Citavi-Zitierstil nach Wikipedia-Vorlage:Literatur

Endlich gibt es die Wikipedia-Vorlage:Literatur als Citavi-Zitationsstil! Nun kann man also Zitationen aus Citavi direkt in Wikipedia kopieren. Das sieht dann z.B. so aus (Zeilenumbrüche zwecks besserer Lesbarkeit hinzugefügt):

{{Internetquelle
|url=http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:960-opus-3136
|titel=Internetbasierte Krankenhaussuche: Informationsbedarfe der Patienten, Qualitätsindikatoren der Krankenhausbehandlung und Anforderungen an Suchmaschinen
|autor=Gert Freiwald ''et al.''
|datum=2009}}

Die Verwendung dieser Vorlage führt u.a. dazu, dass die erfassten Titel für Literaturverwaltungsprogramme via COinS verfügbar werden.

Am Rande sei erwähnt: Citavi hat (neuerdings?) ein Vorschlagsformular für Zitationsstile.

LOD: Machen wir es nicht, machen es andere!

Nicht nur scheint LOD also aus rationalen und Effizienzgründen die bessere Wahl zum Aufbau zukünftiger Informationsinfrastrukturen zu sein. Auch könnte es der Bibliothekswelt dabei helfen, relevant zu bleiben und nicht durch andere Organisationen verdrängt zu werden.

Jakob Voß hat am Wochenende darauf hingewiesen, dass Wikimedia überlegt, ein Projekt „Bibliographisch-archivalische Datenbank“ anzugehen, in dem eine offene bibliographisch-archivalische Datenbank angelegt werden soll zur Nachnutzung durch die verschiedenen Wikimedia-Projekte aber auch durch andere Akteure wie Wissenschaftler oder Google Books.

Wenn bibliothekarische Organisationen nicht eine wichtige Rolle dabei übernehmen, bibliographische Daten im großen Stil offen, strukturiert und leicht nachnutzbar zur Verfügung stellen, werden es schließlich andere tun…

[via Übertext]

Links zu Lambert Academic Publishing (LAP) und VDM

Jürgen Plieninger schreibt in Netbib:

Interessanter Titel, dünn und teuer (65 Seiten für mehr als 50 Euro, Respekt!). Blick auf den Verlag: Nein, “Lambert Academic Publishing”. Blick auf den Kollationsvermerk: Doch! Dieselbe Adresse in Saarbrücken: “Dudenweiler Landstr. 99 66123 Saabrücken”. Man sollte also bei den Bestelldaten nicht nur kritisch nach VDM, sondern auch nach “Lambert” schauen.

Die Liste der Verlage, die zur VDM Verwaltung Aktiengesellschaft gehören, umfasst neben VDM und LAP noch einige weitere. In Wikipedia steht dazu noch:

Der Verlag Dr. Müller ist auf die Publikation deutsch-, französisch- und englischsprachiger Dissertationen und Forschungsarbeiten spezialisiert. Für Autoren sind die VDM-Dienstleistungen kostenlos. Das Geschäftsmodell von VDM basiert auf einer Gruppe von Akquisemitarbeitern, die das Internet nach in Frage kommenden akademischen Autoren durchsuchen und diesen per E-Mail ein Angebot für die Rechte an ihren Manuskripten machen. Manuskripte werden üblicherweise nicht lektoriert, da man annimmt, als akademische Texte hätten sie „ausreichend hohe Qualität“. Ein Korrekturlesen findet aus ökonomischen Erwägungen ebenfalls nicht statt. Die Auswahl von Cover, Klappentext etc. wird vom Autor selbst über ein Onlineformular erledigt. VDM Publishing behauptet von sich selbst, mehr als 10.000 neue Titel zu publizieren und damit „eines der führenden Verlagshäuser für akademische Forschung“ zu sein.

Was andere über LAP/VDM schreiben:

Falls jemand ein Blogposting oder einen Artikel findet, in dem VDM gefeiert wird, wäre ich für einen Hinweis dankbar. Bis auf Kommentare à la „die drucken wirklich, das ist eine echte ISBN und das bekommt man dann auch bei Amazon“ habe ich nichts gefunden.

