CfP: Die Bibliothek: Denkräume und Wissensordnungen

In Inetbib wurde ein interessanter CfP für die 41. Kölner Mediaevistentagung (10.-14. September 2018) zum Thema “CfP: Die Bibliothek: Denkräume und Wissensordnungen” veröffentlicht. Mögliche Fragestellungen (Auszug):

(i) Zunächst stellt sich die Frage nach dem Entstehen und Vergehen von Bibliotheken: Wo gibt es sie? Wer besitzt sie? Wer legt sie an? Wie wird gesammelt? Woher stammen die Bücher? Was sind ihre Preise? Wie entwickelt sich der Bestand über die Zeit? Wie erfolgt die Aufbewahrung, die Aufstellung, die Benutzung? Wer sind die Nutzer? Welchen Regeln unterliegt die Benutzung? Wer überwacht sie und wie? Was tun die Nutzer unter welchen Umständen mit den Büchern, z.B. lesen, kopieren, glossieren, beschädigen, stehlen…? Wann und wie werden Kataloge angelegt? Nach welchen Systemen? Gibt es Punkte, an denen ein bewusster Umbau einer Bibliothek erfolgt? Aus welchen Gründen? Was sind die Gründe für den Verlust von Bibliotheken?

(ii) In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie Bibliotheken von Zeitgenossen wahrgenommen und beschrieben werden. Mit welchen Absichten werden sie aufgesucht? Wer ist hierzu befugt? Wem ist der Zugang verwehrt? Wie gestaltet sich ein Aufenthalt in der Bibliothek?
Gibt es ein Bewusstsein von den spezifischen Eigenschaften einer bestimmten Bibliothek, Schilderungen des Erlebnisses einer Bibliothek, ihres Reichtums oder ihrer Lücken?

(iii) Hiermit eng verbunden ist die Imagination einer Bibliothek: Wie werden Bibliotheken in literarischen Texten und in der Malerei dargestellt, und zwar einerseits tatsächlich existierende und andererseits stereotype, erfundene, erträumte? Welche geistigen Erfahrungen (z.B. Einsicht, Erleuchtung, Bekehrung, Langeweile) werden mit Bibliotheken verbunden? Was sagt die äußere Gestaltung der Bibliothek (z.B. Truhe, Lesepulte, Räume, Gebäude) und ihrer Bücher (z.B. Einbände, Illumination) über ihre Bedeutung und die Vorstellungen ihrer Besitzer aus? Welche Vorstellungen und Wünsche schließlich prägen die (verwirklichte oder nicht verwirklichte) Planung einer Bibliothek?

(iv) Bibliotheken als Ensembles von Texten sind nicht notwendig gebunden an einen bestimmten Ort und an eine konkrete materielle Gestalt. Wir rekonstruieren ideelle Bibliotheken und erforschen dabei, was ein Autor gelesen haben mag, welche Quellen einem Leser zur Verfügung gestanden haben, wie zu einer bestimmten Zeit eine inzwischen verlorene Bibliothek ausgesehen haben könnte. Das digitale Zeitalter eröffnet zudem völlig neue Möglichkeiten für die Erschaffung idealer Bibliotheken, die hinsichtlich ihres Anspruchs auf Vollständigkeit und Präsenz über historische Vorbilder weit hinausgehen und für die Forschung bisher nicht gekannte Perspektiven eröffnen. Hierbei erschließt die Rekonstruktion der Bibliothek eines Autors nicht nur dessen geistigen Kosmos, sondern vermittelt auch einen Einblick in den Gang seines Forschens, der Suche nach bestimmten Texten, ihre Auswahl und Zusammenstellung sowie die wahrgenommenen Lücken, die dann durch die eigene Produktion ergänzt werden.

(v) Zum Verständnis einer Bibliothek gehören ferner ganz wesentlich die Klassifizierung, der Lektüreleitfaden, die Leseordnung, das Ausbilden von Systemen. Nimmt man beispielsweise die aristotelischen und platonischen Textkorpora (aber nicht nur diese), so sind Bibliothek und Wissenschaftseinteilung eng miteinander verbunden. Es gibt eine Bibliothek der scholastischen und der mystischen Theologie, für Mediziner, Juristen und Astronomen. Auf diese Weise wird zugleich ein Kanon gebildet, gelehrt, überliefert, gewandelt, ersetzt.

(vi) Darüber hinaus sind Bibliotheken die Grundlage von Intertextualität. Sie stellen somit Ansprüche an die Kenntnisse der Leser. Auf welche Weise wird dieses besondere Wissen vermittelt? Gibt es Kernbestände in Bibliotheken für einen übergreifenden fachlichen Diskurs? In welchem Umfang beeinflussen Bibliotheken die Lese- und Zitiergewohnheiten ihrer Nutzer?

