Google will Zeitungen digitalisieren. Alle.

Google will Zeitungen digitalisieren. Wie Thomas Knüver formuliert:

Alle Zeitungen. Der Welt. In Original-Optik. Volltext durchsuchbar. Online

Auf der Teccrunch50 hat Vize-Googlerin Marissa Mayer angekündigt, wirklich alle Zeitungen dieser Welt in Originaloptik und durchsuchbar via Google News verfügbar zu machen.

Google will also mal wieder alles, und zeigt sich sehr entschlossen, dies Unterfangen erfolgreich anzugehen.

Mehr zum Thema gibt es bei Tecchrunch, im Googleblog, im Filterblog …

Web-2.0-Dienste als Ergänzung zu algorithmischen Suchmaschinen

Mit sozialen Suchdiensten – wie z.B. Yahoo Clever, Lycos iQ oder Mister Wong – ist eine Ergänzung zu den bisherigen Ansätzen in der Web-Suche entstanden. Während Google und Co. automatisch generierte Trefferlisten bieten, binden soziale Suchdienste die Anwender zur Generierung der Suchergebnisse in den Suchprozess ein.

Vor diesem Hintergrund wird in diesem Buch der Frage nachgegangen, inwieweit soziale Suchdienste mit traditionellen Suchmaschinen konkurrieren oder diese qualitativ ergänzen können. Der vorliegende Band beleuchtet die hier aufgeworfene Fragestellung aus verschiedenen Perspektiven, um auf die Bedeutung von sozialen Suchdiensten zu schließen.

Das Buch „Web-2.0-Dienste als Ergänzung zu algorithmischen Suchmaschinen“, das in einem Forschungsprojekt von Studierenden der HAW Hamburg, Department Information, und Lycos Research entstanden ist, gibt’s auch als kompletten Download.

[via Inetbib]

Sicherheitslücken bei Chrome

Der vor 2 Tagen von google vorgestellte neue Browser Chrome [wir berichteten] ist aus dem Nichts in die Top 3 der meistvebreiteten Browser geschossen. Aber jetzt vermehrt sich auch die Kritik am Browser, es gibt Sicherheitslücken und außerdem sind einige Nutzer durch die Nutzungsbedingungen verstört.

„Ihre Kopie von Google Chrome enthält mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer. Diese Nummern … (werden) bei der erstmaligen Installation und Verwendung der Anwendung und bei der automatischen Update-Prüfung von Google Chrome an Google gesendet.“ Und weiter: „Falls Sie Nutzungsstatistiken und Ausfallberichte an Google senden, werden uns diese Informationen sowie eine eindeutige Anwendungsnummer vom Browser übermittelt.“

Im Klartext: Wer nicht widerspricht, gibt Google komplette Verfügungsgewalt über seine persönlichen Surf-Daten.

Mehr Informationen zu den Sicherheitslücken bei spiegel.online.

"Alle sind dumm und Google ist schuld"

Unter dieser Überschrift schreibt Oliver Gassner auf heise.de derzeit eine kleine Reihe „in der es im wesentlichen darum geht, zu zeigen, was ‚Onliner der Generation 2.0‘ so alles lernen (können, wenn sie wollen).“
Nach Google und den Bloggern widmet sich der heute erschienene, dritte Teil der Frage

Macht das Internet uns dumm? Ist die Wikipedia das Ende des akademischen Arbeitens bei ihren Nutzerinnen und Nutzern und erzeugt es eine Horde von erbsenzählenden Soziopathen auf der Seite ihrer Ersteller?

Das versteckte Web durchsuchbar machen

D-Lib-Artikel „Google Still Not Indexing Hidden Web URLs“. Im Artikel wird beklagt, dass Google OAIster & Co nicht unterstützt.

We […] conclude that Google has not endeavoured to increase their support and access to OAI materials. Even taking into account the caveats, we would also conclude that aggregations of OAI records are as valuable for user research purposes as they were at least two years ago.

