Bibliographische Daten aus APIs

Im Artikel Using Book Data Providers to Improve Services to Patrons in der neuen Code4Lib-Ausgabe beschreibt Mike Beccaria, wie er für ein Widget bibliographische Informationen über die APIs von Librarything, Open Library und Google Book Search bezieht.

At Paul Smith’s College, I recently implemented a “New Books” display using open APIs and an image scroller. In this article I’ll give a brief overview of Google Book Search, OpenLibrary and Worldcat, explain how I created this New Books Widget using book cover data, and provide readers with some practical and simple code to show how to collect this data. This article will be of interest to anyone who wants to read about a brief overview of current state of free book data service providers. Additionally, beginner programmers will likely find the examples at the end of the article helpful when getting started with projects of their own.

Sein Widget beschreibt er folgendermaßen:

Python software that reads a text file containing ISBN numbers and uses them to query Open Library and Google Book Search for book information from the respective libraries and adds them to a MYSQL database. Also downloads and processes book thumbnail covers.

Eine interessante Ergänzung zur Kollektion ähnlicher Widgets im Code4Lib-Wiki, die bei der Weiterentwicklung des Open Book Widgets sicherlich Einfluß haben wird.

Ideen und Entwickler gesucht: Open Book Widget

John Miedema freut sich über 1000 Downloads seines Open Book Widgets. Gleichzeitig läd er zur Mitarbeit ein:

What is most compelling is that OpenBook is free and open source — the entire codebase is available for inspection and innovation by the library world. To facilitate that sharing, I invite you to join a conversation that is starting about open source book widgets. No techie experience required, only an interest in book widgets, those little interfaces for sharing book data. Join our discussion list. Edit our wiki. Or just have a peek. More information to follow later.

Dem Aufruf möchte ich mich anschließen. Entstehen kann im Idealfall eine Programmbibliothek, die Zugriff, Verbreitung und Verarbeitung bibliographischer Daten im Web einfacher und gebräuchlicher macht. Das Projekt befindet sich noch ganz am Anfang. Einflußnahme auf die Ziele und die Struktur sind also noch möglich und sogar erwünscht.

Finanzkrise und Bibliothekwesen

Auch Mark Buzinkay macht sich Gedanken über die Finanzkrise und die Folgen für das Bibliothekswesen. Dabei ist vieles, das auf der Stelle einleuchtet. Eingehen werde ich hier jedoch auf ein paar der weniger offensichtlichen Punkte:

3. Das Finanzmanagement wird nun endgültig professionalisiert. Veranlagung von Geldern, oft nicht mit dem heutigen Risiko-Bewußtsein durchgeführt, ist Schnee von gestern. Das bedeutet aber auch, dass die Betriebswirtschaft in Bibliothekskreisen weiter an Bedeutung zunehmen wird, zumindest auf der Führungsebene. Das wird auch Auswirkung auf die Profile künftiger BibliotheksleiterInnen haben.

Kann ich mir nicht vorstellen, halte ich auch nur begrenzt für sinnvoll. Welchen Einfluß hat denn die Führungsebene einer Bibliothek tatsächlich auf ihr Budget? Mit ein bißchen Lobbyarbeit beim Träger kann man es ein wenig hochschrauben. Es geht aber doch hauptsächlich um die Verwaltung eines relativ festen Budgets. Um dabei nach innovativen und effektiven Wegen zu suchen, ist meines Erachtens kein BWL-Schwerpunkt im Studium notwendig. Die Führungsebene zumindest von wissenschaftlichen Bibliotheken sollte erst einmal bibliothekatische Kernkompetenzen abdecken. Wenn dann noch Luft bleibt für BWL: gerne.

5. Könnte also die Krise eine Chance für Open Access sein, endgültig den Durchbruch zu schaffen? Das scheint mir nicht abwegig, zumindest bei jenen Zeitschriften, die über eine gute Qualität verfügen. Für die Bibliothek würde das bedeuten, zumindest einige gute Quellen als Alternative zu nicht mehr leistbaren Zeitschriften unentgeltlich anbieten zu können. In einigen wissenschaftlichen Bibliotheken ist das bereits Realität. Das dürfte sich noch weiter verstärken.

