Seitenangaben mit f. und ff. nicht mehr empfohlen?

Während in älteren wissenschaftlichen Publikationen, in denen z. T. geringere Ansprüche an die Exaktheit von Nachweisen gestellt wurden, die Angabe mittels „ff.“ üblich war (neben anderen veralteten Nachweisangaben wie „a. a. O.“ oder „op. cit“), wird von ihrem Gebrauch u. a. in geisteswissenschaftlichen Arbeiten heute meist abgeraten. Stattdessen wird in der Regel empfohlen, eine exakte Erstreckung von Seiten, Paragraphen, Daten etc. anzugeben: statt „vgl. S. 139 ff.“ also z. B. „vgl. S. 139–145“.

So ist es im Wikipedia-Eintrag “f.” zu lesen, die Begründung leuchtet auch ein. Unüblich ist die Verwendung allerdings in meiner Wahrnehmung immer noch nicht. Kann jemand aus der werten Leserschaft diese unbelegte Behauptung im Wikipedia-Eintrag belegen? Wenn nicht mit Quelle, dann vielleicht anekdotisch?

Phantomzitat in den Medien

“Nie geschriebenes Paper wurde in 400 Fachartikeln zitiert”, schreibt der Standard. Leider ist dem nicht existierenden Artikel keine DOI zugeordnet, sonst könnten wir jetzt zusätzlich beobachten, welch erstaunlichen Altmetrics-Zahlen der Artikel erreicht. Es handelt sich um folgende Zitation:

Van der Geer, J., Hanraads, J.A.J., Lupton, R.A., 2000. The art of writing a scientific article. J Sci. Commun. 163 (2) 51–59.

Weitere Infos gibt es von Anne-Wil Harzing, inklusive einer Analyse der zitierenden Artikel: The mystery of the phantom reference.

[via @FHB_Bibliothek]

Über Forschung mit studentischer Beteiligung

Amgad, Mohamed; Man Kin Tsui, Marco; Liptrott, Sarah J.; Shash, Emad (2015): Medical Student Research: An Integrated Mixed-Methods Systematic Review and Meta-Analysis. In: PloS one 10 (6), S. e0127470. DOI: 10.1371/journal.pone.0127470.

Aus dem Abstract:

Medical student participation in research is associated with improved short- and long- term scientific productivity, more informed career choices and improved knowledge about-, interest in- and attitudes towards research. Financial worries, gender, having a higher degree (MSc or PhD) before matriculation and perceived competitiveness of the residency of choice are among the factors that affect the engagement of medical students in research and/or their scientific productivity. Intercalated BSc degrees, mandatory graduation theses and curricular research components may help in standardizing research education during medical school.

Der LateX-Kult

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Mehr und mehr ProfessorInnen aus den Ingenieurwissenschaften teilen mir mit, dass sie endgültig keine Lust mehr haben, sich mit LaTeX herumzuplagen. Sie wollen keine Texte setzen, sie wollen Texte schreiben. Leider wird das von Zeitschriften nur zum Teil goutiert, in der Sache bekommen sie aber Unterstützung durch diesen längeren und lesenswerten Text von Josh Parsons zum LaTeX Cargo Cult.

[via @lambo]

Weniger schlecht schreiben

Michael C. Munger gibt 10 Tips on How to Write Less Badly.

1. Writing is an exercise.
2. Set goals based on output, not input.
3. Find a voice; don’t just “get published.”
4. Give yourself time.
5. Everyone’s unwritten work is brilliant.
6. Pick a puzzle.
7. Write, then squeeze the other things in.
8. Not all of your thoughts are profound.
9. Your most profound thoughts are often wrong.
10. Edit your work, over and over.

Um die Tipps zu verstehen, sollte man den Artikel lesen.

