Delicious.com soll geschlossen werden

Techcrunch berichtet, dass Yahoo den beliebten Social-Bookmarking-Dienst Delicious.com schließen wird. Ein Verkauf oder die Veröffentlichung des Quelltextes scheint für Yahoo bislang keine Alternative zu sein. Wahrscheinlich wird die Delicious-Startseite daher bald ähnlich aussehen wie Geocities. Auch dies ein florierendes Projekt, dass von Yahoo gekauft, vergessen und schließlich geschlossen wurde.

Da zahlreiche Bibliotheken und Bibliothekswesen Delicious einsetzen, wird nun die Suche nach Alternativen beginnen. Einfach wird das nicht. Delicious hat verschiedene Features, die die Nutzung in verschiedenen Kontexten sehr komfortabel machen. Zum Beispiel für eine Materialsammlung zum Heidelberger Appell, die Quicklinks des FZ Jülich oder die virtuellen Bibliotheken der Bibliothek der FH Hannover.

Kurze, hoffentlich nützliche Linksammlung:

Ach ja: Es ist sicherlich empfehlenswert, die bestehende Delicious-Sammlung zu exportieren.

Welche Lektion kann man daraus ziehen? Ist die Cloud tot, bevor sie sich überhaupt richtig durchgesetzt hat? Für Bibliotheken sollte auf jeden Fall klar sein, dass man keinen Dienst einsetzen sollte, der keinen kompletten Datenexport erlaubt. Die in Delicious gespeicherten Bookmarks lassen sich sichern. Das persönliche Netzwerk ist dennoch weg, die Einbindung des Dienstes in Webseiten muss auch ersetzt werden. Idealerweise sollte daher auch stets eine Open-Source-Alternative bereit stehen, um den Dienst zur Not selbst anbieten zu können.

Eine weitere Lektion ist, dass man sich speziell auf Yahoo nicht verlassen sollte. Der Fall Geocities hätte eigentlich Warnung genug sein müssen. Nun Delicious, morgen vielleicht Yahoo Pipes oder Flickr?

Best Archives on the Web Awards 2010

Archives Next benennt die Gewinner der Best Archives on the Web Awards in den Kategorien Best re-purposing of descriptive data (Gewinner: The Smithsonian Institution, Collections Search Center und City of Burnaby Archives, Charting Change: An Interactive Atlas of Burnaby’s Heritage), Best use of crowdsourcing for description (Gewinner: Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid, Waisda?; Honorable Mention: PhotosNormandie on Flickr), und Most innovative archives on the Web (Gewinner: The Briscoe Center for American History at the University of Texas at Austin, Rich Media: Conservation History Association of Texas, Texas Legacy Project Records; Honorable Mention: HerStory 360, The HerStory Scrapbook).

Die Gewinner sollen auf Archives Next in den nächsten Tagen näher vorgestellt werden.

Social Media Newsrooms (oder Lounges) für Bibliotheken

Laut Eric Kubitz sind Social Media Newsroom spätestens seit August 2009 in Deutschland angekommen. Ein Social Media Newsroom (etwas charmanter: Social Media Lounge) ist eine Webseite, auf der verschiedene Social-Media-Aktivitäten einer Person oder einer Institution aggregiert sind. Also so etwas wie ein offener Presse-Bereich. Die typischen Merkmale sind nach Wikipedia:

* Es gibt keine „Anmeldung nur für Journalisten“,
* es gibt keine Sperrfristen,
* die Informationen sind allen Multiplikatoren gleichzeitig und in vollem Umfang zugänglich,
* die Ansprechpartner (PR-Verantwortliche, aber auch Unternehmensführung) sind unkompliziert erreichbar, sei es per E-Mail, Twitter, Facebook, Telefon oder Skype.

Der Social Media Newsroom ist das „Zugangstor“ zur interaktiven und kollaborativen Medienwelt mit Weblogs, Twitter, Facebook, LinkedIn, XING, Audio-Podcasts, Flickr, Youtube, Slideshare, Scribd etc.

Besonders spannend an diesen Social Media Lounges finde ich die mögliche Innenwirkung. Für die Bibliothek der FH Hannover habe ich so etwas vor einiger Zeit mit Netvibes eingerichtet. Hieß zwar nicht Social Media Lounge, bot aber einige der oben erwähnten Funktionalitäten. Und ermöglicht seitdem auch Twitterverweigerern und Delicious-Abstinenzlern, über die Aktivitäten der Bibliothek in diesen Kanälen einigermaßen auf dem Laufenden zu bleiben.

Was ist drin?

Unterteilt ist die Lounge in momentan drei Abschnitte.

  1. “Die Bibliothek im Web”
  2. Hier findet man:

  3. “Neuerwerbungen”
  4. ist der nächste Reiter betitelt. Eben jene findet man dort auch, generiert aus den RSS-Feeds der verschiedenen Bestände und des Dokumentenservers.

  5. “Andere über die Fachhochschule Hannover”
  6. Hier sind RSS-Feeds aus verschiedenen Suchanfragen bei Google News, Google Blogsearch, Flickr (recht umständlich über eine Yahoo Pipe gelöst, die man dann aber fluffig als Netvibes-Widget einbinden kann) und Twitter versammelt.

Wenn man ein Vorbild hat, geht das einigermaßen schnell. Zumindest, wenn man nach dem Prinzip “Hauptsache funktinoniert” vorgeht. Ziemlich viel Zeit kann bei der Suche nach einem Widget vergehen, dass der Idealvorstellung entspricht.

