Parallaxte Austragungsorte der Olympischen Spiele

Es ist mir wirklich schleierhaft, warum Freebase Parallax nicht allerorten gefeiert wird. Auf Knol haben sich alle gestürzt, als wäre es die größte Innovation seit der Erfindung des Buchdrucks, und hier interessiert sich fast niemand? Liegt’s daran, dass es nicht Google drüber steht?

Man schaue sich nur mal diese Karte an! Drei Minuten herumklicken, und schon kann hat man eine Liste der Olympiaaustragungsorte, deren Standortmarkierungen die Anzahl der Teilnehmer visualisieren. Auch hier möchte ich zum Anklicker der Kreise ermutigen.

Gibt es sowas schon seit Jahren, und ich habe nichts davon mitbekommen? Sicher, Parallax ist noch beta, es sind noch zu wenig Daten vorhanden, die Server sind offensichtlich auch ziemlich überlastet. Dennoch: ein unglaubliches Angebot! Also, nichts wie hin, ausprobieren und begeistert darüber berichten!

Freebase Parallax

Wow! ReadWriteWeb macht auf FreeBase Parallax aufmerksam. Dies nur eine neue Oberfläche für Freebase zu nennen, ist eine glatte Untertreibung!


Freebase Parallax: A new way to browse and explore data from David Huynh on Vimeo.

Unbedingt ansehen! Mit Parallax ist es mit ein paar Klicks möglich, die verschiedensten Dinge herauszufinden und zu visualisieren. Wer eine Zeitleiste von Ballett-Komponisten braucht:

Zeitaufwand: ca. 3 Minuten. Die Einfärbung nach Wirkstätten gibt’s flott dazu. Und ich möchte ausdrücklich dazu auffordern, auf den Namen eines Komponisten zu klicken. Beeindruckend. Ich bin geneigt zu sagen: das Beeindruckendste, was ich seit langem im Netz gesehen habe! Die Maps funktionierten gerade nicht, sonst hätte ich hier eine Karte mit allen akademischen Bibliotheken der USA eingeblendet, die brutalistisch gebaut wurden.

Wo muss ich unterschreiben, um Freebase auf Deutsch zu bekommen? ;o)

Semantic Hacker

Jakob macht noch einmal auf den Theseus-Wettbewerb aufmerksam, bei dem es 10.000 Euro zu gewinnen gibt, wenn ich das richtig sehe. Etwas mehr gibt es beim Semantic Hacker. Die dort präsentierte API läd übrigens zum Spielen ein:

SemanticHacker.com is home of the TextWise SemanticHacker API and we’re bold enough to call it the world’s first open API for semantic discovery.

Semantic discovery is a way to find information without knowing explicitly what you’re looking for BUT „you know it when you see it.“ Semantic discovery does not punish you for using the wrong keywords.

We built the API for clients and users to actively engage with our core technology – Semantic Signatures®. See our Semantic Signatures® in action on the right.

Bei einem Test mit dem ersten Absatz aus LibWorld – Italy gab es schon ganz brauchbare Resultate. Als passende Wikipedia-Links wurden angeboten:

1.) Librarians in popular culture
2.) List of librarians
3.) Association of UK Media Librarians
4.) Michael Gorman (librarian)
5.) Jessamyn West (librarian)
6.) Librarian
7.) Kathleen de la Peña McCook
8.) Eric Moon
9.) Samuel Swett Green
10.) One-person (or solo) librarianship

Keine schlechte Quote.

Yovisto – Überblick und Kritik

Yovisto - Logo

Yovisto (bzw. der Vorgänger Osotis) wurde hier des öfteren erwähnt. Es ist also an der Zeit, eine ausführlichere Detailkritik zu üben.

Zuerst einmal: Was ist Yovisto? Es ist eine Suchmaschine für Videos aus dem Bereich Forschung und Lehre. Die Suche innerhalb von Videos wird möglich, da einzelne Szenen getagged und direkt verlinkt werden können. So kann ich einmal Johnny Häuslers Vortrag auf der Cebit als Ganzes verlinken, wie man es z.B. auch von Youtube & Co kennt, aber auch direkt auf den Ausschnitt verweisen, in dem er über Hype und Realität im Zusammenhang mit Blogs spricht.

