Peer Review für Klima-Presse

Teil der Operation Frühjahrsputz 2016, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Zum Klimaschutz wird – längst nicht mehr nur in den USA – eine Menge “klimaskeptischer” Blödsinn veröffentlicht. Climate Feedback bemüht sich, via Hypothesis ausgewählte Zeitungs- und Zeitschriftenartikel zum Klimawandel einer Art Peer Review zu unterziehen.

[via Reddit]

Democratized Science Instrumentation

Nick Pinkston wies auf Twitter auf “Democratized Science Instrumentation” (PDF) hin:

Unter anderem werden erwähnt:

  1. BOINC: “open source platform for distributed computing”
  2. DremelFuge: Zentrifuge als Open Source Hardware. (Wer sich für DremelFuge interessiert, liest auch DIYBio)
  3. eBird: ein Crowdsourcing-Projekt, in dem Vogelbeobachtungen eingetragen werden können. 1) Vielleicht sollte ich dort dieses Vorkommnis eintragen?
  4. Old Weather: ein Crowdsourcing-Projekt, in dem Wetterangaben aus alten Schiffs-Logbüchern erfasst werden.

Und noch viele andere mehr…

References   [ + ]

1. Vielleicht sollte ich dort dieses Vorkommnis eintragen?

Fetchclimate – Klimadaten suchen und visualisieren

Microsofts Computational Science Laboratory hat mit Fetchclimate vor einiger Zeit ein Tool veröffentlicht, mit dem man Klima- und klimarelevante Daten recherchieren und auf einer Karte visualisieren kann.

FetchClimate is a fast, free, intelligent climate data retrieval service that operates over the cloud to return only the climate data you need. FetchClimate can be accessed either through a simple web interface, or via a few lines of code inside any .NET program. FetchClimate is intended to make it easy for you to retrieve data for any geographical region, at any grid resolution: from global, through continental, to a few kilometres, and for any range of years (1900 – 2010), days within the year, and / or hours within the day. FetchClimate can also return information on the uncertainty associated with the climate data and data sources used to fulfil the request. When multiple sources of data could potentially provide data on the same environmental variable FetchClimate automatically selects the most appropriate data sources. Finally, the entire query you ran can be shared as a single url, enabling others to retrieve the identical data.

In folgender Abbildung ist zum Beispiel die Bodenfeuchtigkeit im deutsch-niederländischen Grenzgebiet visualisiert:

Die Daten lassen sich auch als CSV herunterladen. Frei lizenziert sind die Daten jedoch anscheinend nicht. Weitere Infos zu FetchClimate finden sich auf der Projektseite.

Darwins digitalisierte Bibliothek

Charles Darwin, 7 Jahre alt (7 years old)

Der Chronicle of Higher Education weist auf die digitalisierte und frei online verfügbare Bibliothek Darwins hin.

The project to digitize Darwin’s extensive library, which includes 1,480 scientific books, was a joint effort with the University of Cambridge, the Darwin Manuscripts Project at the American Museum of Natural History, the Natural History Museum in Britain, and the Biodiversity Heritage Library.

Zumindest ein Teil davon ist via Archive.org zugänglich, zum Beispiel dieses Werk über das Abändern der Vögel durch Einfluss des Klima’s (PDF, ca. 350 MB und tatsächlich mit Deppenapostroph im Titel) von Constantin Lambert Gloger. Die Scan-Qualität ist, wie man bei der Dateigröße auch nicht anders vermuten mag, sehr gut. Die Dateien sind auch zum Download verfügbar.

Climategate zeigt Bedeutung von Offenheit in der Wissenschaft

“Like it or not, this [demand for openness] indicates a transformation in the way science has to be conducted in this century.” That, say many, will be the lasting legacy of the independent review published last week into the controversial e-mails between climate scientists that were stolen from the University of East Anglia and posted online.

Mehr dazu im Environmental Research Web.

Ist Klimagate ein Peer-Review-Gate?

CC: BY-NC-ND by Pek&Anoek
CC: BY-NC-ND by Pek&Anoek

Die Fehler im IPCC-Bericht sind passiert, und sie lassen sich unterschiedlich auslegen. Eine Möglichkeit ist es, den gesamten Klimawandel zu leugnen (PDF):

Die jüngsten Skandale um Datenmanipulation (Klimagate) zerstören die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung.

Analog: Ein paar Bahnverspätungen stellen die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs insgesamt in Frage. Kann man behaupten, aber wohl kaum, wenn man sich gerne oberhalb des Stammtisches aufhält.

Daher vergessen wir das gleich wieder und widmen uns einer seriösen Interpretation: Peer Review ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Dies haben brandaktuell schon andere formuliert, daher verweise ich auf:

Ecocho – klickend Bäume pflanzen

Ein etwas eigenwillige Vorstellung vom Kampf gegen den Klimawandel hat das Suchinterface Ecocho:

Ecocho ist eine neue Suchmaschine, die versucht, dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Für jeweils 1.000 Suchanfragen über Ecocho setzen wir ein Gegengewicht zum Ausgleich für bis zu einer Tonne Treibhausgase. Wir tun dies, indem wir 2 Bäume durch Werbung auf der Webseite sponsern.

Sozusagen das Krombacher-Konzept. Hier gibt’s ein bißchen mehr dazu zu lesen. Gesucht werden kann in den Ergebnissen von Yahoo und Google.

Update: Google ist ausgestiegen, wegen angeblichen Verstoßes gegen die Adsenserichtlinien.

Klimaskeptiker reingelegt

Im Fischblog ist es nett beschrieben:

Wie im Nature-Blog „The Great Beyond“ zu lesen ist, hat der Brite David Thorpe[1] eine auf den ersten Blick ziemlich eindrucksvolle Fake-Website zusammengestellt. Auf dieser präsentierte das nichtexistente Journal of Geoclimatic Studies ein Paper mit dem Titel „Carbon dioxide production by benthic bacteria: the death of manmade global warming theory?“[2], zu deutsch: „Kohlendioxid-Produktion durch benthische Bakterien: Der Tod der Theorie von der menschengemachten globalen Erwärmung?“.

[1] David Thorpe ist nach eigenen Angaben nur der Webdesigner und scheint mit dem Hoax selbst nichts zu tun zu haben.
[2] Die Website scheint seither vom Netz gegangen zu sein, deswegen nur der Link zum Google Cache.

Diese Theorie wurde von Leuten wie US-Senator James Inhofe, der Klimaschützer gerne mal mit Nazis vergleicht, gerne und unkritisch aufgegriffen. Und dies, obwohl es sich gerade die selbsternannten Skeptiker auf die Fahne schreiben, der Klimapanik mit wissenschaftlicher Objektivität entgegen zu treten.

Weitere Infos: