso.gbv.de/xslt/DB=2.1/PPNSET?PPN=595545807

Dabei gibt es jedoch (abgesehen von der Benennung der Funktion, hinter der ich eigentlich eher die bibliographischen Daten in maschinenlesbarer Form vermutet hätte) zwei Probleme.

  1. PPNs sind nicht dauerhaft, sie können sich ändern oder gelöscht werden. Dann ändert sich auch der Zitierlink, was ihn insgesamt untauglich macht. Denn: Cool URIs don’t change. Vielleicht wäre es sinnvoll, eine übergreifende ID wie die Erstkatalogisierungs-ID (EKI) für diesen Zweck einzusetzen.
  2. Der Link entspricht nicht dem, was man sieht, wenn man aus einer Recherche dorthin gelangt. Das heißt, man muss den Zitier-Link extra anklicken. Dies problematisch z.B. beim Einsatz von Bookmarkingplugins. Ist die Session beendet, ist zum Beispiel dieser Link hier nicht mehr gültig.

Ändern könnte man dies, indem man das Vorgehen der OpenLibrary übernimmt. Sucht man dort nach „The Mahabharata“ von Jean-Claude Carrière, findet man unter anderem folgenden Titel:

http://openlibrary.org/b/OL9587696M/The_Mahabharata

Dieser Link besteht aus dem Basis-Link für die OpenLibrary + alphanumerische ID + Titelstichwort. Der Titel ist für die Funktion des Links irrelevant. Ruft man die selbe ID mit einem anderen Titel auf, kommt man trotzdem zum gewünschten Titel:
http://openlibrary.org/b/OL9587696M/Harry_Potter_and_the_catalogue_of_death

Bestimmt sind auch andere technische Umsetzungen denkbar. Wichtig ist nur, dass durch dieses nur scheinbar unwichtige Detail unsere Kataloge endlich im Web ankommen. Überlegungen zur Umsetzung bestehen, jetzt kommt es darauf an, sie so schnell wie möglich umzusetzen.

Sandra Golda: Einsatz von Flickr in Bibliotheken

Bachelorarbeit von Sandra Golda zum Thema „Einsatz von Flickr in Bibliotheken“. Abstract:

Social Software ist aus dem Alltag von Internetnutzern nicht mehr wegzudenken und hat mittlerweile auch in Bibliotheken Einzug gehalten. Die folgende Arbeit stellt die Fotocommunity Flickr vor und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten in Bibliotheken auf. Anhand von praktischen Beispielen werden Anwendungen erkannt und analysiert, gleichzeitig anschaulich demonstriert. Außerdem werden potentielle Einsätze in Informationseinrichtungen von Flickrs Funktionsvielfalt abgeleitet. Dabei thematisiert die Arbeit Flickr unter anderem als Bilddatenbank, als Instrument für die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und stellt digitale Bildersammlungen vor. Die Arbeit verdeutlicht damit, wie durch den Einsatz von Social Software Prozesse im Bibliotheksumfeld bereichert werden können.

Zum Volltext.

Twitter in Bibliotheken

Einleitungspräsentation zu einer kleinen internen Fortbildung:

Der Schwerpunkt lag auf der praktischen Nutzung, in den Folien ist natürlich längst nicht alles enthalten, was das Thema hergibt. Spannend wäre, wie alofro ganz richtig meinte, eine Untersuchung, wie die Bibliothekstwittereien aufgenommen werden. Die zahlreichen Twitter-Analyse-Tools werden sicherlich dazu führen, dass dies in den einschlägigen Blogs von Zeit zu Zeit gemacht werden wird. Noch ist es meines Erachtens dafür noch zu früh.

Einige Bibliotheken haben aber schon einen Schlussstrich gezogen und ihren Twitter-Account gelöscht. Oder nur umbenannt? Zumindest einige im LISWiki aufgeführte Accounts (z.B. @FHBibDo, in der Präsentation noch zitiert) sind zur Zeit nicht auffindbar.