Google News im neuen Gewand

Google News hat ein neues Design verpasst bekommen. Die Google-Oberflächen verändern sich ständig ein kleines bißchen, und in den letzten Monaten und Jahren hat sich Google News immer mehr der Aufteilung einer klassischen Tageszeitung angenähert. Hinzugekommen sind auch viele Personalisierungsfunktionen.

Die automatisierte Einteilung von Artikeln in die verschiedenen Rubriken ist nicht gelungen. Im Panorama würde ich eine bunte Tüte mit Nachrichten über Schneeleoparden-Nachwuchs im Leipziger Zoo, Ballspiele der Mayas oder über die Tournee von Lena Meyer-Landrut erwarten. Google hält anderes für ähnlich unterhaltsam, unter anderem die Quartalszahlen der Allianz:

Das ist sicherlich diskutabel, letztlich aber nur eine Frage des Geschmacks. Anders verhält es sich mit der Sportrubrik, in der sich neben Schweinsteigers Verbalattacken auf die argentinische Nationalmannschaft auch die sportlichen Höchstleistungen des Hurrikans Alex (Zitat: mehr als 150 Kilometern pro Stunde) finden:

Da ist noch viel Raum für Verbesserungen. Da Google News sicherlich häufiger frequentiert wird als Google Scholar ist damit zu rechnen, dass diese Fehler auch tatsächlich behoben werden. Anders als bei Google Scholar.

[via ReadWriteWeb]

Web-2.0-Experte an der Spitze der ZBW Kiel

Aus einer IDW-Pressemitteilung:

Professor Klaus Tochtermann startet heute als Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, einer der bedeutenden Spezialbibliotheken in Deutschland. Der Experte für Wissensmanagement und Web 2.0 will die ZBW in Zukunft als Partner der akademischen Forschung aufstellen, der mit völlig neuen IT-Lösungen Akzente für die Wissenschaftsproduktivität setzt.

In der Tat hat er sich zumindest theoretisch eingehend z.B. mit “Wissenstransfer mit Weblogs in KMU” beschäftigt. Einen Blog konnte ich leider nicht finden, aber immerhin kennt er Twitter. Vielleicht wird ja nun endlich eine exponierte Person des deutschen Bibliothekswesen den Schritt wagen, sich mit persönlichen Ansichten zum fachlichen Geschehen öffentlich zu äußern.

[via Bibliothekarisch.de]

swissbib beta

Swissbib ist der zukünftige Metakatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken und der Schweizerischen Nationalbibliothek. Ziel ist es, OPAC-2.0-Technologien zu realisieren. Swissbib ist ein Teilprojekt von E-lib.ch, der Elektronischen Bibliothek Schweiz. Die Projektphase ist noch bis 2011 geplant. Eine Beta-Version ist nun öffentlich zugänglich. Feedbacks werden vom Projektteam gerne entgegengenommen. Das Wiki zum Projekt findet sich hier.

Ich selber habe den Katalog bisher noch nicht richtig erprobt, er kommt aber zumindest auf den ersten Blick sehr frisch daher …

Pflichtabgabe von Netzpublikationen

Laut Heise tritt die Verordnung zur Pflichtabgabe von Netzpublikationen heute in Kraft.

Generell soll die Anlieferung möglichst per FTP und bevorzugt als PDF erfolgen. Bilder, andere Darstellungselemente sowie “Software und Werkzeuge, die in physischer oder in elektronischer Form erkennbar zu den ablieferungspflichtigen Netzpublikationen gehören”, sind aber ebenfalls betroffen. Dies gilt vor allem für “nicht marktübliche Hilfsmittel”, ohne die ein Lesen der digitalen Werke im Offline-Modus nicht möglich ist.

Ohne mir jetzt die Zeit genommen zu haben, das auszuprobieren: es sieht nicht so aus, als ob die Deutsche Nationalbibliothek seit der Testphase etwas gelernt hätte.

Siehe auch hier, hier oder hier.

Na, wer traut sich ran und schreibt einen Erfahrungsbericht?

eXtensible Catalog Project

Es gibt inzwischen zahlreiche OPAC-Alternativen. Aus dem deutschsprachigen Raum wären XOPAC und KUG und bald vielleicht auch Beluga zu nennen. In den USA ist die Softwarelandschaft diesbezüglich wesentlich heterogener. Vielleicht auch deshalb ist mir bisher das eXtensible Catalog Project entgangen. Selbstbeschreibung:

XC has the potential to allow future library users at any level of proficiency to get more out of academic library collections and to give academic libraries more control over how best to help people gather information. As envisioned, XC’s simple yet powerful interface will allow users to navigate through comprehensive search results sorted into useful categories that will give them the resources they seek more easily.

Das Projekt durchlief bisher eine erste Phase, in der ein Konzept erstellt wurde. Und auch für eine zweite Phase ist nun die Finanzierung gesichert. Wie Jennifer Bowen (Co-Principal Investigator des Projektes) in verschiedenen Mailinglisten schrieb, hat sich die Andrew W. Mellon Foundation dazu bereit erklärt, nach der ersten auch die zweite Phase zu finanzieren. Und das mit einer respektablen Summe:

A $749,000 grant from the Andrew W. Mellon Foundation to the University’s River Campus Libraries will be used toward building and deploying the eXtensible Catalog (XC), a set of open-source software applications libraries can use to share their collections. The grant money will also be used to support broad adoption of the software by the library community. The grant and additional funding from the University and partner institutions makes up the $2.8 million needed for the project. The resulting system will allow libraries to simplify user access to all library resources, both digital and non-digital. This is the second grant awarded to the University by the Mellon Foundation for XC development.

Quelle: New Grant to Improve Online Access to University Library Collections

Neue Deutsche Biographie wird digitalisiert

Wie das Börsenblatt berichtet, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft nun zugesagt, die Digitalisierung der Neuen Deutschen Biographie (NDB) – des “biographischen Grundlagenwerks des deutschsprachigen Kulturraums – finanziell zu unterstützen.

Ihre ersten 22 Bände und die komplette Allgemeine Deutsche Biographie (ADB) werden von der Historischen Kommission bei der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek in den kommenden zwei Jahren digital im Volltext erschlossen und im Internet frei zur Verfügung gestellt.

Pressemitteilung

Wikipedia-Inhalte sollen stärker geprüft werden

Laut Börsenblatt plant Wikimedia neue Kontrollfunktionen für die Online-Enzyklopädie Wikipedia:
Benutzer, die eine bestimmte Zeit bei Wikipedia angemeldet sind und eine bestimmte Anzahl an Bearbeitungen vorweisen können, sollen künftig Artikel als “gesichtete Version” kennzeichnen können.

Zukünftig sollen in der Standardansicht nur Inhalte dargestellt werden, die von Wikipedianern als frei von mutwillig unsinnigen oder tendenziösen Änderungen gekennzeichnet wurden, teilt Wikimedia mit.