Kein Plus mehr in der Google-Suche

12 Jahre lang konnte man mit dem Pluszeichen erzwingen, dass ein Begriff in den Ergebnissen erscheinen muss. 12 lange Jahre, in denen Google mehr oder weniger das fand, was man suchte. Nun wurde das Pluszeichen einfach so seiner Funktion beraubt. Bei der Suche nach +orcid erfährt man:

Ergebnisse für orcid
Der Operator + wurde ersetzt.
Verwenden Sie für die Suche nach einem genauen Wort oder einer genauen Wortgruppe doppelte Anführungszeichen: “orcid”

In Wired findet sich ein lesenswerter Artikel über den Plusmord. Dort werden auch “Alternativen” aufgeführt. Zum Beispiel ein Greasemonkey-Script, das jeden Suchbegriff automatisch mit Anführungszeichen versieht, oder die “Suchmaschine” (oder besser -maske) FindErr, die dasselbe macht. Beides wenig überzeugend. Interessanter klingt da schon der Hinweis auf die Suchmaschine Duckduckgo. Schräger Name, aber man wird sehen, wie sich die Seite entwickelt.

At Google’s scale, user testing can hide the behaviors and passions of entire subcommunities. The long-term implications of small changes like these are very hard to predict, especially with early adopters.

Who knows? If Google’s search engine dominance started with an “and,” it might just end with a “+”.

Ernsthafte(!) Alternativen zu Google wären auf jeden Fall wünschenswert.

Die Suchmaschine des MC Hammer

MC Hammer hat nicht nur die vermutlich wichtigste Firefox-Extension überhaupt ermöglicht. Er hat nun auch eine Suchmaschine präsentiert, die über das gewohnte hinausgehen soll: It’s about relationships beyond just the keywords.

Diese Suchmaschine heißt WireDoo und ist leider noch nicht verfügbar. Mehr Infos gibt’s bei Mashable.

Google, Du weißt es nicht besser!

Google weiß es besser. Manchmal. Besonders, wenn es um Vertipper geht. Aber: Google liegt gefühlt mindestens genauso oft daneben, wie es richtig liegt. Worum geht’s? Um die Vermonsterung der hilfreichen Funktion “Meinten Sie”!

“Nein, ich meine wirklich ORCID. Danke der Nachfrage!” hätte ich gerne geantwortet. Doch statt die Ergebnisse für “mendeley + orcid” anzuzeigen, bekomme ich direkt die für “mendeley + orchid” angezeigt.

Google: das nervt!

Wacko Search

Der Presurfer klagt:

Remember when you first started using the Internet and the thrill of finding interesting and different sites, often by accident? Search engines have taken the fun out of surfing.

Wacko Search ist eine Suchmaschine der anderen Art. Man sucht etwas und bekommt etwas völlig anderes. Ich kann auch nach 10 Versuchen keinen Zusammenhang zwischen Suchbegriff und Ergebnis erkennen. Ein interessanter Lösungsansatz für das vom Presurfer geschilderte Problem.

Innerhalb weniger Minuten erfuhr ich so von einem aus 50.000 Milchkartons erbauten Schloß, ließ mir Halbleiterphysik von Britney Spears erklären und

Andere Merkwürdigkeiten, deren Nichtverlinkung ich nicht übers Herz bringe:

Die Suchergebnisse wiederholen sich zwar recht schnell, aber dennoch gilt: Achtung, nicht verwenden, wenn man gerade überhaupt keine Zeit hat, um einfach mal auf interessant klingende Links zu klicken!

Kritische Recherche für Journalisten – Teil I

Immer wieder werden Jubelmeldungen über Produkte wie zum Beispiel die “Onleihe” publiziert. Was mir ein Rätsel ist: Warum wird die Kritik an der Onleihe wirklich so gut wie nirgendwo erwähnt? Darf man in Lokalzeitungen nichts Kritisches über die Stadtbibliothek schreiben, weil die Redaktion dann befürchtet, nicht zur nächsten Autorenlesung eingeladen zu werden?

Aktuelles Beispiel: MacNews schreibt über “kostenlose E-Books und E-Paper per Onleihe”. Aha, aha. Die Onleihe ist also kostenlos. Für wen? Für die Bibliotheken? Auch wenn meines Wissens niemand belastbare Zahlen rausrückt: Eher nicht. Für die Bibliotheksnutzer? Ebenfalls eher nicht. Denn Stadtbibliotheken fordern von Ihren Nutzern oft Gebühren. Auch Steuergelder, von denen wohl fast alle Onleihe-Bibliotheken finanziert werden, kommen nicht aus dem Nichts.

Wie kommt man an solch ein Geheimwissen heran? An dieser Stelle ausnahmsweise ein Tipp vom Informationsprofi für Journalisten und solche, die sich dafür halten.

Man nehme:

  1. Die Suchmaschine des geringsten Misstrauens. Kaum zu glauben, aber dieser Trick funktioniert wirklich mit fast allen!
  2. Als ersten Suchbegriff wählen Sie den Namen des Produkts, über das zu berichten ist. In diesem Fall: “Onleihe”.
  3. Nun (und jetzt wird’s raffiniert!) fügen Sie einen zweiten Begriff hinzu. Und zwar: “kritik”.
  4. Nun lösen Sie die Suche aus.
  5. Gucken Sie sich die Suchergebnisse an. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit müssen Sie sich die Spezialkompetenz des Blätterns auf die zweite Ergebnislistenseite nicht aneignen, da sich unter den ersten Treffern schon eine Menge relevanter Kritik findet.

