Angela Merkel zu Open Access

In einer Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Festakt zur 22. Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft am 23. November 2016 äußerte sich Angela Merkel am Rande zum freien Zugang zu Informationen:

Internet und Datenaustausch haben auch sämtliche Forschungsbereiche revolutioniert. Wissen lässt sich schnell und günstig in der Welt verbreiten. Informationen jeglicher Art stehen in Sekundenschnelle, teils auch in Echtzeit zur Verfügung. Rund um den Globus Kontakte zu knüpfen, zusammenzuarbeiten und Erkenntnisse zu teilen, ist heute viel einfacher als früher. So profitiert einer vom anderen. Dies hat Erkenntnisprozesse erheblich beschleunigt. Das ist auch der Grund dafür, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Open-Access-Strategie verfolgt. Sie dient dazu, nicht nur Wissenschaftlern, sondern jedem Interessierten den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen zu erleichtern. Ich weiß, dass es da Diskussionsbedarf gibt, aber wir sollten uns dem stellen. Die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung sollen, wie wir finden, auch der Öffentlichkeit zugutekommen.

[via @helmholtz_os]

Wissenschaftsjahr 2014: Digitale Gesellschaft

Das Wissenschaftsjahr 2014 ist der Digitalen Gesellschaft gewidmet. Dazu auf Heise.de:

Thematisch sollen im Wissenschaftsjahr drei “Handlungsfelder” im Vordergrund stehen: Das “Digitale Wir” beschäftigt sich mit digitaler Identität, der Netiquette und der Frage, ob mit E-Democracy die direkte Demokratie möglich ist. Die “Digitale Wirtschaft” untersucht den Einfluss neuer Technologien wie dem 3-D-Druck und die Arbeit des Einzelnen im Home Office. Auch soll untersucht werden, ob “Crowd-Investing-Modelle” eine neue Form der Geschäftsgrundlage bilden können und das Zeug haben, langfristig “gar das Bankensystem ersetzen” können. Das “Digitale Wissen” will untersuchen, welche Art der Intelligenz für die digitale Revolution benötigt wird, wie das Lernen in Webinaren und Online-Kursen vonstatten geht. Schließlich will man an den Fundamenten der Wissenschaft rütteln: “Wird Wird Big Data in der Wissenschaft das Prinzip der Theorie ablösen?

Die zentrale Plattform des Wissenschaftsjahres ist digital-ist.de. Dazu gibt es eine Forschungsbörse und die Möglichkeit, Veranstaltungen anzumelden. Überwachung und Zensur sind sicherlich naheliegende Themen. Aber auch im bibliothekarischen Umfeld gibt es da einiges: Open Access, Versorgung mit elektronischen Medien (vielleicht auch im ländlichen Raum), Open Data etc.

BMBF: Bildung und Forschung in Zahlen

Die Ausgaben der Hochschulen nach Fächergruppen, Lehr- und Forschungsbereichen sowie Ausgabearten aus den veröffentlichten Zahlen des BMBF für die Fächergruppe Bibliothekswissenschaften, Dokumentation, Publizistik.

Jahr Ausg. insg. Laufende Ausg. Personal Sonstige laufende Ausg. Investitionsausg. Baumaßnahmen 1) Einschl. Erwerb von Grundstücken und Gebäuden.
2001 49 43 37 6 6 2
2002 49 46 38 7 3 1
2003 49 48 41 7 2 0
2004 53 51 43 7 2 0
2005 54 49 41 7 5 2
2006 50 49 41 8 1 0
2007 51 49 42 7 2 1
2008 106 102 52 50 4 2
  1. Kann jemand den Sprung der “sonstigen laufenden Ausgaben” von 2007 zu 2008 erklären?
  2. Neuere Daten sind zwar zum Teil schon verfügbar, aber bis da keine maschinenlesbare API und eine vernünftige Lizenz dahintersteckt, lohnt sich die Beschäftigung mit den Daten nicht.

Aktuelle Zahlen (“in Auswahl”) sind in einer Broschüre des BMBF verfügbar: Bildung und Forschung in Zahlen 2011 (PDF).

References   [ + ]

1. Einschl. Erwerb von Grundstücken und Gebäuden.

Öffentlich gefördertes Wissen

Klaus Graf durchwühlte die Leibniz-Homepages, und Martin Ragg fragt für Reticon beim Bundesministerium für Bildung und Forschung nach öffentlich finanzierter Forschung und Open Access.

Die Antwort der BMBF-Pressereferentin auf unsere Anfrage hinterlässt ein etwas zwiegespaltenes Gefühl. Open Access wird als Begriff erst gar nicht aufgegriffen, sondern es wird schwammig von einer “angemessenen Weise der Veröffentlichung” gesprochen im Anschluss an die “Sicherung der gewerblichen Schutzrechte”.
Mit angemessener Veröffentlichung wird dann auf Publikationen in Fachzeitschriften, Messepräsentationen etc. verwiesen – kein Wort, dass die Publikationen in einer Open Access Publikation empfohlen werden.
Einzig der Projektabschlussbericht mwird in Hannover in der Technischen Informationsbibliothek hinterlegt und ist darüber zugänglich.

Raggs Fazit gilt wohl für beide Fälle: Für Open Access ist es in Deutschland noch ein weiter Weg – sowohl in Wissenschaft als auch in der (Bildungs)-Politik.