EX LIBRIS: Dokumentation über die New York Public Library

Zeit Online berichtet über das Filmfest in Venedig:

Es gibt auch ein anderes Amerika, Frederick Wiseman zeigt es in EX LIBRIS, dem zweiten Dokumentarfilm im Wettbewerb. Eine dreistündige Hommage an die New York Public Library, Szenen einer Bibliothek als Stätte der Bildung, der Begegnung, der freien Rede, der sozialen Fürsorge. 92 Filialen hat die Library, ihre Gründer wollten, dass sie für jeden New Yorker zu Fuß erreichbar ist.

Die IMDB-Nutzer sind auch recht angetan. Mit 197 Minuten Spielzeit ist der Film allerdings ausladender als manch abendfüllende Bollywood-Produktion.

Wikipedia als bibliothekarische Kernkompetenz und Betätigungsfeld

Die Kenntnis der Funktionsweise und Hintergründe von Wikipedia ist bibliothekarische Kernkompetenz, ebenso wie es das Benutzen von gedruckten Enzyklopädien einst war. Ein recht kleiner Teil der Bibliothekswesen engagiert sich jedoch tatsächlich in der Wikipedia. Angelesenes Wissen über Wikipedia und deren Funktionsweisen sind zwar ganz nett und besser als nichts. Möchte man Nutzern jedoch die Vor- und Nachteile von Wikipedia näherbringen, ist es sicherlich besser, wenn man auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann.

Wenn man dort einsteigen möchte, gibt es zu jedem Thema dieser Welt genug zu schreiben oder korrigieren. Man muss nur mutig sein. Speziell für Menschen mit Neigung zum Bibliothekarischen gibt es jedoch eine hübsche Anlaufstelle: das vor einigen Monaten anscheinend neu gestaltete Portal Bibliothek, Information, Dokumentation.

Dort kann man sehen, welche Artikel aus dem bibliothekarischen Bereich zuletzt neu erstellt wurden, welche Artikel als ausgezeichnet gelten (viel zu wenige!), welche Artikel fehlen und was es sonst noch zu tun gibt.

Wenn die für das Meckern über die Qualität von Wikipedia benötigte Zeit für Reparaturen an den betroffenen Artikel verwendet würde, gäbe es binnen kürzester Zeit kaum noch etwas zu meckern. Ein Anfang für Wikipedia-Artikel: Schauen Sie doch einfach mal, ob Ihre eigene Einrichtung in Wikipedia verzeichnet ist! Falls ja: Ist der Artikel korrekt und aktuell? Falls nein: Warum nicht?

Falls Sie nicht wissen, wie Sie loslegen können: Melden Sie sich einfach an und fragen Sie auf der Diskussions-Seite des Portals nach. Ich bin mir sicher, dass man dort über neue HelferInnnen sehr erfreut wäre.

Philipp Maass hat übrigens gerade in INETBIB ein Wikipedia-Projekt zu Bibliothekarinnen, Bibliothekare und Bibliotheken im Nationalsozialismus bekannt gemacht. Auch dort ist Mithilfe und Ergänzung ausdrücklich erwünscht:

Ich würde mich sehr freuen wenn Interessierte Menschen die Seite zur Information und zur Pflege der Artikel nutzen. Wenn Sie Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge haben, dürfen Sie mich gerne per Mail oder auf Wikipedia kontaktieren. Vielleicht hat ja auch jemand Lust die Artikel weiter zu verbessern?
Melden Sie sich gerne!

Nicht zuletzt kann ein guter Wikipedia-Artikel auch Öffentlichkeitsarbeit für ein Thema oder eine Einrichtung sein. Egal, wonach man sucht: Sobald ein Wikipedia-Artikel existiert, taucht er in Suchmaschinen normalerweise unter den ersten Treffern auf. Da sollten die dort enthaltenen Inhalte schließlich von hoher Qualität und Aktualität sein…

Neues Wikipedia-Portal zu BID

Am Portal Bibliothek, Information, Dokumentation haben größere Umbaumaßnahmen stattgefunden. Vieles betrifft die Optik, die vorher aber auch wirklich nicht mehr zeitgemäß war. Für MitmacherInnen und die, die es werden wollen, ist der Abschnitt To do sicherlich am nützlichsten. Laut Diskussionsseite wird an dieser Seite auch noch gebastelt. Der Entwurf von User Mischa004 sieht sehr vielversprechend aus, obwohl im Detail sicherlich noch eine Menge Arbeit steckt.