Auch wenn das jetzt kompliziert aussieht: Versuchen Sie es! Ich glaube an Sie! Damit Sie den Einstieg schaffen, habe ich die Probe auf’s Exempel mit den beiden zur Zeit vermutlich relevantesten Suchmaschinen und dem erwähnten Beispiel für Sie vorbereitet:

Das funktioniert auch mit anderen Suchmaschinen, z.B. Metager.

Achtung: Die Berücksichtigung dieses Tipps könnte zu kritischer Berichterstattung führen. Wenn Sie eine Karriere in den PR-Abteilung der zu besprechenden Firmen beabsichtigen, sollten Sie eventuell davon absehen.

BASE steigt auf VuFind um

Im BASE-Blog wird der Umstieg von BASE von FAST auf Lucene/Solr mit der Oberfläche VuFind beschrieben.

Die vollständige Ablösung des FAST-Systems ist für die nächsten Monate geplant, ebenso die Umlenkung der BASE API auf den neuen Index. Der Index unter Lucene/Solr wird vorerst in unregelmäßigen Abständen aktualisiert werden.

Die Oberfläche ist im BASE Lab schon testbereit. Einiges funktioniert noch nicht. Zum Beispiel wird die Suchsortierung immer auf “Relevanz” zurückgesetzt, wenn man die Suchergebnisse eingrenzen möchte. Aber für eine Beta-Version sieht das schon sehr ordentlich aus. Lucene/Solr entwickeln sich mehr und mehr zum Standard in der deutschsprachigen Bibliothekslandschaft.

Quertle: Annual Report on Trends in Literature Searches

Quertle informiert über Suchtrends:

The search trends from the Quertle search site for calender year 2010 are presented. Search topics have been broken out into major categories (diseases, proteins, chemicals, biological processes, organisms, organs, power terms, and journals). Although certain search terms have been consistently high used, there are significant changes in other terms throughout the year.

Detaillierter wird es im Annual Report on Trends in Literature Searches (albernerweise passwortgeschütztes PDF).

Google verstümmelt Auto-Complete

Wer nach einem Torrent für die neueste Linux-Distribution sucht, wird neuerdings nicht mehr von der Auto-Complete-Funktion unterstützt. Wie Switched berichtet, werden Begriffe wie “Torrent” oder “Bittorrent” nun blockiert. Andere Beispiele geblockter Begriffe (aus der englischsprachigen Google-Version), unter anderem:

  • “Pamela Anderson” (though “Pam Anderson” works)
  • “bisexual”
  • “women rapping”
  • “babes in toyland”
  • “white power”
  • “i hate”
  • “fuchsia”

Rappende Frauen und Fuchsien? Darauf einmal die nicht rappenden Babes in Toyland und noch einmal Babes in Toyland:

Vascoda und dann?

Im Vascoda-Blog heißt es zur Zukunft von Vascoda:

Vereinbart wurde, dass bis Mitte 2011 ein Wirtschafts- und Arbeitsplan für die Zeit ab 2012 erarbeitet wird. Darin sollen verschiedene Varianten zur Fortführung des Vereins aber auch Optionen zur Weiterführung der von den Mitgliedern gewünschten Aufgaben in anderer Form darstellt und für diese Varianten möglichst die konkreten (finanziellen) Verpflichtungen der dann verbleibenden Mitgliedseinrichtungen bzw. Beteiligten benannt werden.

Darüber hinaus wurde einstimmig beschlossen, das bisherige vascoda-Portal als Recherche- und Einstiegsportal zum Jahreswechsel 2010/2011 abzuschalten bzw. durch das vascoda-Blog zu ersetzen. Dies wird noch in dieser Woche vollzogen. Mittels eines Redirects wird in einem ersten Schritt von allen Seiten unter http://www.vascoda.de automatisch auf das vascoda-Blog (http://vascoda.wordpress.com) weitergeleitet. Eine Suche im vascoda-Suchraum wird nicht mehr möglich sein. Solange unklar ist, ob und wie es mit dem Verein weitergeht, sind größere Aufwände für das Einrichten eines neuen Webauftritts sicher nicht zu rechtfertigen. An das vascoda-Portal gekoppelt ist das Linkresolver-Gateway, welches von verschieden Fachportalen als Dienst zur lokalen Verfügbarkeitsprüfung genutzt wird. Dieser Dienst soll weiter angeboten werden, muss aber zwingend überarbeitet und aktualisiert werden. Verschiedene Ideen für die Ausgestaltung gibt es schon, wann diese wie umgesetzt werden, muss aber noch geklärt werden. Bis dahin wird das vascoda-Blog erst mal nicht unter der Domain www.vascoda.de betrieben, wird aber natürlich durch die Weiterleitung über diese Adresse zu erreichen sein.

Eine Möglichkeit, die Suchräume der einzelnen Fachbibliotheken sinnvoll zu nutzen wäre vielleicht, sie in einer Form anzubieten, wie es mit dem kooperativen Solr/Lucene-Index des GBV geplant ist. Till Kinstler illustriert die Idee in den folgenden Folien:

Würden die einzelnen Indices frei zur Verfügung gestellt werden, könnten Bibliotheken die fachlich jeweils relevanten lokal aggregieren. Dies würde zu einer erheblichen Mehrnutzung der von den Fachportalen gesammelten Informationen führen. Sinnvolle Idee?