Open-Access-Gesetz baut wissenschaftlichen Vorsprung der USA aus

Wie Telepolis berichtet, verabschiedete das US-Repräsentantenhaus letzte Woche die Fiscal Year 2008 Labor; HHS and Education Appropriations Bill,

die eine Regelung enthält, nach der die staatliche Gesundheitsbehörde National Institute of Health angewiesen wird, die Ergebnisse von Forschungen, die ganz oder teilweise mit öffentlichen Geldern durchgeführt wurden, spätestens zwölf Monate nach ihrer Veröffentlichung kostenlos online zur Verfügung zu stellen.

Durch die gegenläufige Entwicklung der hiesigen Urheberrechtsreform wird der Wissenschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich folglich noch weiter ins Hintertreffen geraten.

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Bibliothekare blockieren Wissenschaftler

Afrikanische Wissenschaftler sehen sich unterschiedlichen Schwierigkeiten gegenüber, wenn sie auf aktuelle Literatur zugreifen wollen. SciDevNet benennt ein paar:

African scientists are making increased use of online scientific journals but many are still not aware of free access, according to a study.

Researchers also warned that slow Internet connections and librarians’ control over passwords is hindering what access there is.

Eine vorläufige PDF-Version der Studie “Access to electronic health knowledge in five countries in Africa: a descriptive study” ist bei BioMedCentral abrufbar.

Respondents were concerned about the management of passwords to access electronic journals within their institutions, explaining that it was difficult to obtain passwords from administration or librarians, who either do not make them readily available, or who “may not always be available to provide them”. Others referred to a tension between library staff (as gate-keepers of passwords) and Internet users, for example, a librarian explained “…use of institutional password is not convenient for users…because they need the librarians to access the password…those who heard from their colleagues about HINARI but do not meet us when they come to the library usually get offended”. Another librarian expressed concern that users “appear to be in a hurry” and don’t consult the librarians before accessing websites; and this was perceived as users “boycotting” the librarians. There were several requests described circumventing high subscription fees by using their contacts in overseas institutions to obtain articles from priced journals, including the Cochrane Library.

Ein Nutzer soll die Bibliothek kontaktieren, bevor er auf eine Homepage zugreift? Ein erstaunliches Berufsbild! Der Bibliothekar als prohibitiver Hüter des Wissens sollte doch eigentlich allmählich ausgedient haben.

48 Jahre Informationsfreiheit

Penguins against Censorship - unite, unite!
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird heute 48, und somit auch sein
für das Bibliotheks- und Informationswesen wohl wichtigster fünfter Artikel.

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 (BGBl. S. 1), zuletzt geändert durch Gesetz vom 28. August 2006 (BGBl. I S. 2034), heißt es:
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Wem gehören Kultur und Wissenschaft?

Alexa Weyrauch-Pung: Wem gehören Kultur und Wissenschaft?

Anläßlich der [extern] aktuellen Entscheidung des Bundesrates gegen Open Access stellt sich erneut die Frage: Wer hat wann und mit welchen Kosten verbunden ein Recht auf den Zugriff auf Kulturgüter und wissenschaftliche Forschungsergebnisse?

Europe's Digital Library experts set to focus on copyright today

The EU’s High Level Expert Group on Digital Libraries – which includes, amongst others, stakeholders from the British Library, the Deutsche Nationalbibliothek, the Federation of European Publishers, and Google – will present this afternoon an advisory report on copyright issues to the European Commission. Besides, the group will discuss today how to ensure more open access to scientific research and how to improve public-private collaboration. The work of the High Level Group is part of the European Commission’s efforts to make Europe’s rich cultural and scientific heritage available online. For this, the group advises the Commission on issues regarding digitisation, online accessibility and digital preservation of cultural material.

Hier gibt es die Quelle und die dazugehörige vollständige Presseerklärung.

[via Heise]

Nichts ist faul im Staate Dänemark

“Können Sie sich vorstellen, dass Kulturstaatsminister Neumann anregt, deutsche Bibliotheken mögen ein Serviceangebot entwickeln, das allen Bürgern ermöglicht, kostenlos Filme aus dem Internet herunterzuladen, damit der allgemeine, kostenfreie Zugang zur Information gewahrt bleibt und kommerzielle Unternehmen dieses Recht nicht aushöhlen? Und dass dieses Projekt dann auch noch mit staatlichen Mitteln finanziert wird?” Florian Nantscheff, der Leiter der Stadtbibliothek Lörrach, weiß, dass seine Frage rhetorischer Natur ist. Dennoch ist sie keineswegs aus der Luft gegriffen – denn: “In Dänemark ist so etwas selbstverständlich!”

Mehr dazu im lesenswerten Bericht bei Bildungsklick.

Berichterstattung über Open Access

Silicon.de berichtet über die Initiative der EU zur Förderung von Open Access (vgl. Netzpolitik, Archivalia und Verweisungsform). Von einer ausgewogenen Berichterstattung kann keine Rede sein, die Argumentation der Verlagsseite wird kritiklos übernommen. Dies ist in vielen Zeitungen der Fall, und hier wird deutlich, wie wichtig eine gut organisierte Öffentlichkeitsarbeit pro Open Access ist.
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