Economist über "User-generated science"

Im Economist wird versucht, User-generated science greifbar zu machen. Dabei wird auf das Henne-Ei-Problem des wissenschaftlichen Bloggens aufmerksam gemacht (das übrigens genauso auf das Open-Access-Publizieren zutrifft):

With the technology in place, scientists face a chicken-and-egg conundrum. In order that blogging can become a respected academic medium it needs to be recognised by the upper echelons of the scientific establishment. But leading scientists are unlikely to take it up until it achieves respectability. Efforts are under way to change this. Nature Network, an online science community linked to Nature, a long-established science journal, has announced a competition to encourage blogging among tenured staff. The winner will be whoever gets the most senior faculty member to blog. Their musings will be published in the Open Laboratory, a printed compilation of the best science writing on blogs. As an added incentive, both blogger and persuader will get to visit the Science Foo camp, an annual boffins’ jamboree in Mountain View, California.

Besten Dank an an Uli für den Hinweis!

Warum PDF-Dateien verschlüsseln?

Collection by 96dpi Peter Suber schreibt über die Open Access Policy der Fraunhofer-Gesellschaft, die auf Deutsch und Englisch als PDF-Datei veröffentlicht wurde. Dabei moniert er:

Unfortunately, both the German and English versions of the policy are locked PDFs which block cutting/pasting (why?) and I don’t have time to rekey the important passages.

Why? Gute Frage! Wenn man mit wissenschaftlichen Autoren über elektronische Publikationen spricht, stößt man schnell auf einen Wust des Mißtrauens gegen das einfach so ins Netz stellen. Viele Autoren denken offensichtlich, sie müssten ihr Werk in jeder Art und Weise gegen eventuellen Mißbrauch schützen. Worin dieser Mißbrauch genau bestehen könnte, ist meist unklar. Auf Nachfrage wurde mir schon diverse Mal „das Copyright“ genannt, das es zu schützen gelte. Abgesehen davon, dass es in Deutschland kein Copyright gibt, sondern ein Urheberrecht, hat dessen Durchsetzung auch wenig bis gar nichts [1] Wenn ich §95a des Urheberrechtsgesetz richtig verstehe, ist die Umgehung technischer Kopierbremsen zwar verboten, aber ebenso einfach wie unnötig. mit technischen Sperren zu tun.

Das es im betrieblichen Umfeld Sinn ergeben mag, PDF-Dateien gegen Veränderung zu schützen oder den Empfängerkreis zu begrenzen, ist klar. Aber vor was fürchtet sich ein wissenschaftlicher Autor? Davor, zu oft zitiert zu werden? Wohl kaum. Wovor dann?

References

References
↑1 Wenn ich §95a des Urheberrechtsgesetz richtig verstehe, ist die Umgehung technischer Kopierbremsen zwar verboten, aber ebenso einfach wie unnötig.

10th International Conference on Science and Technology Indicators

Morgen beginnt die 10th International Conference on Science and Technology Indicators in Wien.

Das Erkennen von Trends in der Forschung, die Identifikation von Forschungsgebieten mit einem hohem Zukunftspotential, sowie die Messung von Forschungsleistungen sind die Leitthemen der “10th International Conference on Science and Technology Indicators”.

Die quantitative Messung der Leistung und Entwicklung von Forschung und Technologie (F&T) hat international eine lange Tradition und findet breite Akzeptanz in der F&T-Politik. Eines der bekanntesten Konzepte ist der Impact Faktor von wissenschaftlichen Zeitschriften, welcher durch die Zahl der Zitierungen die Sichtbarkeit wissenschaftlicher Arbeit in der Scientific Community erfasst. “Die Anwendung und die Weiterentwicklung von ähnlichen bibliometrischen Indikatoren gehören auch zu den Aufgaben einer modernen Universitätsbibliothek”, sagt Programme Chair Juan Gorraiz von der Universität Wien.

Weitere wichtige Konferenzthemen sind: Neue Anforderungen und Entwicklungen im Open Access-Publikationswesen, neue Möglichkeiten zur Erforschung der Wissenschaft, Fortschritte in der Forschung zur Knowledge Based Economy und neuartige Analysekonzepte, wie z. B. Netzwerkanalyse und Forschungslandkarten (Mapping Science).

