E-Books konvertieren und verwalten

Calibre ist ein Werkzeug, um E-Books zu verwalten und Dateien von einem Format in ein anderes zu konvertieren. Die Liste der verfügbaren Formate umfasst zur Zeit:

Input Formats: CBZ, CBR, CBC, CHM, EPUB, FB2, HTML, LIT, LRF, MOBI, ODT, PDF, PRC, PDB, PML, RB, RTF, SNB, TCR, TXT

Output Formats: EPUB, FB2, OEB, LIT, LRF, MOBI, PDB, PML, RB, PDF, SNB, TCR, TXT

Über die Konvertierung hinaus bietet Calibre verschiedene Funktionen zur Verwaltung von E-Book-Bibliotheken und der Synchronisierung mit verschiedenen E-Book-Readern.

At the moment calibre has full support for the SONY PRS line, Barnes & Noble Nook, Cybook Gen 3/Opus, Amazon Kindle line, Entourage Edge, Longshine ShineBook, Ectaco Jetbook, BeBook/BeBook Mini, Irex Illiad/DR1000, Foxit eSlick, PocketBook 360, Italica, eClicto, Iriver Story, Airis dBook, Hanvon N515, Binatone Readme, Teclast K3, SpringDesign Alex, Kobo Reader, various Android phones and the iPhone/iPad. In addition, using the Save to disk function you can use it with any ebook reader that exports itself as a USB disk.

Die Verwaltungsfunktionen sind für privaten Bereich brauchbar. Calibre ist steht Open Source und für Linux, Mac und Windows zum Download bereit. Eine Einführung in die wichtigsten Funktionen liefert Calibre-Entwickler Kovid Goyal in folgendem Video:

VuFind installieren – ein kurzer Erfahrungsbericht

Vor fast genau 3 Jahren habe ich hier zum ersten Mal über VuFind berichtet, Anfang 2008 dann noch mal darauf hingewiesen, wie wichtig Open-Source-Bibliothekssysteme doch als Innovationstreiber seien. Jetzt war es an der Zeit, die Gedankenspiele einmal in die Tat umzusetzen. Die TU Hamburg-Harburg ging zum 1. April mit gutem Beispiel voran und installierte VuFind. Auf einem (nur lokal zugänglichen) Testrechner habe ich dies nun auch gemacht. Erster Eindruck: so einfach wie lehrreich!

  1. Rechner vorbereiten. Ich habe einen uralten PC mit Ubuntu 10.4 ausgestattet. Netto-Arbeitszeit: ca. 30 Minuten.
  2. VuFind installieren. Dies kann man auf verschiedenen Wegen erledigen. Man kann das von Gerald Steilen gebaute inoffizielle Debian-Paket ausprobieren. Oder das Installations-Skript von der VuFind-Seite verwenden, das von Gerald ebenfalls modifiziert (Achtung, vermutlich nicht die aktuellste Version!) wurde. Wenn man Schritt 1 und 2 direkt hintereinander ausführt, ohne zwischendurch noch alles mögliche auszuprobieren, sollte die reine VuFind-Installation auch nicht länger als 1 Stunde dauern. Ich brauchte etwas länger, da ich zwischendurch über mehrere Kanäle (Twitter, Email, Telephon) großartigen Support von Gerald bekam. Vielen Dank an ihn und seine einschlägig vorbelasteten Kollegen von der VZG! Der Support war größtenteils nur notwendig, weil ich mein System vor der VuFind-Installation zum Teil kaputt konfigurierte.
  3. Daten einspielen. Dank Open Bibliographic Data kommt man als Bibliothekar inzwischen häufig leichter an bibliographische Daten aus anderen Bibliotheken als an die der eigenen. Für erste VuFind-Tests kann ich empfehlen: MARC records of UNC (Bibliothek der University of North Carolina). Die Daten werden problemlos importiert und sind in kleinen bekömmlichen Portionen erhältlich. Wenn man weiß, wie es geht, dauert es ca. 1-2 Minuten, solch ein Häppchen in den Solr-Index (die Suchmaschine hinter VuFind) zu kippen.

Insgesamt habe ich zwei Nachmittage benötigt, in denen ich mich diesem Projekt allerdings nur nebenbei gewidmet habe. Den Netto-Zeitaufwand würde ich mit ca. 2-3 Stunden beziffern. Dies ist aber nur eine grobe Schätzung.

Da die Installation nicht öffentlich zugänglich ist, kann ich an dieser Stelle nur einen Screenshot einfügen:

Lokale Testinstallation von VuFind an der FH Hannover

VuFind in der Praxis:

VuFind ist auch für IT-Laien einfach zu installieren und es bietet Funktionen, auf die man bei den momentan großflächig eingesetzten OPAC-Produkten vermutlich noch Jahre warten muss. Als Beispiele seien Permalinks für Katalogisate genannt. Und wer eine mobiltaugliche Fassung seines Katalogs wünscht, geht einfach in die Konfigurationsdatei, und schaltet den entsprechenden Parameter ein. Das war’s.

Ich prophezeie VuFind (und anderen freien Katalog-Oberflächen) einen baldigen Durchbruch in Deutschland. Es wird Zeit, dass das Bibliothekswesen in Deutschland seine wichtigsten Werkzeuge selbst in die Hand nimmt.

YaCy als Open-Access-Suchmaschine

Im letzten Herbst wünschte ich mir eine dezentrale Alternative zum OAIster. Der YaCy-Entwickler Michael Christen fand die Thematik spannend und teilte mir mit, dass YaCy intern auch schon einige Vorraussetzungen beherrscht, um bibliographische Daten zu bearbeiten, unter anderem den Umgang mit Dublin Core. Im Bibcamp-Blog schrieb ich im Oktober recht optimistisch:

Ein interessante Frage stellt sich aktuell durch die drohende OAIster-Wegschließung: Wie kann man man eine dezentrale Alternative zu OAIster schaffen? Bis zum Bibcamp wird vermutlich ein YaCy-Prototyp für die Suche in Dokumentenservern stehen. Das Bibcamp bietet eine hervorragende Gelegenheit, diesen Prototypen auf Herz und Nieren zu prüfen und vielleicht sogar direkt vor Ort zu verbessern!

Der Prototyp ist da, und werden mehrere YaCysten beim Bibcamp sein, die sicherlich gerne über bibliothekarische Anwendungen von YaCy diskutieren würden. In einer indischen Bibliothek wird es schon für eine digitale Bibliothek eingesetzt, die mehr als 2TB Audio, Video und E-Books und eine HTML-Oberfläche mit über 800.000 Seiten umfasst. Denkbar und sinnvoll wäre eine Anwendung zum Beispiel in Virtuellen Fachbibliotheken. Wenn man sie schon mit viel Aufwand konstruiert und mühsam Webquellen sammelt, könnte man den Index auch anderen zur Verfügung stellen. Und genau dies ist mit YaCy möglich.

Ich habe die neueste Version übrigens mal testweise auf meinem Desktoprechner installiert und innerhalb kürzester Zeit 20 Repositories mit bis zu 35.000 Dokumenten indexiert. Geht ganz einfach, und ist hier erklärt. Für einen Prototypen sehr respektabel, wie ich finde.

Open-Source-Recommender easyrec

Die Recommender-Software easyrec ist seit sechs Tagen komplett Open Source.

Benötigt werden für die Installation auf einem eigenen Server:

  • Java 5 SE [1] or later
  • Application Server Tomcat 6.0 [2] or later recommended or see other Application Servers
  • Database Server MySQL 5.1 [3] or later

Man kann den Dienst jedoch auch über eine API ausprobieren. Wer hat Zugriff auf einen Katalog und traut sich, das mal einzubauen? Mich würde doch sehr interessieren, ob die Ergebnisse so viel schlechter als die von Bibtip sind. Bibtip ist ein Projekt, dass zwar aus öffentlichen Mitteln finanziert wurde, aber dennoch sogar für öffentliche Einrichtungen kostenpflichtig ist. Kostenpflichtig für Hosting und Support würde ich ja noch verstehen. Wie auch immer: Easyrec wird z.B. beim Film-Shop Flimmit genutzt. Interessiert man sich z.B. für Plattfuss am Nil, wird sofort weitere Unterhaltungsware der schlagkräftigen Art angeboten („Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein“).

Repository-Software IR+

Logo IR+Der Chronicle of Higher Education berichtet über die neue Repository-Software IR+ der University of Rochester.

The idea is to get professors and graduate students to contribute their papers and dissertations to the repository by combining it with a Web-based workspace that accomplishes lots of other stuff they need to write up that research. Stuff like creating folders, managing files, and collaborating with colleagues. Also, they get to showcase their work on customized “researcher pages.”

Wie wichtig Funktionen wie personalisierbare Seiten sind, wurde hierzublog nun schon oft genug erwähnt. Und in Rochester kann man sich nun am praktischen Beispiel ansehen. Open Access kommt nur voran, wenn die Server den Wissenschaftlern handfesten Mehrwert bieten. Repository-Entwickler, sehr Euch IR+ bitte genau an! Das Repository selbst muss diese Funktionalitäten nicht unbedingt anbieten, aber die Schnittstellen dafür müssen geschaffen und gut dokumentiert werden. Mehr zum Thema Schnittstellen (Serviceorientierte Architektur) übrigens aktuell im Jakoblog.

Lobbypapier gegen Open Source von SirsiDynix

SirsiDynix Corp restricted lobby paper against Open Source technologies

This document was released only to a select number of existing customers of the company SirsiDynix, a proprietary library automation software vendor. According to our source it has not been released more broadly specifically because of the misinformation about open source software and possible libel per se against certain competitors contained therein.

SirsiDynix is currently embroiled in a lawsuit with one of the largest public libraries in the U.S. (Queens Borough, NY) and this document does illustrate the less-than-ethical nature of this company.
The source states that the document should be leaked so that everyone can see to what extent SirsiDynix will attempt to spread falsehoods and smear open source and the proponents of open source.

Eins der „Argumente“ gegen Open Source:

Some software isn’t compatible with open source. Choosing any solution may foreclose on other software. This opportunity cost may not be apparent for years when the need for the other software emerges.

Wenn man jetzt „open source“ durch „any other software“ ersetzt, ändert sich auch nichts an der Aussage. So ein Quatsch!

[via @librarythingtim]

Ergänzung:


Bibsonomy bald quelloffen / Open-Access-Projekt PUMA

Im Bibsonomy-Blog wurden ein paar Neuigkeiten zur Zukunft des Projekts gepostet. Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bibsonomy-Technologie wird in das PUMA-Projekt eingebracht, das, wenn ich die Projektbeschreibung richtig verstanden habe, Open Access aus Nutzersicht attraktiver machen möchte. Prinzipiell eine gute Idee. Warum die Beispielimplementation an DSpace ausgerichtet wird, könnte ich mir dadurch erklären, dass OPUS m.E. nicht wirklich Open Source ist. Man kann zwar den kompletten Quellcode einsehen, aber eine Testinstallation ist nicht ohne weiteres möglich.
  • Alle Bestandteile des Projektes werden unter als FLOSS veröffentlicht. Also auch Bibsonomy, leider aber erst nachdem das Projekt beendet ist. Wann das sein wird, ist leider weder im Blogposting noch auf der Projektwebseite angegeben.

Schön, dass der Open-Source-Gedanke Einzug hält in die DFG-Projekt-Landschaft. Es ist ja schließlich wirklich schwer vermittelbar, warum Projekte wie Bibtip, die von Steuermitteln angeschoben wurden um eine dauerhafte Verbesserung der Informationsinfrastruktur wissenschaftlicher Bibliotheken in Deutschland zu ermöglichen, nicht allen die an eben jener Verbesserung arbeiten möchten, open source zur Verfügung steht.

[via acka47]

Erste norwegische KOHA-Installation

Norwegische Wochen bei Infobib! Thomas Brevik, der Bibliotheksalchemist, hat dem Anbieter des von seiner Bibliothek genutzten Bibliothekssystems die Kündigung erteilt. Er begründet dies einerseits damit, dass KOHA mehr bietet, als das von ihm bislang genutzte ILS in absehbarer Zukunft wird bieten können. Und damit, dass damit das Open-Source-Konzept in der norwegischen Bibliothekslandschaft etabliert wird:

Norwegian libraries need to embrace open source for many reasons. The formal reason; that the government now requires public institutions to consider open source when choosing software, the financial reason; that open source means you can test and try out systems without initial costs and that the implementation cost is way smaller than any other system on the norwegian library system marketplace, and finally the ideological reason: open source embodies many of the same values that libraries are funded on, sharing, equality, access and community.

Nicole C. Engard freut sich darüber und ruft dazu auf, dieser Argumentation zu folgen:

So this is my call to you to resign from your current ILS and give Open Source a shot!!

Da reihe ich mich doch gerne ein! Was die großen Anbieter ihren Kunden, den Bibliotheken, als Kataloge anbieten, hätte ich vor fünf, sechs Jahren vielleicht als modern akzeptiert. Inzwischen ist es weitgehend indiskutabel, was wir, die Bibliotheken, infolge dessen unseren Nutzern anbieten. Dazu noch ein etwas älteres Zitat:

Ich finde es äußerst problematisch, wie sich Bibliotheken unnötig in Abhängigkeit von Firmen begeben […] und dabei ihrer eigenen Handlungsspielräume und Fähigkeiten einschränken. “Mal schnell” etwas an der Webseite oder am OPAC ändern geht nicht dann nicht mehr so einfach und/oder kostet zusätzlich Geld.

Amen.

Umfrage zu Open-Source in Bibliotheken

Till Kinstler machte in Inetbib auf eine Umfrage von Nicole C. Engard (Open Source Evangelist bei LibLime) aufmerksam:

I am working on some very very broad research on open source use in libraries for a book I’m working on. The focus of the book will be on software you can use that is open source. If you have a chance to answer this brief survey to help me out that would be greatly
appreciated:

http://opensource.web2learning.net/limesurvey/index.php?sid=63946&lang=en

Thanks a bunch!!! (and feel free to share with others)

Urheberrecht: 3. Korb?

In einer Presse-Mitteilung des Seestern-Forums habe ich gerade en passant davon erfahren, dass ein 3. Urheberrechtskorb zumindest möglich ist:

Im Auftrag des Bundestages untersucht das Bundesministerium der Justiz (BMJ) derzeit, ob das Urheberrecht im Rahmen eines 3. Korbs erneut modifiziert werden muss. Beteiligte Kreise können bis zum 15.06.2009 Stellung zu den Fragen beziehen. Das Seestern IT Forum gehört dazu und fordert Verantwortliche aus IT, Einkauf und Recht ausdrücklich dazu auf, sich an der ausstehenden Diskussion zu beteiligen und eigene Vorschläge einzubringen.

Netzpolitik-Markus schrieb dazu vor etwa einem halben Jahr über eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion an die Bundesregierung:

Zum 3. Korb äussert man sich nur, dass die Bundesregierung eine “umfassende Konsultation mit den beteiligten Kreisen” einleiten möchte. Da die anderen beiden “Körbe” auch so gestartet sind, kann man davon ausgehen, dass diese Konsultation der Startschuss ist. Vermutlich möchte man aber die kommende Bundestagswahl abwarten, bis man den Prozess auch öffentlich 3. Korb nennt.

Ob nur Seestern-IT den Begriff schon jetzt verwendet, ist noch nicht klar. Das BMJ ist angeschrieben, ob der Aufruf irgendwo öffentlich verfügbar ist. Gerade nach den Irrmeldungen in Folge des Heidelberger Appells ist eine offene und transparente Diskussion dringend notwendig.

Themen laut Pressemeldung sind:

  • Besonderheiten und mögliche Förderung von Open Access- und Open Source-Verwertungsmodellen
  • Handel mit (also Verbreitung? von) gebrauchter Software. Ein Themenkomplex, der bei einer weiteren Verbreitung von „enhanced e-books“ sicherlich auch für Bibliotheken spannend werden könnte.
  • Elektronischer Bundesanzeiger: e statt print?

Wenn jemand den Aufruf erhalten haben sollte: bitte dringend veröffentlichen!