Academic Phrasebank

Wissenschaftliches Schreiben auf Englisch ist für Nicht-Muttersprachler harte Arbeit. Besonders die Übersetzung, oder besser Übertragung, von Redewendungen und Floskeln fällt oft schwer. Auch als Leser von wissenschaftlichen Publikationen merkt man häufig, dass mancher Satz merkwürdig “unenglisch” klingt. Abhilfe schaffen will John Morley mit der Academic Phrasebank:

The Academic Phrasebank is a general resource for academic writers. It aims to provide you with examples of some of the phraseological “nuts and bolts” of writing organised under the headings to the left. It was designed primarily with international students whose first language is not English in mind. However, if you are a native speaker writer, you may still find parts of the material helpful.

Das Angebot ist durchaus ernst gemeint, es ist ein offizielles Angebot der University of Manchester, deren “University-Wide Language Programmes” Morley leitet.

Folgende Kategorien stehen zur Verfügung:

Will man z.B. unerwartete Ergebnisse beschreiben, geht man in die Kategorie “Discussing Findings” und findet dort unter “Unexpected outcome” unter anderem die Phrase “Contrary to expectations, this study did not find a significant difference between …”.

Ich prophezeie diesem Angebot weltweite Aufmerksamkeit, Beliebtheit und Morley wird regelmäßig Dankesbekundungen und Liebesbriefe erhalten. Und vermutlich Kritik wegen drohender “Verarmung der Sprache”, falls es in Großbritannien ähnlich hyperaktive Sprachwächter gibt wie hierzulande.

[via @MikePress]

Die Lernende Bibliothek 2009 – Präsentationen online

Vom 6.-9. September 2009 hat die Tagung “Die Lernende Bibliothek 2009” in Chur (CH) stattgefunden. Thema war: “Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel? Aktuelle Herausforderungen für die Bibliothek und ihre Partner im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens.”

Die Präsentationen sind nun online frei zugänglich. Am 1. Oktober erscheint der Tagungsband als Nr. 33 in den “Churer Schriften zur Informationswissenschaft”.

[via swiss-lib]

CfP: Die Lernende Bibliothek 2009

Call for Papers für Die Lernende Bibliothek 2009 am 6.-8. September 2009 in Chur (CH). Es geht um Wissensklau, Unvermögen oder Paradigmenwechsel.

Block 1 (“Was ist das Problem?”) fragt nach einer genauen Definition des
Problems und seiner Ursachen: Wie haben sich die Rahmenbedingungen des
wissenschaftlichen Arbeitens durch die Digitalisierung veraendert? Was
wissen wir ueber Relevanz und Verbreitung von fehlerhaftem, unethischem
Verhalten in der Wissenschaft?

Block 2 (“Wer traegt die Verantwortung?”) konzentriert sich auf einige
zentrale Akteure (u.a. Ausbildungsinstitutionen, Verlage und
wissenschaftliche Suchmaschinen) und deren unterschiedliche
Verantwortlichkeiten im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens.

In Block 3 (“Wie kann man das Problem behandeln?”) werden
Loesungsmoeglichkeiten aus den Bereichen wissenschaftliche Ausbildung sowie
Erkennung und Sanktion von unethischem wissenschaftlichem Verhalten
vorgestellt.

Block 4 (“Die Verantwortung der Bibliothek”) fokussiert auf die Bibliotheken
als bedeutsame Akteure im Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens, deren
traditionelle Verantwortung für den Bestandsaufbau und die Benutzerschulung
in einer digitalisierten Welt durch neue Fragen und Herausforderungen
gepraegt ist.

Der gesamte Call for Papers (PDF). Deadline ist der 15. März 2009.

Umfrage zum "wissenschaftlichem Arbeiten im Web 2.0"

Umfrage zum wissenschaftlichen Arbeiten mit 2.0-Instrumenten:

Das Forschungsprojekt “Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0” an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg untersucht derzeit Möglichkeiten zur Nutzung des so genannten „Web 2.0“ in der Wissenschaft.

Der nachfolgende Fragebogen soll grundlegende Fragen klären. Sie brauchen sich nicht mit dem Thema beschäftigt zu haben, um ihn auszufüllen, dafür aber zehn Minuten Zeit.

Alle Daten werden anonym erhoben und ausgewertet.

Hier geht’s zur Umfrage.

Update: URL korrigiert