Über 250 WissenschafterInnen, insbesondere InformationswissenschafterInnen, WissenschaftspublizistInnen sowie ForschungsmanagerInnen, DatenbankanbieterInnen, BibliothekarInnen und Policy Maker aus der ganzen Welt tauschen neueste Erkenntnisse über Entwicklung und Anwendung von Forschungs- und Technologieindikatoren aus. Neben VertreterInnen der Industrieländer nehmen auch zahlreiche ForscherInnen aus Schwellenländern an der Konferenz teil.

Die Themenpalette klingt interessant. Wer genaueres wissen möchte, dem sei das mit 49 MB reichlich schwergewichtig geratene Book of Abstracts (PDF) empfohlen.

[via IDW-Online]

Wissenschaft und freies Wissen

Kleiner, durch die Knol-Diskussion längst veralteter Beitrag zur Motivation wissenschaftlicher Autoren. Dies ist ausdrücklich ein unfertiges Fragment. Ich habe jetzt einfach mal auf „Veröffentlichen“ geklickt, weil es sonst wohl nie fertig geworden wäre.

Nielsen fragte sich, warum Wikipedia eigentlich nicht von Wissenschaftlern begründet wurde. Immerhin gehe es doch darum, jegliches Wissen unserer Zeit frei verfügbar zu machen. Er widmet dieser Frage ein ganzes Kapitel seines gerade in Entstehung befindlichen Buches.

In fact, in the early days very few professional scientists were involved. To contribute would arouse suspicions from your colleagues that you were wasting time that could be spent on more “useful” things, like teaching, or writing papers and grants. Even today, contributing to Wikipedia is regarded as a low-value activity by most professional scientists.

Diese Frage ist wichtig für das Verständnis des wissenschaftlichen Betriebs. Es ist offensichtlich attraktiver, Anträge zu schreiben, als einen kleinen Wikipedia-Artikel, obwohl bei letzterem ein wesentlich größerer Effekt auf den Wissensstand einer Gesellschaft zu vermuten ist. Zumindest ist der (tatsächliche) Impactfactor eines Wikipedia-Artikels vermutlich mindestens so hoch wie der einer beliebigen Fachpublikation. Der Unterschied ist nur, dass viele Wissenschaftler nicht zugeben, sich bei Wikipedia informiert zu haben. Und natürlich, dass der Autor bei Wikipedia fast immer anonym bleibt.

Auch Gia Lyons widmet sich dieser Problematik, zwar eigentlich aus einer ganz anderen Fragestellung heraus. Aber letztlich mit dem interessanten Ergebnis: Wer weiß, teilt sein Wissen ungern, und wenn dann am liebsten mit einem sorgsam ausgewählten Kreis von Gleichgesinnten.

Because human beings typically share their precious knowledge only with people they trust. Not a software application.

Wissenschaft wird primär zum Eigennutz betrieben?

Quo vadis, Wissenschaftsblog?

Wenn Wissenschaftler damit beginnen, ihre Gedanken und Notizen in Blogs niederzuschreiben, so bleibt das nicht folgenlos. Wissenschaftliche Blogs, die auch hierzulande zusehends populärer werden, verändern etwas – sie verändern die Wissenschaftskommunikation, die bloggenden Wissenschaftler selbst, das öffentliche Bild von der Wissenschaft und schließlich auch die Blogosphäre.

Spannender Gastbeitrag von Marc Scheloske bei KoopTech.

LISWire

Blogs werden schnell verdächtigt, eine Art Pressedienst für bestimmte Themen zu sein. Was im Normalfall zu kurz oder auf jeden Fall daneben greift. LISWire hingegen will genau dies sein. In eigenen Worten:

LISWire is a brand new idea from the guy behind LISNews & LISHost, Blake Carver. The plan is to allow member companies and organizations to use LISWire to send their full-text news releases and multimedia content to librarians, journalists, library professionals and the general public. We’re going to build a network to distribute this information world wide.

You can grab the main LISWire RSS Feed Here.