Wie Welt.de berichtet bietet Google eine Bibliothek für das Handy. Bei den angebotenen Titeln handelt es sich hauptsächlich um englischsprachige Werke.
Zugänglich ist die mobile Version der „Google Book Search“, die im Netz unter books.google.com residiert, über ein iPhone oder auch über das Smartphone G1, eine Eigenkreation der Kalifornier, die hierzulande in Kooperation mit T-Mobile vertrieben wird.
Wolfgang Sander-Beuermann beklagt das Oligopol der größten drei Suchmaschinenanbieter (Google, Microsoft, Yahoo), die hierzulande gemeinsam auf einen Marktanteil von 98% kommen. Auffällig sei, dass es in Russland oder China einheimische Alternative gäbe, hierzulande aber nicht.
Es ist das Ergebnis beispielloser Ignoranz in der Wissenschafts- und Förderpolitik. Anstatt in realitätsnahe Zukunftstechnologien der IT zu investieren, die von den Nutzern gebraucht werden, wurden Unsummen an Fördergeldern für abgehobene Wolkenkuckucksvisionen sinnlos verbrannt. Denn das Ganze ist eine Frage des Geldes: es ist völlig naiv, zu glauben, dass technisch gute neue Ideen ausreichen würden, um neue Maßstäbe zu setzen. Nur dann, wenn solch gute neue Ideen mit ausreichend Startkapital versorgt werden, kann etwas Konkurrenzfähiges daraus werden. Solange jedoch die Wissenschafts- und Medienpolitik weiter im Tiefschlaf vor sich hin googelt, wird sich hieran nichts ändern.
Den nationalen Suchmaschinennotstand auf die Politik zu schieben, halte ich für sehr vereinfachend. Wo ist denn aus einem staatlich geförderten IT-Forschungsprojekt mal ein erfolgreiches Unternehmen geworden? Und genau darum geht es doch: um kommerziell erfolgreiche Suchmaschinen. Da ist kein Geld vom Staat gefragt, das ist Aufgabe der hiesigen IT-Firmen. Und wenn von denen keiner Geld verdienen will oder sich die Konkurrenz zu Google & Co nicht zutraut, dann ist es eben so. Beklagenswert, aber durch Forschungsprojekte nicht zu ändern.
Im September 2007 gab Google bekannt, dass wissenschaftliche Daten in Zukunft gratis gehosted werden können, sofern die Eigentümer die Daten frei (public domain) zur Verfügung stellen. Zu diesem Zweck sollten per Post Festplatten verschickt werden, deren Inhalt – wissenschaftliche Terabytes – von Google dann kostenlos gehosted wird. Details in dieser Präsentation:
Nun bekommt Google kalte Füße und stampft das Projekt ein, bevor es überhaupt offiziell eröffnet wurde. Nature Blog:
Initially scheduled for public release around last month, Google pushed the launch date back to January 2009. Since then Google has been making economies in the face of the financial crisis, and the non-profit Google Research Datasets project was reviewed. Late Wednesday evening, a spokesperson wrote me to say that “We’ve been evaluating our resources to ensure they are used in the most effective possible way to bring maximum value to our users. Unfortunately, we’ve decided not to launch Google Research Datasets publicly, but to instead focus our efforts on other activities such as Google Scholar, our Research Programs, and publishing papers about research here at Google.”
Bislang wurden anscheinend nur Testdaten bearbeitet, glücklicherweise noch keine „richtigen“ Daten. Dies ist ein Präzedenzfall bezüglich der Zuverlässigkeit Googles im Ernstfall. Wired:
„‚It’s a sad story if it’s true,“ wrote Attila Csordas, a stem cell biologist and author of Partial Immortalization who recently moved to Hungary from Tulane University, in an email to Wired.com. „Assuming it is true that might mean that Google is still a couple years away from directly helping the life sciences (on an infrastructural level).“
Other scientists remained hopeful that the service might return in better times.
Selbst wenn der Dienst wieder aufleben sollte, bleiben nun doch ernste Zweifel an dessen Zuverlässigkeit. Eine Alternative kann sein, die Daten in P2P-Netze zu stellen und an mehreren Standorten zu verteilen. Universitäre Rechenzentren sollten eigentlich Kapazitäten für solche Projekte haben oder zumindest schaffen können. Das Outsourcen der Archivierung und Verteilung freier wissenschaftlicher Daten ist meines Erachtens nur eine Notlösung.