Dies ist als nützliches kleines Gimmick zu betrachten. Die wirkliche Stärke von Yovisto liegt in der Synchronisierung von Vortragsfolien und dem dazugehörigen Vortrag. Das sieht dann beispielsweise so aus: Harald Sack über Webtechnologien. Die Aufzeichnung muss leider mit speziellem Gerät vorgenommen werden, eine nachträgliche Synchronisation von vorhandenem Videomaterial mit ebenso vorhandenen Folien ist (noch?) nicht vorgesehen. Innerhalb der Aufzeichnung kann man verschiedene Kapitel anspringen. Sowohl Folie als auch Video springen dann an die passende Stelle und werden weiterhin synchron abgespielt. Dies ist eine nicht zu unterschätzende Funktion. Wer eine Vorlesung rekapitulieren möchte, will meist nicht erst stundenlang herumspulen, bis er an der richtigen Stelle angelangt ist. Gerade durch die Möglichkeit, gezielt bestimmte Stellen einer Aufzeichnung aufzurufen, wird sie überhaupt erst nutzbar.

Kleine Anmerkung am Rande: Wenn man ein bißchen in den Videos stöbert, bekommt man übrigens auch einen interessanten Einblick in die akademische Welt. Zum Beispiel zum Thema Frauen in Ingenieursberufen, wenn man sich die Begrüßung der Studierenden in der Vorlesung „Integrierte Netze“ von Klaus Jobmann.

Soviel zu den Features. Kommen wir zur Kritik.

Auch wenn es nirgendwo zu lesen ist, würde ich Yovisto noch als in der Beta-Phase befindlich bezeichnen. Ein paar Kinderkrankheiten machen sich noch hier und da bemerkbar. Zuerst einmal sind überlange Tags möglich, die auch in der Tag-Cloud als solche angezeigt werden. Nicht unbedingt schön, wenn ein Spaßvogel eine Szene mit nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnn tagged, und dies layoutzerreißend dargestellt wird. Außerdem ist nicht wirklich klar, was sich hinter „New Tags“ verbirgt. Gerade eben fand sich dort zweimal das gleiche Tag („Sortieren“), hinter denen sich diese beiden Links verbargen. Anscheinend sind also neue Verwendungen von schon vorhandenen Tags mit einbegriffen. Ich hätte auch erwartet, dass ich eine Liste aller Szenen bekomme, die mit diesem Tag ausgezeichnet sind, wenn ich darauf eines klicke.

Die Suchfunktion bedarf ebenfalls einer Überarbeitung. Sucht man nach Husserl, werden keine Ergebnisse erzielt. Es gibt jedoch einen Link auf zwei metadata hit(s). Klickt man darauf, erhält man dann einen einzigen Treffer. Das sind Ungereimtheiten, die beseitigt werden sollten. Die Bilder zum Vergrößern bitte Anklicken.

Yovisto - Blaue Schrift, nicht anklickbar. Beispiel Husserl

Eine ärgerliche Kleinigkeit ist auch, dass die Titel der Videos in der Anzeige der Suchergebnisse zwar wie die Links auf der Seite in blau, aber nicht anklickbar sind.

Yovisto - Darstellung der Suchergebnisse

Yovisto - Schwitzender Server
Noch ein Manko ist die Geschwindigkeit. Guckt man sich die recent user actions an, so war ich allein auf weiter Flur. Dennoch dauerte es teilweise mehrere Minuten, bis ein Video geladen war. Das liegt bestimmt auch daran, dass die Videos komplett geladen werden, bevor sie angezeigt werden. Aber auch das müsste schneller gehen, wenn der Server eindeutig nicht unter Last steht. Wie schnell Yovisto bei einer Heise-Meldung zusammenbrechen würde, kann man sich ausmalen. Der HTTP-500-Error, der etwa bei jedem 10. Klick auftritt, ist hoffentlich auch kein Dauerzustand.

