11. Oracle Bibliotheken Summit in Weimar

“Die digitale Datenflut: Strukturieren – Interpretieren – Nutzen”

unter diesem Motto steht unser 11. Oracle Bibliotheken Summit am
27./28. Oktober 2010, das diesmal im pittoresken Weimar, der Stadt der
Dichter und Denker, stattfinden wird.

In Präsentationen erfahren Sie Neues rund um
– Semantic Web
– Umgang mit Forschungsdaten und die Rolle von Bibliotheken
– Publikationsmanagement
– neue Technologien in Bibliotheken.

Eine begleitende Ausstellung mit unseren Partnern bietet Ihnen weitere
Informationsmöglichkeiten. Die Pausen und ein gemeinsames Abendessen
geben Ihnen genügend Raum zum regen Austausch mit Ihren Kollegen aus
Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Weitere Infos gibt es auf den Webseiten von Oracle.

Wie werden E-Journals von Wissenschaftlern genutzt?

Das Research Information Network hat die Nutzung von E-Journals (am Beispiel der Oxford Journals) untersucht: “The e-journals revolution: how the use of scholarly journals is shaping research”. Die Kernpunkte:

  • One third of users access Oxford Journals outside business hours
  • Around 40% of sessions originated from a Google Search
  • Most users spend little time on journal webpages, but return often
  • The median age of articles was 48 months (life sciences), 73 months (economics), and 90 months (history)
  • Life sciences users rarely read abstracts on publisher platforms

Detailliertere Informationen im Blog von Martin Fenner.

DRadio Wissen und die digitale Kluft

Jennifer Pickett sorgt sich in ihrer wöchentlichen Kolumne At Your Library um den Teil der Bevölkerung, der von den Entwicklungen der Web-Gesellschaft zunehmend abgehängt wird.

I am increasingly worried about the expanding digital divide or the gap that exists between people with access to information technology and those who don’t have that access. More and more people are coming to the library who need something they can only get on the Internet but they don’t have the skills to find it themselves. Some of these things are quick to find, but increasingly people are looking for help filling out online forms or doing research that involves entering personal information into the computer.

Passend dazu: DRadio Wissen wird es nur digital geben. Die Mission des Senders:

Wissen, das ist nicht nur Wissenschaft. Wir senden, was hilft, die Welt in all ihrer Vielfalt zu verstehen.

Wer weiß, wie man sich online bewegt, dem wird also zu noch mehr Wissen verholfen. Wer nicht, darf zwar GEZ bezahlen, bleibt aber außen vor.

Lemire: Cheaters are innovators

Daniel Lemire meint man dürfe nicht zu sehr nach Konsens suchen, wenn man etwas verändern will:

  • You do not convince existing journals to give more respect to this new field you created. You go out and create your own journals and conferences. John von Neumann did not wait for his colleagues to approve of his work on Computers. In fact, he had to use threats to get what he wanted.
  • You do not convince libraries to embrace e-commerce. You create Amazon.com.
  • You do not convince university librarians to stop worrying about what the publishers need. You go out and create Google Scholar.
  • You do not wait for Amazon.com’s management to approve the use of a recommender system. You do what Greg Linden did and squeeze the feature in during a test.
  • If you can prove Poincaré conjecture, you don’t wait for a journal to approve your work, you just post it on arxiv.

Lemires Blog ist häufig lesenswert, ob er nun für eine autorenzentrierte Wissenschaft plädiert oder aber die Wahrheit über Forschungsförderung herauszufinden versucht.

Exzellente Phantomaufsätze in Göttingen

Aufruhr an der Universität Göttingen:

Dort wird Forschern vorgeworfen, Aufsätze (noch) gar nicht geschrieben, sie aber gleichwohl auf ihren Publikationslisten vermerkt zu haben, um sich Drittmittel zu erschleichen.

Es sieht so aus, als wären hier nicht nur bibliometrische Methoden zur Quantifizierung wissenschaftlicher Arbeit gefragt. Offensichtlich muss in Zukunft auch geprüft werden, ob Arbeiten überhaupt existieren…

[via SZ]

CERN fördert Open Peer Review

CERN will mit offenem Peer Review das Open-Access-Modell beflügeln

Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Teilchenphysik und internationale Bibliotheken wollen die Qualität von Fachartikeln, die gemäß dem Open-Access-Prinzip kostenlos übers Internet veröffentlicht werden, verbessern. Sie haben daher ein Konsortium ins Leben gerufen, um eine gemeinsame Begutachtung der in Eigenregie publizierten Texte im wissenschaftsüblichen Peer-Review-Verfahren zu ermöglichen. Seinen Sitz hat das Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics (SCOAP3) am Genfer CERN, einem der weltweit führenden Institute im Bereich der Nuklearforschung und Geburtsstätte des World Wide Web. Kernidee der Vereinigung ist es, die Kosten für das Gegenlesen und Kommentieren der Beiträge durch andere Forscher aus dem gleichen Fachgebiet gemeinsam zu schultern.

