GMS Medizin — Bibliothek — Information

Wenn es um bibliothekarische, deutschsprachige Open-Access-Zeitschriften geht, werden meist dieselben Beispiele genannt. Libreas, die VÖB-Mitteilungen und neuerdings auch Perspektive Bibliothek. Vergessen wird dabei immer wieder – und m.E. zu Unrecht – GMS Medizin — Bibliothek — Information.

Dabei handelt es sich um ein echtes OA-Journal, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen, mit CC-Lizenzierung und Beiträgen unterschiedlichster Art. Dort werden zum Beispiel Fachbeiträge über Repositories, Poster über Bibliometrie oder Mitteilungen zur Aachener Erklärung über den Erwerb von elektronischen Büchern veröffentlicht.

PS: Die neunte Open-Access-Wette (PDF) auf der Inetbib-Tagung ist damit übrigens schon fast erfüllt.

PPS: Lange nichts mehr zum Thema newLIS gehört…

Die Geheimgesellschaft der Okulisten

Geheimgesellschaften und verschlüsselte Botschaften aus Wolfenbüttel – was wie die Zutatenliste zum neuen Bestseller von Dan Brown klingt, ist Inhalt eines Musterbeispiels für spannenden Wissenschaftsjournalismus. Noah Shachtman hat mit “They Cracked This 250-Year-Old Code, and Found a Secret Society Inside” einen der besten Artikel auf Wired.com geschrieben, der dort in den letzten Jahren zu finden war. Es geht um die Entschlüsselung des Codex Copiale.

Wer sein Wissen nach der Lektüre vertiefen möchte, kann sich dank Beáta Megyesis selbstarchivierter Version an den Artikel aus dem Journal for Research into Freemasonry and Fraternalism begeben:

Knight, Kevin; Megyesi, Beáta; Schaefer, Christiane (2012): The Secrets of the Copiale Cipher. In: Journal for Research into Freemasonry and Fraternalism 2 (2), S. 314–324.
DOI: http://dx.doi.org/10.1558/JRFF.v2i2.314
OA: http://stp.lingfil.uu.se/~bea/publ/knight-megyesi-schaefer-copiale.pdf

Sciencestarter: Crowdfunding für die Wissenschaft

Uli Herb macht in seinem Blog auf Sciencestarter aufmerksam 1) Und er verlinkt auf eine Meldung bei Heise.de, die ebenfalls von ihm ist und diverse Crowdfunding-Projekte erwähnt. . Dabei handelt es sich um eine Crowdfundingplattform, die sich nicht nur im Namen sehr an Kickstarter anlehnt. Auch hier gibt es verschiedene “Finanzierungs-Stufen”, deren Ausgestaltung den Finanzierern als Anreiz dienen sollen.

Wie das aussieht, kann man sich ganz gut ansehen bei diesem Projekt zur Finanzierung einer Forschungsreise nach Westafrika oder diesem Projekt zur Entwicklung eines drahtlosen medizinischen Open-Source-Sensorknotens.

References   [ + ]

1. Und er verlinkt auf eine Meldung bei Heise.de, die ebenfalls von ihm ist und diverse Crowdfunding-Projekte erwähnt.

JANE – Journal/Author Name Estimator

Wer ein Paper geschrieben hat und nicht weiß, wo es eingereicht werden könnte, ist sicherlich für Hilfestellungen dankbar. Man kann natürlich das DOAJ nach einem passenden Open-Access-Journal durchsuchen. Man kann sich aber auch ein Journal vorschlagen lassen, zumindest wenn man im medizinischen Bereich publizieren möchte. JANE (“Journal/Author Name Estimator”) soll dabei unterstützen.

Have you recently written a paper, but you’re not sure to which journal you should submit it? Or maybe you want to find relevant articles to cite in your paper? Or are you an editor, and do you need to find reviewers for a particular paper? Jane can help!

Just enter the title and/or abstract of the paper in the box, and click on ‘Find journals’, ‘Find authors’ or ‘Find Articles’. Jane will then compare your document to millions of documents in Medline to find the best matching journals, authors or articles.

[via The Tree of Life]

Open Access für Pharmastudien

Am Wochenende gab’s eine sehr interessante Sendung im DLF (Wissenschaft im Brennpunkt) über die “Geheimsache: Pillentest” (hier geht’s zum Manuskript). Das Problem: Viele Studien zu Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten werden nicht publiziert:

Nur Ergebnisse, die das Mittel gut aussehen lassen, werden öffentlich gemacht. Studienergebnisse, die gegen das Medikament sprechen, bleiben dagegen in der Schublade. Folge: Die Wirkung von Medikamenten wird überschätzt, Nebenwirkungen unterschätzt.