Auch wenn es so aussehen könnte: Dies ist eindeutig kein Verriß. Ich halte Yovisto für eines der innovativsten Projekte der deutsche Forschungslandschaft in diesem Gebiet. Und auch der Ansatz, Lernmaterialen online zu erschließen und einer breiten Öffentlichkeit verfügbar zu machen, kann gar nicht oft genug gelobt werden. In diesem Sinne noch einmal vielen Dank an Grit Matthias, die mir am Yovisto-Stand auf der Cebit die Neuerungen gegenüber Osotis geduldig erläutert hat, und viel Erfolg bei der Weiterentwicklung!

Cebit 2008: Bookeye WalkUp Scan Station, Groupme & Yovisto

Logo Cebit 2008

Anfang des Jahres in Hannover: die Cebit öffnet ihre Pforten und lockt mit allerlei Interessantem. Besonders bemerkenswert erschienen mir dieses Jahr ein paar Produkte und Projekte, die ich hier kurz vorstellen möchte.

Zuerst ist die Bookeye 2 WalkUp Scan Station zu nennen. Dabei handelt es sich um einen Scanner für Bibliotheksbenutzer. Die Bedienung erfolgt mittels Touchscreen und einer abgespeckten und anpassbaren Version der Scansoftware BCS2. Wirklich sehr einfach zu bedienen, und es ist auch definitiv ein Konzept, dass überzeugen kann. Besonders die drei Einsatzmöglichkeiten, sich Scans einerseits per Email zuschicken lassen zu können, auf einen USB-Stick zu ziehen oder aber mittels angeschlossenem Drucker einen Kopierer zu ersetzen, machen das Gerät für etwas größere Bibliotheken interessant. Für kleinere Bibliotheken wird sich das vermutlich nicht lohnen, weil die nicht geringen Investitionskosten nur mit einer hohen Auslastung zu rechtfertigen sind.

Dann wäre noch Groupme zu nennen, ein Projekt der GWLB Hannover des Instituts für verteilte Systeme, Fachgebiet wissensbasierte Systeme (siehe Kommentar). In der Selbstbeschreibung heißt es:

GroupMe! extends the idea of social tagging systems like del.icio.us, Flickr or BibSonomy by introducing the group dimension. The foundation of social tagging systems are so-called folksonomies, which describe how users (folks) tag resources (e.g. photos, videos, publications, etc.). In technical terms a folksonomy is just a collection of tag assignments:
(User, Tag, Resource) = User has tagged Resource with Tag at a particular time.

Over time it is likely that semantics emerge, e.g. tags that are often assigned to same resources may be synonyms. Hence, folksonomies are promising to improve (web) search, etc. With GroupMe!’s approach of taggable groups we extend tag assignments with a group dimension.

Ein Konzept, das bisher allerdings nur für kleinere Datenmengen taugt. Aber da sich das Projekt noch in der Entwicklung befindet, kann sich noch einiges tun. Ein vielversprechender Ansatz ist auf jeden Fall vorhanden.

Auf Yovisto (ehemals Osotis) werde ich in einer ausführlicheren Kritik noch einmal eingehen. Die nette Vorführung am Stand war auf jeden Fall sehr überzeugend.

Es gab natürlich noch einige weitere Highlights der Cebit, die aber an anderen Orten besser gewürdigt werden können.

11 Dinge über das Semantische Netz

Bernard Lunn schreibt über 11 Things To Know About Semantic Web. Ein fast wahllos herausgegriffener Punkt:

If you have a firm grasp of the theoretical underpinnings of the semantic web, things like RDF, tuples, Sparql and OWL that make my brain hurt, you will be able to charge a fat premium in consulting fees for a while, as not many people really understand this stuff. But make hay while the sun shines, as some entrepreneur will surely figure out how to abstract this stuff and make it accessible for the masses.

Na, hoffentlich.