OpenBib mit Cool URIs und vielem mehr

OpenBib wurde technisch ordentlich durchgeschüttelt. Unter anderem soll OpenBib besser für das Semantic Web vorbereitet werden. Dazu kommen verschiedene Technologien wie Trennung der HTTP-URI’s von den verschiedenen Daten-Repräsentationen wie HTML,JSON,RDF,RSS oder RESTful WebServices zum Einsatz.

Durch diese Kombination wird erreicht, dass das gesamte Recherche-Portal selbst zu einem WebService wird und sich mit allen seinen Funktionen und Informationen in beliebige andere Dienste integrieren lässt. Zusätzlich besteht weiterhin der bereits etablierte Mechanismus, beliebige Informationen über (neue) Konnektoren mit definierten Standardschnittstellen (s.o.) bereitzustellen.

Die Version 2.4alpha setzt unter anderem auch auf Cool URIs. Damit kommt auch OpenBib endlich im WWW an, sind Permalinks doch eine Grundlage für die Verlinkung von Inhalten. Das Thema Permalinks hatten wir hier ja schon zur Genüge.

Auch von der konkreten OpenBib-Entwicklung abgesehen ist Oliver Flimms Posting sehr lesenswert und (nebenbei bemerkt) ein sehr gutes Beispiel für die unkomplizierte Kommunikation konkreter Projektergebnisse an die Fachgemeinde.

Wir benötigen (mal wieder) Permalinks und offene Schnittstellen

Das Netzwerk Recherche hat einen Reader über Zukunftspfade und Sackgassen des Onlinejournalismus (PDF) veröffentlicht. Im Literaturverzeichnis ist ein bemerkenswerter Hinweis:

Unter jedem Eintrag ist (via Tinyurl) die „ISBNSuche“ der Wikipedia (de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche) verlinkt, mit der man das entsprechende Buch in Bibliotheks- und Verbundkatalogen sowie im Buchhandel und in Antiquariats katalogen schnell finden kann.

Das funktioniert natürlich, so richtig elegant ist es jedoch nicht. Wieder ein Grund für Bibliotheken, auf Permalink-fähige Kataloge zu setzen und – noch besser – eindeutige Werkidentifikatoren wie die EKI einzuführen.

Dies würde nicht nur die Verlinkung von Werken ermöglichen, die keine ISBN haben. Es wäre dann auch möglich direkt auf bestimmte Auflagen zu verlinken. Oder lokalisierbare Dienste anzubieten nach dem Motto: Welche Bibliothek in meiner Nähe führt das Werk in ihrem Katalog? Aus der Verknüpfung von Geokordinaten (Sigelverzeichnis oder Wikipedia), EKI (Bibliothekskataloge) und einer Verfügbarkeitsrecherche mit DAIA ließe sich so eine sehr nützliche Anwendung bauen.

7 Grundregeln für digitale Projekte

Klaus Graf schlägt “7 Grundregeln für digitale Projekte” vor:

Für digitale Sammlungen von Archiven, Bibliotheken, Museen usw. und virtuelle Ausstellungen sind die folgenden Grundregeln gedacht, die ich zur Diskussion stelle.

1. NICHT AN DER AUFLÖSUNG SPAREN! Jede Bildseite muss in hoher Auflösung vorliegen, denn nur diese garantiert die wissenschaftliche Nutzbarkeit.

2. PERMANENT-LINKS! Jede einzelne Bildseite muss mit einem deutlich angebrachten KURZEN dauerhaften Link versehen werden.

3. META-DATEN ZU JEDEM DIGITALEN OBJEKT! Zu jedem digitalen Objekt (auch zu separat nutzbaren Einzelseiten wie Druckgrafik, Zeichnungen) muss es entsprechende Metadaten geben, die professionellen Ansprüchen genügen müssen.

4. OAI-PMH NUTZEN! Alle Meta-Daten müssen für OAI-Harvester zur Verfügung stehen.

5. KEIN COPYFRAUD! Die Rechtslage ist in den Metadaten möglichst objektiv und auf jeden Fall ohne Copyfraud zu beschreiben. Was gemeinfrei ist, muss auch als Digitalisat gemeinfrei bleiben! Wenn das Projekt über Urheberrechte verfügt, ist eine Nachnutzbarkeit über eine möglichst liberale CC-Lizenz vorzusehen.

6. WEB 2.0! Nutzer sollten die Möglichkeit haben, Ergänzungen und Korrekturen anzubringen (Tags, Transkriptionen usw.)

7. LANGZEITARCHIVIERUNG! Die dauerhafte öffentliche Verfügbarkeit ist ggf. durch Kooperation mit Bibliotheken sicherzustellen.

Hier geht’s zum Posting und zur Diskussion.

(Auch in Österreich:) Permalinks für Katalogisate

Der Österreichische Bibliothekenverbund (OBV) bietet ab sofort eine neue Suchoberfläche an.

Positiv: Verschiedene Social-Bookmarking-Dienste sind integriert.
Negativ: Naja, so richtig integriert sind sie eigentlich doch nicht.

Ich habe versucht, Titel in Delicious zu übernehmen (vorübergehend verfügbar unter dem Tag OBV-Test, ich lösche sie aber sicherlich irgendwann wieder). Wenn mir die Funktion angeboten wird, einen Titel in Delicious zu speichern, gehe ich davon aus, dass sich die Anbieter vorher angesehen haben, wie entsprechende Metadaten zu übergeben sind. Dies war hier offensichtlich nicht der Fall.