Dies hat direkte Auswirkungen in der Behandlung:

Gerd Antes: “Es ist ohne Zweifel so, dass der Publication Bias voll durchschlägt bis zum Patienten. Das wissen wir aus den Arbeiten zum Beispiel zu den Psychopharmaka, die Überschätzung im Mittel zeigt einfach, dass der Arzt, ohne dass er anders kann, falsche Dinge verschreibt. Und daran besteht nicht der geringste Zweifel, da gibt es Dutzende von Arbeiten zu.”

Elsevier verleiht E-Lehrbücher

Die Lehrbuchsammlung als Kerngeschäft und Zukunftssicherung der wissenschaftlichen Bibliotheken? Elsevier sieht das nicht so und wirbt für eLibrary student flat und mediscript Online plus Lernsystem. Für 60 Euro pro Semester gibt es folgendes Angebot:

  • Wählen Sie aus 40 Bestsellern der Studienliteratur Ihre 10 Favoriten aus, z.B. den Sobotta, das Physikum von Buchta oder Innere Medizin von Renz-Polster.
  • Nutzen Sie diese 10 Titel für 6 Monate online und offline.
  • Ein Monat vor Ablauf der 6 monatigen Laufzeit können sie für das nächste Semester neue Titel auswählen.

[via Medinfo]

Quertle: Annual Report on Trends in Literature Searches

Quertle informiert über Suchtrends:

The search trends from the Quertle search site for calender year 2010 are presented. Search topics have been broken out into major categories (diseases, proteins, chemicals, biological processes, organisms, organs, power terms, and journals). Although certain search terms have been consistently high used, there are significant changes in other terms throughout the year.

Detaillierter wird es im Annual Report on Trends in Literature Searches (albernerweise passwortgeschütztes PDF).

ZB MED befreit Katalogisate

Im Rahmen der Expertenkonferenz Open Access and Open Data hat die Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass die Katalogisate der ZB MED ab sofort unter CC0 zum Download, zur Verbreitung, Bearbeitung etc. bereit stehen.

Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) stellt ab sofort ihre Katalogdaten zur freien Nutzung bereit. Dazu gehören über 1.000.000 Medien – unter anderem Bücher und Zeitschriften – aus den Fachbereichen Medizin, Gesundheit, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften. Durch eine Freigabe der Daten unter einer CC0-Lizenz ist es möglich, ohne jegliche Beschränkung die Daten herunter zu laden, zu modifizieren und für eigene Zwecke zu nutzen.

Die Daten sind auf der Open-Data-Seite im HBZ-Wiki im Format RDF – ISO 2709 zu finden. Die Daten sind vom Mai 2010 und in zwei Downloads (“Ernährung, Umwelt, Agrar” und “Medizin, Gesundheit”) unterteilt.

Publizieren statt Patentieren: neues Verfahren zur Insulinherstellung Open Access veröffentlicht

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben gemeinsam mit indischen und italienischen Kollegen ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Insulin mithilfe eines genetisch veränderten Hefepilzes entwickelt. Mit der neuen Methode kann das Hormon zur Behandlung von Diabetes besonders effizient und preisgünstig produziert werden. Dr. Ursula Rinas vom HZI und ihre Kollegen haben sich entschlossen, das neue Verfahren nicht zum Patent anzumelden, sondern zu veröffentlichen – in der Open-Access-Zeitschrift „Microbial Cell Factories“.

Eine Prüfung der Verwertungsaussichten für das neuartige Verfahren kam zu dem Ergebnis, dass ein Patentantrag voraussichtlich langwierig und die Erfolgsaussichten eher ungewiss sein würden. Die Forschergruppe um Dr. Ursula Rinas entschied sich stattdessen für den Weg der Veröffentlichung, um mit der neuen Methode hergestelltes preisgünstiges Insulin möglichst für Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zugänglich zu machen. Mit der Wahl einer Open-Access-Zeitschrift für die Publikation des Fachartikels ist sichergestellt, dass die Informationen nicht nur für Wissenschaftler aus den reichen Industriestaaten, sondern weltweit frei zur Verfügung stehen.

Publikation:
Gurramkonda, C. et al. 2010: Application of simple fed-batch technique to high-level secretory production of insulin precursor using Pichia pastoris with subsequent purification and conversion to human insulin. Microb. Cell Fact. 9: 31. doi:10.1186/1475-2859-9-31.

Quelle: CC-BY: Helmholtz Open Access Newsletter

Virtuelle Medizinische Bibliothek Bozen hat täglich 1000 Nutzer

Sie ist nie geschlossen, Tag und Nacht zugänglich und mit über 3500 Fachzeitschriften überaus gut sortiert: Die vom Ressort für Gesundheitswesen des Landes angebotene Virtuelle Medizinische Bibliothek (VMB) hat sich zu einer der wichtigsten Informationsplattformen für das Gesundheitspersonal entwickelt: mit täglich rund 1000 Nutzern.

Mehr Informationen zur VBM und den Zugang gibt es hier.

[via provinz.bz.it]