Im Prinzip ja, aber… leider bestehen etliche Wissenschaftler darauf, genau diese und jene Information haben zu wollen. Für Haus- und andere Studienarbeiten trifft die Vermutung sicherlich zu, für die Forschung nur sehr begrenzt. Der Druck könnte höchstens auf anderem Wege erfolgen. Wenn die Bibliotheken jetzt deutlich machen, dass es finanziell finster wird, können eventuell mehr und mehr Wissenschaftler für OA gewonnen werden. Dies hat dann langfristig zur Folge, dass immer weniger Toll-Access-Artikel benötigt werden.

6. Kostenreduktion durch Open Source? Ebenfalls eine interessante Alternative – weg vom kostenpflichtigen Lizenzmodell hin zu kostenlosen Lösungen. Letzteres ist aber nicht kostenfrei, da auch die Implementierung und Anpassung an die eigene Systemarchitektur Know-how und Zeit erfordert. Wer das zur Verfügung hat, kann sich glücklich schätzen. Der Run auf BibliothekarInnen mit IT-Background ist längst fällig. Die Krise könnte also zu einer Modernisierung von Bibliotheken von innen heraus führen. Hier mal ein gutes Verzeichnis von Open Source Produkten…

Es ist ja gängige Meinung, dass Open Source im Prinzip genauso viel kostet wie „gekaufte“ Software. Aber wenn man das Geld schon ausgibt, kann man sich dafür wenigstens Know-How ins Haus holen. Also, IT-Bibliothekare: Es brechen goldene Zeiten an. Aber glaubt bloß nicht, für Euch würde man den TV-L mal etwas großzügiger auslegen. ;o)

7. Alternative Web 2.0: wer keine Wissens- und Zeitressourcen im Team hat, der kann sich auf vielen Gebieten auch mit Web 2.0 Diensten behelfen. Hier meine ich nicht nur Zusatzdienste, die den eigenen Katalog mit Funktionen anreichern, sondern alles, was mit Software zu tun hat: Office Software, Kommunikation, Content Management, CRM, … Aber auch hier gibt es Risken: gerade in dieser Zeit der Umwälzung werden auch Web 2.0 Anbieter Opfer der Situation. Und das kann wieder auf die Bibliothek zurückfallen – also: vorausschauend evaluieren.

Neben dem Problem der Datensicherheit bleibt auch das des Datenschutzes. Nutzerdaten würde ich z.B. keinem Fremddienst anvertrauen. Aber viele Dinge lassen sich auf jeden Fall auf diese Weise „outsourcen“. Wobei es an dieser Stelle auch immer die Überlegung zu treffen gilt, ob es nicht eine bessere Open-Source-Desktop-Applikation gibt.

Insgesamt bleibt abzuwarten, ob es zu einer Krise im Bibliothekswesen kommt. Falls sie kommt, ist immerhin Potential vorhanden, sie auch als Chance zu sehen.

Call for Papers: Berlin Open '09

Am 22. und 23. Juni 2009 findet im Marshall Haus der Messe Berlin die Berlin Open statt. Dazu gibt es auch einen Call for Papers. Themen sind:

• Zukunft der Wissenschaft – von elitären Zirkeln zu „hard blogging scientists“
• Geodaten, der öffentliche Raum und das Gemeinwohl
• Open Source, die Life Sciences und Open Access
• Offen gesprochen – Open-Source-Einsatz in Praxis und Wissenschaft,Unternehmen und Verwaltungen
• Der vollkommen offene Kapellmeister – Offene Musikproduktion heute und in Zukunft

[via Linux-Magazin]

Open Source and Libraries

Einen schönes Posting über Open Source and Libraries gibt’s im Blog der Howard County Library.

Whenever I teach open source to librarians I always start by outlining why libraries are the prefect breeding grounds for open source. What many librarians probably don’t realize is that the open source community actually shares a lot of the same ethics, ideals and characteristics as the library world. I think that Glen Horton put it best in his talk at the 2008 Computers in Libraries conference:

Libraries and Open Source Both…

* Believe that information should be freely accessible to everyone
* Give away stuff
* Benefit from the generosity of others
* Are about communities
* Make the world a better place

Publish or Perish: Harzings Hirsch

Wenn man den Hirsch-Faktor eines Autoren via Google Scholar ermitteln möchte, bietet sich Anne-Wil Harzings Publish or Perish an.