Speichert man einen Titel, lautet der Seitentitel im Normalfall “OBV Suche”. Weitere Angaben werden nicht übergeben. Speichert man also 30 Titel, wird man sie anschließend nicht auseinanderhalten können, ohne sie einzeln anzuklicken.

Ähnlich untauglich ist der Link, der an Delicious übergeben wird. Ich habe zwei Titel gebookmarked. Klickt man sie an, wird man feststellen, dass man beim gleichen Katalogisat landet. Gespeichert wird nämlich nicht ein präziser und permanenter Link, sondern die Suchanfrage. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Delicious-User sowohl den selben Titel als auch den selben Suchweg speichern, tendiert bei Literatur abseits von Harry Potter & Co vermutlich gen Null. Die sozialen Funktionen von Delicious werden somit raffiniert umgangen.

Man kann es nicht oft genug wiederholen:

  1. Katalogisate brauchen Permalinks!
  2. Katalogisate brauchen Permalinks!
  3. Katalogisate brauchen Permalinks!

Bei Uraltkatalogen habe ich ja noch begrenztes Verständnis dafür, dass sie sich nicht ohne weiteres nachrüsten lassen. Bei einer Oberfläche, die vom Anbieter angepriesen wird für ihre Library 2.0 und Social Computing Eigenschaften, kann ich es aber nicht aufbringen.

Flickr und Open Library verlinken

Adrian Pohl beschreibt in seinem Blog Übertext, wie man Katalogisate in der Open Library mit Bildern in Flickr verknüpfen kann. Konkret wurde ein “machine tag” auf Flickr angelegt, der dieses Bild mit diesem Katalogisat verbindet. Einstweilen nur in eine Richtung. Aber:

Ist es nicht schön, was man alles Tolles machen kann, wenn man nur eindeutige IDs und darauf aufbauende stabile URLs hat…

Sag ich doch.

Permalinks für Katalogisate

In der Mailingliste NGC4LIB wird gerade eifrig darüber gestritten, in welcher Form Kataloge im Netz präsent sein sollten. Ausgangspunkt war eine Diskussion über das Semantic Web, aber schnell ist die Debatte zum Kernpunkt gekommen: Bislang sind Bibliotheken nicht einmal im “normalen” Web angekommen.

Tim Spalding fasst das Problem folgendermaßen zusammen:

1. Vendors don’t make linkable systems, mostly because libraries don’t
force them to.
2. OCLC maintains that libraries should stay off the web, and rely on
WorldCat to serve as their front-end to the world.

The result:

1. Libraries are almost NEVER in search results.
2. WorldCat is seldom visited. For example, WorldCat has HALF the
traffic of LibraryThing. It even has less traffic than Dogster.com,
the social network for people who REALLY love their dogs.

Spalding ist uneingeschränkt zuzustimmen. Man bedenke: OPAC steht für Online Public Access Catalogue. Der Gedanke war also ursprünglich, den Katalog online für den öffentlichen Zugang zur Verfügung zu stellen. Der Katalog an sich ist auch öffentlich zugänglich. Nun ist es an der Zeit, auch die Katalogisate öffentlich zugänglich zu machen. Was brauchen wir dazu? Suchmaschinentaugliche Permalinks auf Katalogisate.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die VZG getan, als sie kürzlich sogenannte Zitierlinks in den GVK einbanden.

Beispiel: http://gso.gbv.de/xslt/DB=2.1/PPNSET?PPN=595545807

Dabei gibt es jedoch (abgesehen von der Benennung der Funktion, hinter der ich eigentlich eher die bibliographischen Daten in maschinenlesbarer Form vermutet hätte) zwei Probleme.

  1. PPNs sind nicht dauerhaft, sie können sich ändern oder gelöscht werden. Dann ändert sich auch der Zitierlink, was ihn insgesamt untauglich macht. Denn: Cool URIs don’t change. Vielleicht wäre es sinnvoll, eine übergreifende ID wie die Erstkatalogisierungs-ID (EKI) für diesen Zweck einzusetzen.
  2. Der Link entspricht nicht dem, was man sieht, wenn man aus einer Recherche dorthin gelangt. Das heißt, man muss den Zitier-Link extra anklicken. Dies problematisch z.B. beim Einsatz von Bookmarkingplugins. Ist die Session beendet, ist zum Beispiel dieser Link hier nicht mehr gültig.

Ändern könnte man dies, indem man das Vorgehen der OpenLibrary übernimmt. Sucht man dort nach “The Mahabharata” von Jean-Claude Carrière, findet man unter anderem folgenden Titel:

http://openlibrary.org/b/OL9587696M/The_Mahabharata

Dieser Link besteht aus dem Basis-Link für die OpenLibrary + alphanumerische ID + Titelstichwort. Der Titel ist für die Funktion des Links irrelevant. Ruft man die selbe ID mit einem anderen Titel auf, kommt man trotzdem zum gewünschten Titel:
http://openlibrary.org/b/OL9587696M/Harry_Potter_and_the_catalogue_of_death

Bestimmt sind auch andere technische Umsetzungen denkbar. Wichtig ist nur, dass durch dieses nur scheinbar unwichtige Detail unsere Kataloge endlich im Web ankommen. Überlegungen zur Umsetzung bestehen, jetzt kommt es darauf an, sie so schnell wie möglich umzusetzen.