Movers and Shakers 2010

Jedes Jahr werden im Libraryjournal die Movers and Shakers des Jahres benannt. Das sind Menschen, die die Zukunft des Bibliothekswesens formen (sollen). Dieses Jahr gab es 50 Preisträger in sechs Kategorien:

Advocates: They don’t waver in the effort to battle illiteracy, save library funding, help the unemployed, or fight censorship.

Innovators: These librarians create savvy solutions such as mobile apps, reference service à la Twitter, and a general store-like library.

Marketers: See libraries afresh through a Ben & Jerry’s library flavor, Library Minute vids, a Library Use Value Calculator, and more.

Tech Leaders: These techies take our services to the next level with a „technology petting zoo,“ a mashup of images and maps, „The Techie Is IN“ program, to name a few.

Community Builders: They break barriers to expand the library’s reach, with green initiatives, training, and outreach across geographic, cultural, and administrative lines.

Change Agents: No problem is too big for these librarians as they foster GED readiness for the 17-plus crowd, day-by-day literacy for preschoolers, health info for all, and more.

Es geht längst nicht nur um technische Innovationen oder „neue Produkte“. Zwar sind einige PreisträgerInnen auch wegen technischer Entwicklungen ausgezeichnet worden, wie z.B. Joann Ransom für Kete. Aber es werden eben auch Preise für Innovationen in anderen Bereichen vergeben. Zum Beispiel an Gretchen Caserotti, die Dewey als nicht kinderbibliothekstauglich befand:

She wanted to reorganize the picture books. Taking Dewey out of the equation, she scrapped alphabetical organization (how many four-year-olds will look for fairy-tale books by author?) and went for an intuitive approach—using colored tabs for categories like “Transportation,” “Folk and fairy tales,” etc. The next year saw an 80 percent jump in circulation, month to month, plus sky-high spirits among kids. “My heart soared when I overhead a four-year-old boy, pulling his grandfather’s arm, saying, ‚C’mon, Grandad! The trucks are the red books over here!’” she says.

Die Verteilung aller 450 Preisträger seit 2002 auf einer Karte kann man sich hier ansehen. Dabei fällt auf, dass nur wenige Preisträger außerhalb Nordamerikas beheimatet sind. Genauer gesagt:

  • 1x Australien
  • 1x England
  • 3x Niederlande
  • 1x Neuseeland

Der Rest der Welt starrt bewundernd nach Nordamerika und hinkt hoffnungslos hinterher? Spielt das deutsche Bibliothekswesen international wirklich keine Rolle? So ganz mag ich da nicht zustimmen, und bis zum 1. November darf sich jeder aufgerufen fühlen, die Movers and Shakers 2011 zu nominieren:

The editors of Library Journal need your help in identifying the emerging leaders in the library world. Our tenth annual round of Movers and Shakers will profile 50 or more up-and-coming individuals from around the world who are innovative, creative, and making a difference. From librarians to vendors to others who work in the library field, Movers and Shakers 2011 will celebrate the new professionals who are moving our libraries ahead.

Mir fällt auf Anhieb mindestens eine Handvoll bewegender Bibliothekswesen ein, die ich zweifellos nominieren könnte. Ich hoffe, das geht nicht nur mir so. Also nur keine Hemmungen!

Wiedereröffnung des Bach-Archivs

Um Johann Sebastian Bachs 325. Geburtstag, am 20. und 21. März 2010, wird das völlig neu gestaltete und erweiterte Bach-Museum Leipzig mit einem Festwochenende eröffnet. Die Feierlichkeiten beginnen am Samstag mit einem Publikumstag. Am Sonntag folgt der offizielle Festakt in Anwesenheit von Bundespräsident Horst Köhler.

[via kultur-szene.de]

Bibliothekarin benannte Top-Level-Domains

Vor 25 Jahren wurden die Namen der Top-Level-Domains festgelegt. Wie bei Heise zu lesen ist, wurde die endgültige Benamsung zweier TLDs dabei durch eine Bibliothekarin durchgeführt:

Das endgültige Schema prägte die Bibliothekarin Elizabeth „Jake“ Feinler, die mit der täglichen Aktualisierung der Hosts-Datei beauftragt war. Neben den Vorschlägen von Postel legte sie .com für Commerce und .edu für Education fest. Weder Jon Postel noch Vint Cerf mochten ihre Vorschläge, doch hatten sie keine besseren Alternativen parat.

Dass man nicht nur dagegen sein kann, wusste schon Knarf Rellöm.

"Klau Dein Wissen ganz legal"

mit diesem Slogan werben Berliner Bibliotheken für die kostenfreie Ausleihe digitaler Medien.

Die Vorteile, die der Onlineservice «VOeBB24» Kindern und Jugendlichen biete, seien sowohl der Zugriff auf elektronische Medien rund um die Uhr als auch ein breites Angebot, teilte eine VÖBB-Sprecherin mit. Nutzer könnten die Medien kostenfrei entleihen und auf ihren Computer oder Smartphone herunterladen. Mahngebühren entfielen, da sich die e-Medien mit Ablauf der Leihfrist von selbst löschten.

VOeBB24- die e-Ausleihe der Berliner Bibliotheken.

[via berlinonline.de]

VolksLesen.tv

Martin Scharfe ist auf der Jagd.Seine Beute: Menschen, die für ihn lesen.Jede Woche zieht er mit Camcorder durch die Straßen Berlins und filmt vier Menschen einer bestimmten Gruppe mit deren Lieblingslektüre. So lesen Steuerflüchtlinge ebenso wie Kripobeamte aus Büchern vor, die ihnen wichtig sind.VolksLesen.tv ist eine virtuelle Bibliothek, die seit 2008 existiert.

Hier geht es zur Homepage von Volklesen.tv.

[via welt.de]