„Neue Bücher. Neue Wege. Neue Jobs – Die Branche der Zukunft“

Heute beginnt der Fachkongress Buchtage Berlin 2009 unter dem Motto „Neue Bücher. Neue Wege. Neue Jobs – Die Branche der Zukunft“ im Berliner Congress Center.

eim größten Fachkongress der Branche stehe das Thema Digitalisierung mit den damit verbundenen Chancen und Herausforderungen im Zentrum, teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mit.

[via news-adhoc.com]

Virtuelle Medizinische Bibliothek Bozen hat täglich 1000 Nutzer

Sie ist nie geschlossen, Tag und Nacht zugänglich und mit über 3500 Fachzeitschriften überaus gut sortiert: Die vom Ressort für Gesundheitswesen des Landes angebotene Virtuelle Medizinische Bibliothek (VMB) hat sich zu einer der wichtigsten Informationsplattformen für das Gesundheitspersonal entwickelt: mit täglich rund 1000 Nutzern.

Mehr Informationen zur VBM und den Zugang gibt es hier.

[via provinz.bz.it]

Fragen an das EU-Parlament zu Open Access

Hélène Bosc, Stevan Harnad, Eloy Rodrigues, Eberhard R. Hilf und Alma Swan stellen dem Europäischen Parlament Fragen from the research community concerning Open Access. Hintergrund:

We have prepared some very focused questions for the EU-parliament candidates; the candidates‘ replies will then be distributed in the research community. The purpose of these questions is to elicit and reveal the current problems at the EU-level in moving legislation and policy towards a stable and reliable support for research information in the digital era through Open Access (while continuing to leave it entirely in the hands of researchers what and where they wish to publish).

Hoffentlich trudeln die Antworten rechtzeitig herein, um daraus gegebenenfalls eine Wahlempfehlung ableiten zu können, wie sie aus netzpolitischer Sicht schon nicht für die CDU/CSU erteilt wurde.

[via Zugang zum Wissen]

Update 2. Juni 2009: Die Fragen liegen nun auch in einer autorisierten deutschen Übersetzung vor.

Open Access Network wurde 7 Jahre alt

Peter Subers Open Access News feierten den siebten Geburtstag:

I forgot to mention that yesterday was the 7th birthday of OAN. Yesterday we had 17,391 posts, which comes to about 7 a day for 7 years.

Auch wenn die Vielzahl der News oft erschlagend wirkt, ist OAN nach wie vor Pflichtlektüre für jeden, der mit Open Access zu tun hat oder haben möchte.ä

Herbert Reul (CDU, MdEP) zu Open Access

Via Abgeordnetenwatch stellte Oliver Graute folgende Frage an Herbert Reul, Mitglied des Europaparlaments und der CDU:

Wie stehen Sie als Mitglied des Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie zur Open Access Debatte

Zu Forschungsdaten meinte Reul:

Dabei muss unterschieden werden zwischen dem freien Zugang zu Forschungsdaten und dem freien Zugang zu Zeitschriftenaufsätzen. Forschungsdaten werden oft von Forschungseinrichtungen aufwändig gesammelt. Durch den Verkauf dieser Daten werden die hierbei entstehenden Kosten wieder reingeholt.

Wenn Forschung sich direkt refinanzieren müsste, hätte die hiesige Wissenschaftsszene ein gewaltiges Problem. Vielleicht stehen die Pläne für den Large Hadron Collider auch nur frei im Netz, weil die Zahl potentieller Kunden arg übersichtlich ist? Würde dieses Denken konsequent umgesetzt werden, gäbe es keine Grundlagenforschung mehr. Sie wäre nicht finanzierbar.

Zu OA für Zeitschriftenaufsätze gibt er nur Gemeinplätze (Motto: „Gute Sache, aber Bücher sind doch auch schön“) von sich. Schade, viele Politikeraussagen zu diesem Thema gibt es ja leider nicht.

Urheberrecht: 3. Korb?

In einer Presse-Mitteilung des Seestern-Forums habe ich gerade en passant davon erfahren, dass ein 3. Urheberrechtskorb zumindest möglich ist:

Im Auftrag des Bundestages untersucht das Bundesministerium der Justiz (BMJ) derzeit, ob das Urheberrecht im Rahmen eines 3. Korbs erneut modifiziert werden muss. Beteiligte Kreise können bis zum 15.06.2009 Stellung zu den Fragen beziehen. Das Seestern IT Forum gehört dazu und fordert Verantwortliche aus IT, Einkauf und Recht ausdrücklich dazu auf, sich an der ausstehenden Diskussion zu beteiligen und eigene Vorschläge einzubringen.