Publish or Perish is a software program that retrieves and analyzes academic citations. It uses Google Scholar to obtain the raw citations, then analyzes these and presents the following statistics:

* Total number of papers
* Total number of citations
* Average number of citations per paper
* Average number of citations per author
* Average number of papers per author
* Average number of citations per year
* Hirsch’s h-index and related parameters
* Egghe’s g-index
* The contemporary h-index
* The age-weighted citation rate
* Two variations of individual h-indices
* An analysis of the number of authors per paper.

Einen Artikel, der die Eignung von Thomson ISI Web of Science und von Google Scholar für die Zitationsanalyse vergleicht, ist hier zu finden.

Um einen kleinen Überblick zu bekommen, habe ich mal eine Journal Impact Analysis von Libreas (links) und Author Impact Analysis von Lawrence Lessig (rechts) gemacht (zum Vergrößern auf’s Bild klicken):

Das Programm ist schnell installiert, arbeitet zügig, und erlaubt es zumindest, Bibliometrie etwas greifbarer zu machen.

Open Library Environment Project

Ole ProjectMit Unterstützung der Andrew W. Mellon Foundation hat sich ein Konsortium anglo-amerikanischer und australischer Bibliotheken daran gemacht, ein offenes Bibliothekssystem unter dem Projektnamen „Open Library Environment“ („OLE Project“) zu entwickeln.

Hintergrund:

Proprietary Integrated Library Systems do not fit the modern scholarly research process or modern library workflows. It is nearly impossible for a library to integrate its commercial ILS with tools widely used by faculty and students, such as a course management system or emerging social-networking tools. Libraries find themselves adapting their workflows to outdated technology, rather than using technology to facilitate more efficient and effective workflows. The burden of maintaining and supporting existing ILS systems is hindering libraries’ ability to respond to new technologies and to scholars’ information needs and expectations. Dissatisfaction with current ILS systems is widespread. Many libraries are actively planning for life beyond their current ILS, but skeptical that good commercial alternatives will be available. By working together on a community-designed, open-source alternative to the ILS, libraries can design a technology system that will support rather than hinder their desire to innovate and to provide access to high quality scholarly information.

Ich bin nicht davon überzeugt, dass es wirklich notwendig gewesen wäre, ein komplett neues Projekt zu beginnen. Eine Integration vorhandener Lösungen wäre eventuell sinnvoller gewesen. Immerhin wird hier offensichtlich versucht, nicht nur den OPAC, sondern ein gesamtes Bibliothekssystem abzubilden.

ALA 2008: Top Tech Trends

Josh Hadro fasst im Library Journal die „Top Tech Trends“ des diesjährigen ALA-Konferenz zusammen.

  • Perennial favorites open source, APIs, and mobile devices given as top trends, among others
  • Technology glitches during streaming video, distracting chat room discussion during panel
  • Karen Coyle: Future may not involve libraries „if we don’t make some extreme changes.“

Äußerst empfehlenswerte Lektüre. Die meisten Erkenntnisse sind zwar weder neu, noch überraschend. So gebündelt findet man die diversen Ermahnungen („Mehr Offenheit!“) und Visionen („Mehr Offenheit!“) jedoch selten.

Bibforge – Sourceforge für Bibliothekswesen

Es gibt Blogs, bei denen man beim Lesen kein Wort übersehen darf. Der Jakoblog gehört eindeutig dazu. So ganz nebenbei fällt in einem Posting zur Verwaltung von Normdaten der mir bislang nicht geläufige Begriff „Bibforge“. Ein Klick darauf, und man landet in einem Blog, das Hinweise auf Serverinstallationsarbeiten gibt. Es scheint in Richtung Sourceforge für Bibliothekssoftware zu gehen. Näheres erfährt man in dieser Präsentation, auf die ein anderer Christian im Kommentar zu Jakobs Posting aufmerksam machte.