Vom Nutzen guter Dokumentation

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Artikel dazu, siehe auch hier.

Langzeitarchivierung für Atommülldokumentationen

Teil der Operation Frühjahrsputz, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Wie Spiegel Online berichtet sprechen sich verschiedene Mitglieder des Arbeitskreises Energie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für den Neubau von Atomkraftwerken aus. Martin Keilhacker wird zitiert:

“Wir vom Arbeitskreis Energie sind keine Kernkraftbefürworter”, betonte der emeritierte Professor. Man müsse den Anteil des Atomstroms in Deutschland nicht erhöhen. Es gehe vielmehr darum, ihn zu halten.

Im Artikel werden natürlich auch die üblichen Einwände genannt. Anreicherung und Proliferation von waffenfähigem Uran, explodierende Kosten und Atomkraftwerke. Auch die Endlagerfrage wird gestellt. Es gebe weltweit noch kein Endlager für Atommüll, dessen Betrieb langfristig sichergestellt sei.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang langfristig? Ich bin weder Experte für Atommüll, noch für Langzeitarchivierung. Aber schon kurzes Wikipedia-Gestöber und ein paar Zeitungsartikel zur Asse lassen mich stutzig werden.

Zuerst einmal scheint nicht klar zu sein, was überhaupt in der Asse liegt. In einem Zeit-Dossier ist zu lesen, dass das Forschungsministerium Siemens zugesichert habe,

»einen Teil« von »ca. 25 Fässern mit hochradioaktivem Abfall (Kernbrennstoff)« in der Asse einlagern zu dürfen. »Wir danken Ihnen für diese Möglichkeit zur Entlastung unserer Lagerkapazität«, antwortete Siemens, »und erwarten bei gelegentlichen Anfragen einen Ihnen günstigen Termin für die Anlieferung in Asse II.« Ob der strahlende Abfall tatsächlich angeliefert wurde, so behauptet Siemens, wisse man nicht mehr – die Akten seien nicht mehr vorhanden, da die vorgeschriebene Aufbewahrungszeit von 30 Jahren abgelaufen sei.

Siegmar Gabriel bezeichnete den Zustand der Dokumentation zur Asse als deutsche Verhältnisse ungewöhnlich. Die Vorgänge sind noch kein halbes Jahrhundert alt. Radioaktiver Abfall hat eine weitaus längere Lagerzeit. Setzen wenn wir den Idealfall einer lücken- und fehlerlosen Dokumentation voraussetzen, müsste man sich also ansehen, wie lange diese Dokumentation überhaupt überdauern kann.

BMBF: Bildung und Forschung in Zahlen

Die Ausgaben der Hochschulen nach Fächergruppen, Lehr- und Forschungsbereichen sowie Ausgabearten aus den veröffentlichten Zahlen des BMBF für die Fächergruppe Bibliothekswissenschaften, Dokumentation, Publizistik.

Jahr Ausg. insg. Laufende Ausg. Personal Sonstige laufende Ausg. Investitionsausg. Baumaßnahmen 1) Einschl. Erwerb von Grundstücken und Gebäuden.
2001 49 43 37 6 6 2
2002 49 46 38 7 3 1
2003 49 48 41 7 2 0
2004 53 51 43 7 2 0
2005 54 49 41 7 5 2
2006 50 49 41 8 1 0
2007 51 49 42 7 2 1
2008 106 102 52 50 4 2
  1. Kann jemand den Sprung der “sonstigen laufenden Ausgaben” von 2007 zu 2008 erklären?
  2. Neuere Daten sind zwar zum Teil schon verfügbar, aber bis da keine maschinenlesbare API und eine vernünftige Lizenz dahintersteckt, lohnt sich die Beschäftigung mit den Daten nicht.

Aktuelle Zahlen (“in Auswahl”) sind in einer Broschüre des BMBF verfügbar: Bildung und Forschung in Zahlen 2011 (PDF).

References   [ + ]

1. Einschl. Erwerb von Grundstücken und Gebäuden.