Mit wachsender Begeisterung habe ich gerade den in INETBIB veröffentlichten offenen Brief gelesen, den ich hier komplett wiedergebe.
„Offener Brief an Claudia Lux“ weiterlesen
Schlagwort: Gesellschaft
Geschäftsidee: Sitzplatzreservierung in Bibliotheken
Michael Schaarwaechter weist in INETBIB auf kostenpflichtige Sitzplatzreservierung als eine neue Geschäftsidee für Bibliotheken hin. Mehr: SpiegelOnline
Das Mozilla-Manifest
Mitchell postet in ihrem Blog das Mozilla-Manifest (via Heise). Ich habe das Manifest sehr schnell ins Deutsche übersetzt. Diese Übersetzung erhebt keinerlei offiziellen Anspruch und bedeutet auch nicht, dass ich mich diesem Manifest komplett anschließen würde. Die Worte in Klammern weisen auf Begriffe hin, für die mir spontan keine deutsche Entsprechung eingefallen ist. Wer Vorschläge hat, möge diese in den Kommentaren kundtun.
„Das Mozilla-Manifest“ weiterlesen
Urheberrechtsbündnis kritisiert "Kompromiß" zwischen Börsenverein und DBV
Das Urheberrechtsbündnis kritisiert den ungeliebten „Kompromiß“ zwischen DBV und Börsenverein massiv. In der Presseerklärung des Bündnisses wird richtigerweise gesagt, dass es kaum akzeptabel ist, vor-digitale Nutzungsarten in die digitale Ära zu übertragen. Auch die Ankündigung, DRM für wissenschaftliche Dokumente einsetzen zu wollen, wird bemängelt.
Interessant scheint mir auch folgender Punkt:
[…] diese Vereinbarung weist eindeutig in die falsche Richtung – abgesehen davon, dass der Börsenverein kaum für die internationale Zeitschriftenverlage sprechen kann, die den weitaus größten Marktanteil haben und die die eigentlichen Probleme der sogenannten Zeitschriften- oder Bibliothekskrise ausmachen.
Der DBV hat versagt!
In Bibliothekskreisen macht sich Entsetzen breit: Angeblich haben sich Bibliotheken und Verlage zu einem „Kompromiss über Digitalisierung von Büchern“ entschlossen. Von einem Kompromiss kann allerdings kaum die Rede sein, da Claudia Lux für den DBV keine nennenswerten Errungenschaften für die Bibliotheken und somit für Forschung und Lehre in Deutschland erzielen konnte.
Aber werfen wir doch mal einen Blick auf die Seiten des DBV. Die einzige aktuelle Presseerklärung behandelt einen Besuch von litauischen Bibliothekaren in Norddeutschland. Herzlich willkommen, kann man da nur sagen! Hier können Sie, liebe litauische Kollegen, aus nächster Nähe betrachten, wie man einen Forschungsstandort ruiniert!
Zum „Kompromiss“ ist nichts zu finden. Ist das Ganze vielleicht eine vom Börsenverein ins Spiel gebrachte Fehlmeldung? Vermutlich nicht, und das sollte Konsequenzen für den Vorstand des DBV haben. Wenn Frau Lux dieses Machwerk abgesegnet hat, ist sie eindeutig eine Fehlbesetzung für den Vorstand eines Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, dass …
- DBV bibliothekspolitische Forderungen formuliert, auf aktuelle Entwicklungen schnell reagiert und den Bibliotheken Hilfestellungen gibt;
- DBV enge Kontakte zu den Parlamenten und den Ministerien auf Bundes- und Länderebene, zu den kommunalen Spitzenverbänden und Gebietskörperschaften pflegt und Einfluss auf Gesetzgebung und parlamentarische Willensbildung nimmt;
- DBV der Interessenvertreter der öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken ist und sich intensiv für die spartenübergreifende und überregionale Zusammenarbeit aller Bibliotheken der unterschiedlichen Unterhaltsträger einsetzt;
Ein Witz, und ein äußerst schlechter noch dazu!
Service unter Einsatz des Lebens
In der heutigen Ausgabe der New York Times wird über die täglichen Probleme der wiedereröffneten Nationalbibliothek des Irak in Bagdad berichtet.
Bibliotheksdirektor Saad Eskander veröffentlicht nun seit einem Monat über die Web-Seite der British Library sein „Iraq Diary„.
Personalmangel an der Uni Bremen
Das Informatikjahr ist gerade zu Ende, da tickert Heise:
Wegen des jetzt schon herrschenden Stellenmangels haben 17 von insgesamt 21 Bremer Informatikprofessoren in einem offenen Brief vom 2. Februar die betriebene Sparpolitik kritisiert und moniert, dass einige Arbeitsgruppen keine wissenschaftlichen Mitarbeiter mehr beschäftigen können. Diese wären aber nach den Prüfungsordnungen der Studiengänge Informatik, Medieninformatik, Digitale Medien und Systems Engineering als Beisitzer bei mündlichen Prüfungen erforderlich. Daher können, so schreiben die Unterzeichnenden, diese Prüfungen im Wintersemester 2006/07 nicht abgehalten werden.
Und dies passiert in der Informatik, einem sehr wirtschaftsnahen Forschungsgebiet. Über Wert und (Achtung, Modewort!) Nachhaltigkeit des Jahres der Geisteswissenschaften muss man sich dann gar keine Illusionen machen.
[via Heise.de]
Marler SPD will Stadtbibliothek schließen
Laut Marl Aktuell will die Marler SPD die Stadtbibliothek aus finanziellen Gründen schließen. Gebetsmühlenhaft sei an dieser Stelle daran erinnert, dass sich Stadtbibliotheken auch für die Wirtschaft lohnen.
33 reasons why libraries and librarians are still extremely important
Will Sherman hat auf DegreeTutor.com eine Liste mit 33 Punkten erstellt, die die immense Wichtigkeit von Bibliotheken und deren hauptberuflichen Insassen belegen sollen. Ein paar Punkte in Auswahl:
1. Not everything is available on the internet
15. Google Book Search “don’t work”
20. Wisdom of crowds is untrustworthy, because of the tipping point
28. Libraries are stable while the web is transient
30. Not everyone has access to the internet
31. Not everyone can afford books
Shermans Fazit:
Society is not ready to abandon the library, and it probably won’t ever be. Libraries can adapt to social and technological changes, but they can’t be replaced.
Einige Punkte sind unnötig defensiv; dennoch ein lesenswerter Artikel.
Bachelor- und Master-Studiengänge für zukünftige Bibliothekare
Auf den WWW-Seiten der Bibliotheken des Goethe-Institutes kann man ein Interview mit Birgit Dankert, Professorin für Bibliothekswissenschaft in Hamburg, über die Neustrukturierung der Studiengänge für zukünftige Bibliothekare an deutschen Hochschulen lesen oder anhören.