Bibliothek in Oxford lässt historische Noten per Crowd Sourcing katalogisieren

Die Bodleian Library in Oxford hofft auf die Mithilfe der Briten. Wie die “New York Times” berichtet, will die britische Bibliothek ihren Bestand an viktorianischer Musik von interessierten Bürgern katalogisieren lassen. In einer Mitteilung heißt es, man müsse dazu keine Noten lesen oder ein Instrument spielen können. Vielmehr gehe es darum, in etwa zehn Minuten zu beschreiben, was auf dem jeweiligen Notenblatt zu sehen sei.

Erfahrung mit sogenanntem “Croud Sourcing” [sic!] haben auch schon andere Bibliotheken: So ließ die Bibliothek des Londoner University Colleges Schriften des Sozialreformers Jeremy Bentham von Internetnutzern erfassen. Die New York Public Library setzte ihre Nutzer auf eine Sammlung mit 40.000 historischen Menükarten an.

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Hier geht’s zum Projekt.

International Music Score Library Project wieder online

Noten von ca. 15.000 Werken, deren urheber seit mindestens 50 Jahren tot sind, will das International Music Score Library Project ab morgen (1. Juli) verfügbar machen. Das Angebot ruhte seit Oktober, da der Schottverlag die Durchsetzung österreichischer Urheberrechtsfristen (70 Jahre nach Tod des Urhebers) auch für das kanadische Angebot durchsetzen wollte.

Er sehe keinen Grund, warum das österreichische Recht auch in Kanada greifen solle, schreibt der IMSLP-Betreiber auf seiner Website.

Völlig richtig, zumal nach der Argumentation des Verlags vermutlich eine Briefkastenfiliale in Honduras ausreichen würde, um die Schutzfrist um fünf weitere Jahre aufzustocken. Für an solchen Praktiken interessierte Verlage gibt es eine schöne Übersicht von Schutzfristen in verschiedenen Ländern. Vielleicht lohnt es sich für den einen oder anderen Konzern sogar, sich in einem kleineren Land eine verlängerte Schutzfrist zu kaufen, um auf Kosten der Allgemeinheit noch ein wenig Profit aus den Schöpfungen längst Verstorbener zu generieren.

An dieser Stelle sei noch einmal an das schon aus Usenet-Zeiten bekannte Werner Icking Music Archive erinnert, das ebenso reichhaltige wie gute Noten aus verschiedenen Epochen bereithält. Der Betreuer des Angebots, Christian Mondrup, hat wohlweislich eine kleine Linkliste zu urheberrechtlichen Fragen zusammengestellt.

[via Heise]

Bibliothek der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung

Die Bibliothek der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung ist für viele Bürger ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei wirkt die Einrichtung deutschlandweit: So erstellt der Verband deutscher Musikschulen auf Grundlage ihres Notenbestands seine Lehrpläne, auch für den Bundeswettbewerb “Jugend musiziert” liefert die Bibliothek das Notenmaterial.

Im Internetportal der Schwäbischen Zeitung kann man die ausführliche Vorstellung der Bibliothek der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung nachlesen und sich darüber informieren, welche Schätze die Bibliothek noch verbirgt.