Netzpolitik-Markus schrieb dazu vor etwa einem halben Jahr über eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion an die Bundesregierung:

Zum 3. Korb äussert man sich nur, dass die Bundesregierung eine “umfassende Konsultation mit den beteiligten Kreisen” einleiten möchte. Da die anderen beiden “Körbe” auch so gestartet sind, kann man davon ausgehen, dass diese Konsultation der Startschuss ist. Vermutlich möchte man aber die kommende Bundestagswahl abwarten, bis man den Prozess auch öffentlich 3. Korb nennt.

Ob nur Seestern-IT den Begriff schon jetzt verwendet, ist noch nicht klar. Das BMJ ist angeschrieben, ob der Aufruf irgendwo öffentlich verfügbar ist. Gerade nach den Irrmeldungen in Folge des Heidelberger Appells ist eine offene und transparente Diskussion dringend notwendig.

Themen laut Pressemeldung sind:

  • Besonderheiten und mögliche Förderung von Open Access- und Open Source-Verwertungsmodellen
  • Handel mit (also Verbreitung? von) gebrauchter Software. Ein Themenkomplex, der bei einer weiteren Verbreitung von „enhanced e-books“ sicherlich auch für Bibliotheken spannend werden könnte.
  • Elektronischer Bundesanzeiger: e statt print?

Wenn jemand den Aufruf erhalten haben sollte: bitte dringend veröffentlichen!

Die FAZ versteht den Unterschied!

In der FAZ:

Wie viel für die Autoren auf dem Spiel steht, soll die Liste dokumentieren, die innerhalb eines Monats auf nun 1300 Namen gewachsen ist. Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft sind dabei, darunter Hans Magnus Enzensberger, Siegfried Lenz, Daniel Kehlmann, Sibylle Lewitscharoff und Brigitte Kronauer sowie andere, ja „nahezu alle Büchner-Preisträger der letzten Jahre“. Unterschrieben haben aber auch Übersetzer, Fotografen und Geistes- wie Naturwissenschaftler. Ein intellektuelles Pfund also. Und das trotz (oder vielleicht wegen?) des enormen Widerstandes, der sich seit der Veröffentlichung des „Heidelberger Appells“ auf den Seiten des Reußschen Instituts für Textkritik geregt hat.

Wieviel Sachkenntnis hinter solch klangvollen Namen steht, konnte man kürzlich eindrucksvoll in den Tagesthemen besichtigen. Aber wenn hier schon mit Unterschriftenzahlen angegeben wird, empfehle ich interessierten Journalisten einen Blick auf die Petition for guaranteed public access to publicly-funded research results. Dort finden sich zur Zeit 27648 Unterzeichner, die für Open Access eintreten. Ich habe keine Zeit, die ganze Liste durchzugehen, aber klangvolle Namen sind dort mit Sicherheit auch enthalten.

Immerhin sieht man auch bei der FAZ ein, dass das ungefragte Kopieren („Copy and Paste“) [sic!] von Internetinhalten und das willkürliche Einscannen ganzer Bücher, wie es Google bisher ungehindert vorantreibt, nichts mit Open Access zu tun hat.

Eigentlich geht es im Artikel um einen Brandbrief, den Roland Reuß an Bundeskanzlerin und Bundespräsident geschrieben hat. Leider konnte ich den Brief selbst nicht ausfindig machen. Ist er irgendwo veröffentlicht und mir bislang entgangen?

Joachim Losehand über Open und Closed Access

Viel zu schön geschrieben, um nur in der Materialsammlung zum Heidelberger Appell erwähnt zu werden, ist die Replik Joachim Losehands auf Marek Lieberbergs Requiem für die Kunst an und für sich:

Marek Lieberbergs Kunstkosmos ist bestimmt einem einzigen Naturgesetz: „Was nichts kostet ist nichts wert“. Die 1. Ableitung von Lieberbergs Gesetz lautet damit: „Kunst ist, wenn jemand daran verdient“, und die Forderung aus der 1. Ableitung ist: „Wenn etwas Kunst ist, muß auch jemand daran verdienen“. Und das, bitteschön, sollen die Verleger und Impresarii sein. Und so treiben sie uns, die von ihnen betreuten Urheber, deren Rechte sie unter Lebensgefahr verteidigen, in der Debatte um die Digitalisierung wie Schutzschilde vor sich her. Keine Finte zu lahm, keine Argumentation zu platt, kein Pinselstrich zu dick und keine Lüge zu schamlos, um nicht dafür herzuhalten, alte Pfründe, die so schön viel Geld abwarfen, zu bewahren.

Erschienen ist dieser schöne Text am und im letzten Freitag im März diesen Jahres. Vielen Dank an Sascha Fricke für den Hinweis!