(vii) In disziplinärer Hinsicht umspannt das Thema verschiedene Bereiche, die je nach den betrachteten Bibliothekstypen sowohl getrennt als auch in möglicher Verbindung auftreten können: Klosterbibliotheken, Universitätsbibliotheken, Hofbibliotheken, die Bibliotheken von Professoren (z.B. Amplonius), von Ärzten (z.B. Arnald von Villanova), von gelehrte Prälaten (z.B. Cusanus), Schriftstellern (z.B. Richard von Fournival, der u.a. eine Biblionomia verfasste), von Ratsherren, Rabbinern oder reisenden Scholaren reflektieren die Interessen ihrer Nutzer und Sammler. Vielfältige Gesichtspunkte ergeben sich durch Einbeziehung der byzantinischen Kultur, der jüdischen Tradition und der islamischen Welt mit ihren teils ganz anderen Voraussetzungen, zum Beispiel der großen Dominanz von Privatbibliotheken.

(viii) Bibliotheken sind von alters her Orte des Medientransfers: von der Schriftrolle über das Pergament zum Papier, vom Manuskript über den Buchdruck zum digitalen Speichermedium. Transferprozesse bergen stets die Gefahr von Verlusten. Nur selten werden Bestände vollständig von einem Medium in das andere überführt. Bestimmte technische und gesellschaftliche Veränderungen lassen sich durch das Prisma der Bibliothek betrachten, etwa die Einführung des Papiers, des Buchdrucks, der zunehmenden (auch wissenschaftlichen) Literatur in den Volkssprachen. Wie wird dieser Medienwandel und Medientransfer thematisiert? Welche Bedeutung hat er für den Bestand einer Bibliothek?

Den gesamten Call for Papers findet man im Inetbib-Archiv.

Call for Sketchnotes: Die Idee der Bibliothek von morgen und anderes mehr

Gestern fragte Dörte Böhner noch, was sich hinter dem Begriff Sketchnote verbergen könnte. Und heute fragt sie sich und uns:

Schaffen wir es, unsere Tätigkeiten, die Idee einer Bibliothek von morgen, heute oder gestern, Vorurteile und Überraschungen bei der Vorstellung von Bibliothekaren und Bibliothekarinnen in mehr als 30 Sketchnotes bis Ende des Jahres darzustellen?

Hier geht’s zum Call for Sketchnotes!

VuFind-Anwender-Treffen 2013 in Hamburg

Oliver Goldschmidt gab in Inetbib bekannt:

was die Leipziger im letzten Jahr erfolgreich begonnen haben soll eine Fortsetzung finden: die TUB Hamburg-Harburg plant in diesem Jahr, das zweite deutsche VuFind-Anwendertreffen zu veranstalten.

Ein Termin steht bereits fest: 16.-17.09.2013. Veranstaltungsort wird die TU Hamburg-Harburg sein. Dies ist zunächst ein Call for Papers; wer sich gerne auf der Veranstaltung mit einem VuFind-bezogenen Thema einbringen möchte, der wende sich bitte an mich.

CfP: "Wie gestalten wir die Zukunft mit Open Access und Open Educational Resources?"

Neuer Call zum Themenheft 8/4
Wie gestalten wir die Zukunft mit Open Access und Open Educational Resources?

Gastherausgeber/in: Martin Ebner (TU Graz), Sandra Schön (Salzburg Research, BIMS e.V.), Lambert Heller (TIB Hannover) und Rudolf Mumenthaler (HTW Chur)
Erscheinungstermin: November 2013

Deadline zur Einreichung eines vollständigen Beitrags ist der 1. Juli 2013.

Details finden Sie in der PDF-Version des Calls.

ISI 2013: "Informationswissenschaft zwischen virtueller Infrastruktur und materiellen Lebenswelten"

Mit dem Titel ” Informationswissenschaft zwischen virtueller
Infrastruktur und materiellen Lebenswelten”

werden folgende Fragestellungen behandelt:

1. Gibt es eine Wissenschaft der Information?

2. Steht die Integration von Daten und Systemen vor dem Durchbruch?

3. Sind Alltagsinformationen und digitale Demenz keine Themen für die
Informationswissenschaft?

Das Call for Paper finden Sie auf der Homepage unter www.isi2013.de.

Einreichungen sind dort über das Konferenztool Conftool bis zum
12.11.2012 in Deutsch/Englisch möglich.

Alles Weitere ebenfalls auf www.isi2013.de.