Deutscher Teilnehmer des Konsortiums ist unter anderem die TIB.

Google lässt Wissenschaftler im Stich

Im September 2007 gab Google bekannt, dass wissenschaftliche Daten in Zukunft gratis gehosted werden können, sofern die Eigentümer die Daten frei (public domain) zur Verfügung stellen. Zu diesem Zweck sollten per Post Festplatten verschickt werden, deren Inhalt – wissenschaftliche Terabytes – von Google dann kostenlos gehosted wird. Details in dieser Präsentation:

Nun bekommt Google kalte Füße und stampft das Projekt ein, bevor es überhaupt offiziell eröffnet wurde. Nature Blog:

Initially scheduled for public release around last month, Google pushed the launch date back to January 2009. Since then Google has been making economies in the face of the financial crisis, and the non-profit Google Research Datasets project was reviewed. Late Wednesday evening, a spokesperson wrote me to say that “We’ve been evaluating our resources to ensure they are used in the most effective possible way to bring maximum value to our users. Unfortunately, we’ve decided not to launch Google Research Datasets publicly, but to instead focus our efforts on other activities such as Google Scholar, our Research Programs, and publishing papers about research here at Google.”

Bislang wurden anscheinend nur Testdaten bearbeitet, glücklicherweise noch keine “richtigen” Daten. Dies ist ein Präzedenzfall bezüglich der Zuverlässigkeit Googles im Ernstfall. Wired:

“‘It’s a sad story if it’s true,” wrote Attila Csordas, a stem cell biologist and author of Partial Immortalization who recently moved to Hungary from Tulane University, in an email to Wired.com. “Assuming it is true that might mean that Google is still a couple years away from directly helping the life sciences (on an infrastructural level).”

Other scientists remained hopeful that the service might return in better times.

Selbst wenn der Dienst wieder aufleben sollte, bleiben nun doch ernste Zweifel an dessen Zuverlässigkeit. Eine Alternative kann sein, die Daten in P2P-Netze zu stellen und an mehreren Standorten zu verteilen. Universitäre Rechenzentren sollten eigentlich Kapazitäten für solche Projekte haben oder zumindest schaffen können. Das Outsourcen der Archivierung und Verteilung freier wissenschaftlicher Daten ist meines Erachtens nur eine Notlösung.

Universitäres Wissen teilen

Universitäres Wissen ist geteiltes Wissen. Es gibt keine Einheitswissenschaft, die universitäre Erkenntnisse in ihrer Gesamtheit umfasst. Die Gegenstände wissenschaftlicher Betrachtung sind mitbestimmt durch die Betrachtungsweise der jeweiligen Disziplin: durch ihr leitendes Interesse, ihren methodischen Zugang, ihre Sprache und Geschichte. Dass disziplinäre Erkenntnisse Bestandteil universitären Wissens werden, bedingt Mitteilung und dialogische Beteiligung – auch und gerade über die Grenzen der Disziplinen hinweg.

Ein interessantes Thema, dem sich das Symposium “Universitäres Wissen teilen” im März 2008 widmete. Die Organisatoren gehen bezüglich der gewonnen Erkenntnisse vorbildlich voran und teilen ihr universitäres Wissen CC-lizensiert und online schon vor Erscheinen der Printpublikation beim VDF Hochschulverlag: “Universitäres Wissen teilen : Forschende im Dialog” (PDF).

[via digithek]

Call for Papers: Berlin Open '09

Am 22. und 23. Juni 2009 findet im Marshall Haus der Messe Berlin die Berlin Open statt. Dazu gibt es auch einen Call for Papers. Themen sind:

• Zukunft der Wissenschaft – von elitären Zirkeln zu “hard blogging scientists”
• Geodaten, der öffentliche Raum und das Gemeinwohl
• Open Source, die Life Sciences und Open Access
• Offen gesprochen – Open-Source-Einsatz in Praxis und Wissenschaft,Unternehmen und Verwaltungen
• Der vollkommen offene Kapellmeister – Offene Musikproduktion heute und in Zukunft

[via Linux-Magazin]