From our own experience, we know that providing the OAIster records in bulk to Google proved problematic for them, and eventually they requested only the OAIster URLs instead of the complete metadata. We are not, at this point, certain that Google is using these URLs (crawling them) for addition to their search index.

It is also interesting to note that Google has recently dropped support of OAI for website indexing [6]. Given the resulting numbers from our investigation, it seems that Google needs to do much more to gather hidden resources, not less. (Granted, the OAI for Sitemaps feature may not have been an appropriate approach for Google.)

John Wilkin antwortet auf diesen Artikel:

As much as I like Kat’s and Josh’s analysis, I draw a different conclusion from the data. They write that, „[g]iven the resulting numbers from our investigation, it seems that Google needs to do much more to gather hidden resources.“ This perspective is one many of us share. We’re inclined to point a finger at Google (or other search engines) and wish they tried harder to look into our arcane systems. We believe that if only Google and others had a deeper appreciation of our content or tried harder, this problem would go away. I’ve been fortunate enough to be able to try to advance this argument one-on-one with the heads of Google and Google Scholar, and their responses are similar–too much trouble for the value of the content. As time has passed, I’ve come to agree.

Dem kann man nur zustimmen. Wir müssen unsere Kataloge und Datenbanken zugänglicher machen für Suchmaschinen. Wenn wir das nicht machen, werden Bibliotheken als erste Anlaufstelle für bibliographische Recherche in Zukunft noch stärker von Amazon & Co in die Bredouille gebracht.

Für Katalogentwickler interessant ist eine andere Aussage von Wilkin:

We often go wrong, however, when we try to share our love of complexity with the consumers. We’ve come to understand that success in building our systems involves making complicated uses possible without at the same time requiring the user to have a complicated understanding of the resource. What we must also learn is that a simplified rendering of the content, so that it can be easily found by the search engines, is not an unfortunate compromise, but rather a necessary part of our work.

Knol – Googles Antwort auf Wikipedia

Google antwortet auf Wikipedia und macht nun Knol öffentlich. Im Google-Blog ist kurz und knapp erklärt, worum es geht, daher spare ich mir das hier. Auf einen Punkt lohnt es sich dennoch einzugehen:

The key principle behind Knol is authorship. Every knol will have an author (or group of authors) who put their name behind their content. It’s their knol, their voice, their opinion. We expect that there will be multiple knols on the same subject, and we think that is good.

Das ist der Punkt, der Knol und Wikipedia im wesentlichen unterscheidet. Ein Artikel kann einem Autor oder einem Autorenkollektiv zugeordnet werden. Andere Autoren können zwar Änderungen vorschlagen, eingepflegt werden muss die Änderung jedoch vom Urheber des Ursprungsartikels.

Es wird spannend zu sehen, wie gut das funktioniert. Zwar hat Google auf diese Weise einen effektiven Schutz vor Vandalismus. Aber die Motivation, den Artikel eines Fremden zu verbessern, ist möglicherweise längst nicht so groß, wie bei einem anonymen Artikel.

Joachim Schroer hatte die Thematik auf der Inetbib-Tagung aufgegriffen. Er hat zwar leider die Folien zu diesem Vortrag nicht gehalten, aber eine thematisch zumindest sehr ähnliche Präsentation ist hier online. Dort werden drei (plus eine) Motivationsklassen, genannt:

Nach Klandermans [1]Klandermans, B. (1997). The social psychology of protest. Oxford: Blackwell. Klandermans, B. (2004). The demand and supply of participation: Social psychological correlates of participation in social … Continue reading :

  1. Norm-orientierte Motive: „Wie reagieren Kollegen, Freunde und Familie
    auf das Engagement?“
  2. Kosten und Nutzen: „Welche Kosten und Nutzen entstehen mir
    persönlich durch das Engagement?“
  3. Kollektive Motive: „Wie wichtig sind mir die Ziele der sozialen
    Bewegung?“

