Gartners Prophezeiungen für Mobile Technologien

Die Listen-Großmeister der Informationstechnologie aus dem Hause Gartner versuchen die 10 wichtigsten Technologien für Mobile Devices für die nächsten 2 Jahre zu prophezeien: Gartner Outlines 10 Mobile Technologies to Watch in 2010 and 2011. Für Bibliotheken wichtig scheinen mir auf den ersten Blick „App Stores“, das „Mobile Web“ oder auch „Mobile Widgets“:

Widgets are installable Web applications that use technologies such as JavaScript and HTML. Many handsets support widgets running on their home screens, where they are easily visible and accessible. Despite the lack of standards, widgets provide a convenient way to deliver simple, connected applications, especially those involving real-time data updates (such as weather forecasts, e-mail notifications, marketing, blogs and information feeds). Because widgets exploit well-understood tools and technologies, they have lower entry barriers than complex native applications, and thus can be a good first step to assess the demand for an application on a specific platform before undertaking expensive native development.

Was auch immer, sowohl Kataloge als auch Inhalte erst web- und dann auch gleich mobiltauglich zu machen, das ist das Thema der Stunde.

Google Maps für Fahrradfahrer

Google Maps hat mal wieder eine neue Funktion verpasst bekommen. Neuerdings kann man Strecken planen und sich das Höhenprofil anzeigen lassen. Höhenprofile kennt man eventuell schon von verschiedenen Webseiten. Die Stadt Stuttgart bietet sowas zum Beispiel an, um Fahrradrouten zu planen. Dies geht nun auch in den Google Maps, allerdings (wenn ich das richtig verstanden habe) erstmal nur über eine API.

Der Dienst nennt sich Elevation. Wie das praktisch aussieht, kann man sich z.B. bei ReadWriteWeb ansehen, die eine Karte samt „Elevation“ in einen Artikel eingebettet haben.

Das ist zum Beispiel das Höhenprofil einer von mir regelmäßig absolvierten Fahrradtour, zusammengeklickt in ca. 3 Minuten.

Sinnvolle bibliothekarische Anwendungen fallen mir spontan zwar nicht ein, aber das ist nur eine Frage der Zeit und des Bedarfs. Wer alpennäher wohnt, hat da vielleicht mehr Ideen.

Die Grünen und ein Network zu Open Data

Die Bundestagsfraktion der Grünen begrüßt die Veröffentlichung bibliographischer Daten unter CC0-Lizenz.

Gerade in Zeiten, in denen Werke und Daten oftmals unter rein finanziellen Gesichtspunkten betrachtet werden, ist die Freigabe von solchen öffentlichen Beständen ein Gebot der Stunde. Die Bereitstellung von Daten, deren Erstellung erst durch öffentliche Mittel ermöglicht wurde, darf sich künftig jedoch nicht bloß auf Bibliotheken beschränken. Während es uns andere Länder vormachen und ihre staatlichen Daten-Bestände für die Öffentlichkeit nutzbar machen, gibt es in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf. Der nun eingeschlagene Weg für mehr Transparenz und Partizipation muss daher konsequent fortgesetzt werden.

Wer sich für diese Themen wie z.B. Open Data, Transparenz oder Informationsfreiheit interessiert, dem sei das Open-Data-Network empfohlen, in dessen Blog ich kürzlich einen Gastbeitrag veröffentlichen durfte.

Das Network richtet am 17. und 18. April, also leider parallel zur Inetbib-Tagung einen (eigentlich: zwei) Open-Data-Hackday(s) aus:

Mit dem Opendata Hackday “Apps 4 Democracy” wollen wir einen Beitrag dazu leisten Daten aus Politik und Verwaltung öffentlich zugänglich zu machen.

Der Ideenwettbewerb ist eröffnet: Wer hat die besten Ideen für Webseiten / Apps / Visualisierungen / Mashups um die Daten der öffentlichen Verwaltung zugänglich zu machen und so dazu beizutragen Verwaltung und Regierung offen, transparent und bürgernah zu gestalten?

Auch Datenprovider sind gerne gesehen!

Citavi 3 im Anflug

Die neue Version der Literaturverwaltungssoftware Citavi wurde beim Bibliothekskongress in Leipzig vorgestellt. Dörte Böhner und Matti Stöhr stellen einige
Neuigkeiten vor. Interessant klingt für mich:

  • Die Mehrbenutzerfähigkeit
  • Erweiterte Recherchemöglichkeiten
  • Recherchieren nach URN, DOI & Co.
  • Einlesen kompletter, unstrukturierter Literaturverzeichnisse

Es wird viel zum Ausprobieren geben. Das Citavi in absehbarer Zeit auch für Mac OSX verfügbar sein soll, ist übrigens eine gute Nachricht. Das eine Linux-Variante nach wie vor nicht geplant ist, jedoch eine herbe Enttäuschung. Die Verbreitung von Linux ist in manchen Hochschulbereichen doch recht hoch und wird meines Erachtens eher zu- als abnehmen.