Google personalisiert die Suchergebnisse und ist der Konkurrenz damit ein weiteres Mal einen Schritt voraus. Im Google-Blog ist diese neue Entwicklung unter dem Namen Searchwiki beschrieben.
Today we’re launching SearchWiki, a way for you to customize search by re-ranking, deleting, adding, and commenting on search results. With just a single click you can move the results you like to the top or add a new site. You can also write notes attached to a particular site and remove results that you don’t feel belong. These modifications will be shown to you every time you do the same search in the future. SearchWiki is available to signed-in Google users. We store your changes in your Google Account. If you are wondering if you are signed in, you can always check by noting if your username appears in the upper right-hand side of the page.
Auf der deutschen Google-Seite funktioniert das noch nicht, aber über No Country Redirect kann man es ausprobieren. Da es sich um eine personalisierte Anwendung handelt, ist natürlich eine Anmeldung erforderlich. Wie es genau funktioniert und aussieht, kann man in folgendem Video erfahren:
So einfach sollte es für Nutzer sein, Suchergebnisse zu bewerten, zu sortieren und zu kommentieren. Google macht es wieder mal vor, und ich bin optimistisch, dass Bibliotheken in spätestens 10 Jahren mit ihren Katalogen den gleichen Schritt gehen werden. Ich gehe schließlich auch davon aus, dass wir spätestens 2014 vernünftige Vorschlagsfunktionen in allen Katalogen haben.
Wie auch immer: Jeder, der sich auch nur ein wenig mit Suchmaschinen auseinandersetzt, sollte sich „Searchwiki“ genau ansehen. Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, wann die personalisierten Ergebnisse in DEN ALGORITHMUS einfliessen. Und damit Projekten wie Yacy und Wikia mit „user generated ranking“ das Wasser abgräbt. Die Namensähnlichkeit zwischen Searchwiki und WikiaSearch ist sicherlich auch nur zufällig…
Besten Dank an Meinhard für den Hinweis und Diskussion!
Bei Techcrunch wird über Gerüchte gemutmaßt, dass Apple eine eigene Suchmaschine bauen wollen. Die Gerüchte werden dort für unwahrscheinlich gehalten. Auch, weil es keine wahrnehmbaren Abwerbeversuche von Suchmaschinenexperten gegeben hat. Oder diese zumindest nicht recherchiert werden konnten. Die techcrunchige Vermutung geht daher weniger in den Aufbau einer eigenen Suchmaschinentechnologie:
Here’s what we think is really going on: Apple doesn’t like the search experience on its mobile devices, and may be building a radically different user experience which is much more visual than exists today. It will likely still be powered by Google results, but Apple may present it in a very different way that suits mobile users much better.
Damit würde Apple versuchen, die eigene Stärken (Usability und Design) in ein neues Produkt umzusetzen. Was auch für mich wahrscheinlicher klingt, als eine komplett neue Suchmaschine, die auch Apple nicht mal eben aus dem Ärmel schüttelt.
Die Bertelsmann-Buchverlagsgruppe Random House hat offenbar einen Kooperations-Vertrag mit dem Internet-Konzern Google abgeschlossen. Medienberichten zufolge wird Google künftig Publikationen von Random House in seine Bücher-Suche Google Book Search aufnehmen.
Google wollte mit Chrome Bewegung in den Browsermarkt bringen. Der bewegt sich wirklich, aber anders, als man dachte: In Chromes erstem Monat verlieren Explorer und Firefox Marktanteile, doch die wandern nicht nur zu Google – auf der Gewinnerseite steht auch Safari.
Google hat eine neue Embed-Funktion für die Google-Buchsuche angekündigt. Damit kann man – sofern vorhanden – den Scan samt Suchfunktion und noch einigen anderen Spielereien in eine andere Homepage oder ein Blog einbinden.
Der dazu benötigte Code lässt sich mit dem Preview-Wizard erzeugen. Benutzerfreundlich ist das nicht, aber immerhin funktioniert es. Und die UoC-Library hat es sogar schon (testweise?) in den Katalog eingebunden. Für deutsche Bibliotheken kommt das im Normalfall noch nicht in Frage, da einfach noch nicht ausreichend Material zur Verfügung steht.