Dazu noch eine vierte Motivation (nach Simon et al. [2]Simon, B., Loewy, M., Stürmer, S., Weber, U., Freytag, P., Habig, C. et al. (1998). Collective identification and social movement participation. Journal of Personality and Social Psychology, 74(3), … Continue reading )

  1. Identifikation mit der Bewegung

Durch Knol eröffnet sich Motivationsforschern eine wunderbare Gelegenheit, Autoren, deren Motive und die daraus entstehenden Texte miteinander zu vergleichen. Hier können wertvolle Erkenntnisse für alle Projekte gewonnen werden, die in großem Maßstab auf Kooperation setzen.

References

References
↑1 Klandermans, B. (1997). The social psychology of protest. Oxford: Blackwell.
Klandermans, B. (2004). The demand and supply of participation: Social psychological correlates of participation in social movements. In D. A. Snow, S. Soule & H. Kriesi (Eds.), The Blackwell Companion to Social Movements (S. 360-379). Oxford: Blackwell
↑2 Simon, B., Loewy, M., Stürmer, S., Weber, U., Freytag, P., Habig, C. et al. (1998). Collective identification and social movement participation. Journal of Personality and Social Psychology, 74(3), 646-658.

Google und das Bibliothekswesen II

Kleiner Nachtrag zu Googles Liebesentzug für Bibliothekswesen. In der Librarian Central wurde, wie schon vermerkt, aufgrund der Diskussion in amerikanischen Blogs tatsächlich noch einmal geposted. Angekündigt wurde, dass ab sofort wieder ein Newsletter verschickt wurde. Die Reaktionen auf dieses Posting sind äußerst interessant. Hans meinte in den Kommentaren:

Come on guys, closing the blog and reverting to an od styl e-mail newsletter, and this from an innovative company like Google? I can’t be the only one who doesn’t get this.

Deftiger wird die Kritik in den Postings, die auf die Librarian Central verlinken.

Lattice of Coincidence:

A message from the Google! And it says… „go phokk yourselves“

John Adkins:

Librarians have long complained about Google’s lack of responsiveness on Google’s very own Librarian Central blog (styled „Your official source for Google tips, news, and updates.“) How dare they ignore us? Don’t they know we are the gatekeepers to the info highway? Well, today we got our answer.

The MLxperience:

The blog shut-down provides even more evidence that Google has been just using Librarians to merely increase their Book Project. Hmmph.

Rick Mason:

They could have kept the blog alive by posting the individual newsletter items one-by-one. They could have used the blog for items posted or discussed elsewhere, but posted there because of their interest to libraries. They could have opened things up a bit and asked for volunteers to coordinate topics and ideas for better incorporating Google into libraries. Any of these would have been about the same amount of work, and would have preserved or improved the dynamic and social aspects of the site. They backed away instead.

Im Absatz zuvor fühlt sich Mason durch den Medienwechsel RSS zu Mail ins Web 1.0 versetzt. Die Frage ist nun (und sie wurde irgendwo anders schon aufgeworfen, ich finde die Quelle leider nicht mehr): Geschah dies absichtlich, oder ist es bloße Mißachtung der BibliothekarInnen? Zumindest im anglo-amerikanischen Bereich gibt es doch mehr als ein paar Dutzend Bibliotheksmitarbeiter, die wissen, was RSS ist. Vielleicht waren es Google nicht genug, so dass nun für die unbeweglicheren unter den Kollegen auf Newsletter zurückgeschaltet wird?

Zumindest wäre das eine Erklärung. Es kann ja nicht viel aufwendiger als der Newsletter sein, einen einmal erstellten Text in ein Blog zu geben. Dass die Googles Library-Aktivitäten als gönnerhaftes Geschenk zu sehen ist, sollte nun klar sein. Wenn man sich bei Googles also ohnehin die Arbeit macht, dieses Geschenk zu basteln: Warum hat man die Form des Newsletters gewählt?

Ach ja, hier geht’s zur Juli-Ausgabe 2008.