OCLC fördert die Open-Data-Bewegung

Adrian Pohl bloggt bei Kooptech über OCLC, den Katalogmonopolisten der Bibliothekswelt, und dessen missratende Bemühungen, dieses Monopol aufrecht zu erhalten.

Ganz im Gegenteil scheint OCLC mit seinem krampfhaften Versuch, das eigene Monopol im angelsächsischen Raum zu erhalten, dazu beizutragen, dass sich immer mehr BibliothekarInnen mit einem Open-Data-Ansatz anfreunden. Auf NGC4LIB jedenfalls wurden entsprechende Forderungen, Katalogdaten auf einem Server abzulegen und über OAI-PMH bereitzustellen von verschiedenen Leuten unterstützt. Aus dieser Perspektive kann ich nur sagen: “Weiter so, OCLC!”

Wie so etwas aussehen kann, kann man ja aktuell in Köln bewundern.

OCLC verhält sich in der Tat wie die wissenschaftlichen Monopolverlage zu Hochzeiten der Zeitschriftenkrise. Dass daraus eine bis heute wachsende Open-Access-Bewegung entstanden ist, sollte allen Informationsmonopolisten eigentlich zu denken geben.

QR-Codes + mobil-freundliche Webseiten für die Öffentlichkeitsarbeit

Der QR-Code (QR steht für englisch: quick response = schnelle Antwort) ist ein zweidimensionaler (2D) Code, der von der japanischen Firma Denso Wave im Jahr 1994 entwickelt wurde.

So ist es in Wikipedia zu lesen. Ein QR-Code ist sozusagen eine Art quadratischer Barcode, mit dem verschiedene Informationen transportiert werden können, zum Beispiel Texte oder Webadressen.

Wenn man diesen QR-Code photographiert, wird man beispielsweise auf eine kleine mobilfreundliche Infoseite (Achtung, Inhalt nicht aktuell!) geleitet, über die man sich für eine Citavi-Schulung anmelden kann. Die mobilfreundliche Webseite ist alles andere als perfekt. Aber sie sollte ausreichend sein, um die wesentlichen Informationen auch auf dem Smartphone lesbar anzuzeigen und eine problemlose Anmeldung zu ermöglichen.

QR-Codes kann man beispielsweise mit dem QR-Code Generator von Kaywa erstellen. Wer kein Smartphone hat, um die Codes zu testen, der kann das mit einer Webcam auch mit der Freeware bcWebcam erledigen. Komfortabel ist das nicht besonders, aber es funktioniert.

Die mobil-freundliche Webseite wurde ebenfalls größtenteils mittels eines Generators erstellt: mit dem Mobile Site Generator v1.0 von Chad Haefele. Wenn man die Webseite generiert hat, kippt man sie einfach in einen Ordner zusammen mit dem iUi-Framework und die ganze Mobilfreundlichkeit ergibt sich von allein.

Und wozu braucht man jetzt diesen QR-Code? Um ihn zum Beispiel auf Flyern und Broschüren anzubringen, wie im folgenden Beispiel:

Literaturverwaltung Mit Citavi_QR

Ganz rechts unten ist der QR-Code angebracht. Wer ihn als solchen erkennt und auch etwas damit anfangen kann, kann ihn einscannen und die mobile Webseite besuchen. Wer sich nicht davon angesprochen fühlt, wird ihn höchstwahrscheinlich einfach übergehen. Der ganze Spaß ist, wenn man einmal weiß, wie es geht, sehr schnell umgesetzt. So schnell, dass ich hiermit endlich mal wieder einen Beitrag zur vor Urzeiten begonnenen Reihe „Klein, aber oho!“ hinzufüge.

Besten Dank an alle ehrenamtlichen Mobilwebseitentester und nochmal speziell an Edlef für den Austausch zu QR-Codes!

Wie werden E-Journals von Wissenschaftlern genutzt?

Das Research Information Network hat die Nutzung von E-Journals (am Beispiel der Oxford Journals) untersucht: „The e-journals revolution: how the use of scholarly journals is shaping research“. Die Kernpunkte:

  • One third of users access Oxford Journals outside business hours
  • Around 40% of sessions originated from a Google Search
  • Most users spend little time on journal webpages, but return often
  • The median age of articles was 48 months (life sciences), 73 months (economics), and 90 months (history)
  • Life sciences users rarely read abstracts on publisher platforms

Detailliertere Informationen im Blog von Martin Fenner.

E-Rara – Drucke aus der Schweiz

Die Online-Plattform E-rara.ch baut eine elektronische Sammlung alter Drucke Schweizer Bibliotheken auf. Jetzt öffentlich zugänglich.Vorrangiges Ziel ist es zunächst, alle Schweizer Drucke des 16. Jahrhunderts, zusätzlich weitere Drucke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, digitalisiert für jedermann zugänglich zu machen. Bis Ende 2011 sollen rund 10.000 Titel eingestellt sein

Hier geht es zur Plattform.

[via boersenblatt.net]