CfP: Bibliometrie 2012 an der UB Regensburg

Die Universitätsbibliothek Regensburg veranstaltet vom 18. bis 20. September 2012 die 1. Internationale Bibliometrie-Konferenz und Fachmesse „Bibliometrie2012“. Schwerpunkt ist die Bibliometrie in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Bibliometrie und Rankings sind zentrale Themen in jedem Wissenschaftsbetrieb geworden. Wissenschaftler, Institutsleiter, Rektoren, Präsidenten, Kanzler und politische Entscheidungsträger sind auf quantitative Kennzahlen zur Erfüllung ihrer Aufgaben angewiesen. Die Quantifizierung des wissenschaftlichen Outputs ist damit fast zur Gretchenfrage im Wissenschaftsmanagement geworden. Während in den Naturwissenschaften und der Medizin bereits eine Vielzahl sinnvoller Indikatoren entwickelt wurde und eine belastbare Datenbasis verfügbar ist, ist die Situation in den Geistes- und Sozialwissenschaften eine völlig andere. Aufgrund heterogener Publikationskulturen und fehlender Datenbasis ist die Bibliometrie in diesen Disziplinen noch ganz am Anfang.

Deadline für Einreichungen in deutscher oder englischer Sprache: 15. April 2012. Details auf der Konferenzseite im Reiter “Einreichung”.

CfP: Libreas ruft zum Scheitern auf

Die 20. Ausgabe der LIBREAS soll sich dem gesamten Themenbereich des Scheiterns widmen: Was scheitert wieso? Kann man das verhindern und sollte man es überhaupt verhindern? Was kann man aus dem Scheitern lernen? Mit welchen rhetorischen Kniffen maskiert man Scheitern am besten und wie deckt man diese wieder auf? Wir rufen dazu auf, diese Debatte erfolgreich werden zu lassen und sich an ihr mit Berichten, Artikeln, Meinungsäußerungen zu beteiligen.

Mehr im Libreas-Blog.

CfP: Journal of Librarianship and Scholarly Communication

Seeking Submissions for Inaugural Issue of the Journal of Librarianship and Scholarly Communication

The Journal of Librarianship and Scholarly Communication (ISSN 2162-3309) is a quarterly, peer-reviewed, open-access publication for original articles, reviews and case studies that analyze or describe the strategies, partnerships and impact of library-led digital projects, online publishing and scholarly communication initiatives.

The Journal of Librarianship and Scholarly Communication provides a focused forum for library practitioners to share ideas, strategies, research and pragmatic explorations of library-led initiatives related to such areas as institutional repository and digital collection management, library publishing/hosting services and authors’ rights advocacy efforts. As technology, scholarly communication, the economics of publishing, and the roles of libraries all continue to evolve, the work shared in JLSC informs practices that strengthen librarianship. The Journal of Librarianship and Scholarly Communication provides a shared intellectual space for scholarly communication librarians, institutional repository managers, digital archivists, digital data managers and related professionals.

The journal welcomes original research and practitioner experience papers, as well as submissions in alternative formats (e.g. video).

General topics of interest include:
-Scholarly communication
-Open Access
-Library as publisher and library/press partnerships; including, but not limited to:
—Emerging modes and genres of publication
—Organizational and business models
-Policy issues; including, but not limited to:
—Publishing/deposit mandates
—Impact of governmental or institutional policy
—Policy development for library services
-Digital collection management
-Institutional and discipline-specific repositories
-Digital curation
-Technological developments and infrastructure
-Intellectual property
-Resources, skills, and training
-Interdisciplinary or international perspectives on these issues

The inaugural issue of JLSC will focus on the theme of “Defining Scholarly Communication”.

Mehr Infos in der OSS4LIB-Mail von Lisa Schiff und direkt beim JLSC.

Literatur ausstellen. Interdisziplinäre und intermediale Aspekte von Literaturvermittlung

H-Soz-u-Kult macht auf den CfP für die Tagung Literatur ausstellen. Interdisziplinäre und intermediale Aspekte von Literaturvermittlung aufmerksam:

Die Tagung widmet sich der synchronen und diachronen Entwicklung von Literaturvermittlung im deutsch- und englischsprachigen Raum. Dazu soll ein Metablick auf Literaturhäuser als lebendige Austauschorte für die (Gegenwarts-)literatur, auf ihre Autoren und Leser, auf Literaturmuseen als Pfleger und Bewahrer eines kulturellen Erbes wie auch auf biographisch, literaturhistorisch oder wirkungsthematisch orientierte Vermittlungsformen geworfen werden. Wie werden literarische Texte akustisch oder filmisch präsentiert, Manuskripte visuell vermittelt oder Autor-Artefakte museal aufbereitet? Wie wird Literatur außerhalb des Museums vermittelt, beispielsweise durch Hinweistafeln in Stadträume und Landschaften eingeschrieben? Und schließlich, wie generieren und erhalten diese Vermittlungsstrategien touristische Praktiken, die Fragen nach Materialität und Authentizität von Literatur fokussieren?