Man kann das sicherlich professioneller angehen. Netvibes ist sehr langsam im Seitenaufbau. Dazu kommt, dass sehr viele Bibliothekswesen nicht davon begeistert sind, sobald Inhalte nicht ausschließlich auf der institutseigenen Webseite zu finden sind.

Andere Beispiele für Social Media Newsrooms

Für WordPress gibt es übrigens mindestens ein SMN-Theme. Vermutlich noch viele mehr, auch für andere CMS. Es gibt folglich elegantere Umsetzungen als die Netvibes-Lösung, jedoch kaum eine einfachere und in der Erstellung schnellere. Wer nicht monatelang auf ein OK der EDV-Abteilung warten möchte, kann sich seine Social-Media-Lounge in wenigen Schritten selbst zusammenklicken.

Die hübscheste Social-Media-Lounge hat übrigens der Eichborn-Verlag.

Flickr und Open Library verlinken

Adrian Pohl beschreibt in seinem Blog Übertext, wie man Katalogisate in der Open Library mit Bildern in Flickr verknüpfen kann. Konkret wurde ein “machine tag” auf Flickr angelegt, der dieses Bild mit diesem Katalogisat verbindet. Einstweilen nur in eine Richtung. Aber:

Ist es nicht schön, was man alles Tolles machen kann, wenn man nur eindeutige IDs und darauf aufbauende stabile URLs hat…

Sag ich doch.

Sandra Golda: Einsatz von Flickr in Bibliotheken

Bachelorarbeit von Sandra Golda zum Thema “Einsatz von Flickr in Bibliotheken”. Abstract:

Social Software ist aus dem Alltag von Internetnutzern nicht mehr wegzudenken und hat mittlerweile auch in Bibliotheken Einzug gehalten. Die folgende Arbeit stellt die Fotocommunity Flickr vor und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten in Bibliotheken auf. Anhand von praktischen Beispielen werden Anwendungen erkannt und analysiert, gleichzeitig anschaulich demonstriert. Außerdem werden potentielle Einsätze in Informationseinrichtungen von Flickrs Funktionsvielfalt abgeleitet. Dabei thematisiert die Arbeit Flickr unter anderem als Bilddatenbank, als Instrument für die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und stellt digitale Bildersammlungen vor. Die Arbeit verdeutlicht damit, wie durch den Einsatz von Social Software Prozesse im Bibliotheksumfeld bereichert werden können.

Zum Volltext.

Flickr und Delicious in der Bibliothek der FH Hannover

Die Bibliothek der FH Hannover nutzt jetzt Delicious und Flickr.

Delicious wird für die “Virtuelle Teilbibliothek” eingesetzt. Als Beispiel sei hier die Virtuelle Teilbibliothek Maschinenbau genannt. Siehe auch hier.

Und hier geht’s zum Delicious-Account der Bibliothek.

Flickr kommt momentan zum Einsatz für Bilder aus dem Nachlass Wilhelm Meier. Dort gibt es eine Diashow mit hübschen Bilder vom Bau des jetzigen Fachhochschulgebäudes 1958. Siehe auch hier.

Hier geht’s zum Flickr-Account der Bibliothek.

Neubau 041

Das ist übrigens mein Lieblingsbild aus der Sammlung.

Bei Interesse würde ich die einzelnen Schritte und Überlegungen beim Einsatz der Dienste genauer darlegen. Falls Interesse besteht, bitte einfach im Kommentarfeld melden.

Freie Bilder der Library of Congress

Dame mit Buch und Herrenbegleitung

Gute Nachrichten aus Washington: Nebenan bei Netbib macht Lambert Heller auf eine wirklich tolle Photosammlung der LOC aufmerksam, die bei Flickr mit dem Hinweis veröffentlich wurden, es seien Keine Urheberrechtsbeschränkungen bekannt. Mit anderen Worten, die Bilder sind frei.
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Out now: Traveling Carnival – Better Than Tedious Disease

Im Spreeblick wurde ein netter kleiner Zeitvertreib vorgeschlagen. Ich erlaube mir mal ein größeres Zitat:

Die Regeln:
Der Name deiner Band wird der Titel des ersten Artikels nach Klick auf diesen Link:
http://en.wikipedia.org/wiki/Special:Random

Dein Album wird nach den letzten vier Worten des letzten Zitats dieser Seite benannt:
http://www.quotationspage.com/random.php3

Das dritte Bild auf dieser Seite wird dein Album-Cover:
http://www.flickr.com/explore/interesting/7days

Statt Flick kann man auch die Wikimedia Commons nehmen, da die Flickr-Bilder zu einem großen Teil nicht frei lizensiert sind. Mein erster Versuch ist in den Spreeblick-Kommentaren zu finden, mein zweiter ergab das hier:

Bandname: Traveling Carnival
Albumtitel: What some call health, if purchased by perpetual anxiety about diet, isn’t much better than tedious disease. von George Dennison Prentice
Cover: Simple Hero’s engine model

Ergebnis:

Traveling Carnival - Better than tedious disease

Eine nette Spielerei, die zeigt, was mit freien Informationen alles möglich ist. Remix!

Nachtrag: Es gibt eine Flickr-Gruppe, die schon über 400 so entstandener “Alben” sammelt.

Learning 2.0 in der Charlotte & Mecklenburg County Public Library

Ein interessantes (und unter Creative Commons lizensiertes) Programm mit dem Titel Learning 2.0 hat die Charlotte & Mecklenburg County Public Library entwickelt. Besonders spannend ist die Art und Weise, wie es innerhalb der Bibliothek entwickelt wurde:
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