Eine interessante Äußerung einer Verlagsmitarbeiterin konnte ich allerdings finden:

Vom Großhandel werden im Wissenschaftssegment generell „hohe“ Buchpreise gefordert. Würden wir in Einzelfällen davon abweichen, würden wir die Einlistung von Titeln bei bestimmten wichtigen Buchgroßhändlern und damit die Verfügbarkeit im Handel gefährden.

Ich kenn mich im Großhandel nicht aus, kann mir das aber nur schwer vorstellen. Kann jemand diese Aussage bestätigen?

Urheberrechtstage / Skillshare

Der Rahmenterminkalender des DFB ist immer wieder umstritten wegen der terminlichen Ansetzungen zum Beispiel von Freundschaftsspielen der Nationalmannschaft. Dennoch ist er eine hervorragende Einrichtung, die Termindopplungen mit großer Zuverlässigkeit verhindert. Die Informationsszene hat solch einen Rahmenterminkalender leider nicht. Daher werden nun am ersten Juni-Wochenende (4. bis 6. Juni 2010) gleich zwei Veranstaltungen stattfinden.

Der mir bislang unbekannte Skillshare e.V. organisiert eine Tagung in Lüneburg rund um Wikipedia, wo ich auch folgende Infos gefunden habe:

Skillshare ist eine offene Konferenz der deutschsprachigen Wikimedia-Community, die an einem Wochenende in Lüneburg stattfindet. Skillshare bietet den Mitarbeitern der Wikimedia-Projekte eine Plattform zum Austausch und zum Ausbau ihrer Fähigkeiten durch persönliche Kontakte, Workshops, Vorträge und Schulungen. In Kooperation mit externen Projektpartnern werden die Inhalte der Wikimedia-Projekte in Teilprojekten ausgebaut oder verbessert sowie Kenntnisse zur Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte vermittelt.

An unserem Tagungsort haben die Teilnehmer alles, was sie benötigen, um Projektideen zu entwickeln, Themen zu vertiefen oder auch erste Einblicke in bisher unbekannte Bereiche der Wikimedia-Projekte zu bekommen. Erste Workshops und Schulungen sind in Vorbereitung, die Räumlichkeiten sowie die Infrastruktur für weitere Themen und Arbeitsgruppen stehen zur Verfügung.

Neben Veranstaltungen zu heißen Eisen wie Ethik und Artikel zu lebenden Personen und Dauerbrennern à la Urheberrecht werden der Maschinenraum rund um Bots, Scripts und Skins sowie Fotografenthemen aufgegriffen.

Schirmdame ist u.a. Edelgard Bulmahn. Die Webseite (gerade down wieder verfügbar, siehe Kommentar) hält noch ausführlichere Informationen bereit.

Persönlich etwas spannender finde ich die zeitgleich in Wilhelmshaven stattfindenden Urheberrechtstage. Zitat:

Das world wide web, eine horizontale Plattform kollaborativer Kommunikation, läßt die Grenzen zwischen „Mein“ und „Dein“ verschwimmen, ja hebt sie im „Unser“ auf. Alle Nutzer haben und wollen Open Access, womit ursprünglich der barrierefreie Zugang zu wissenschaftlichen Fachinformationen von Wissenschaftlern für Wissenschaftler und die interessierte Öffentlichkeit gemeint ist. Heutzutage ist jeder Internet-Nutzer nicht nur ein Konsument, sondern auch potentiell Urheber und Werkvermittler in eigener Sache. „Jeder Narr“ könne einen Blog oder ein Video ins Internet stellen, heißt es spöttisch-kritisch, aber ebenso viele professionelle Autoren, Musiker und Wissenschaftler publizieren auf eigene Faust und auf eigene Kosten und stellen ihr Werk über cc-Lizenzen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie werden so zu Kollegen und Konkurrenten des „angestammten“, des traditionellen Medien- und Verlagswesens.

[…]

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung plant in den kommenden Jahren mit dem sog. „3. Korb“ eine Änderung, eine aktualisierende Anpassung des geltenden Urheberrechts an die Bedürfnisse von Urhebern, Nutzern und Werkvermittlern.

Das Urheberrecht muß die berechtigten Interessen und Bedürfnisse von Urhebern, Nutzern und Werkvermittlern gleichermaßen berücksichtigen. Die Urheberrechtstage wollen diesen steten Prozeß begleiten und allen Beteiligten die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich und die jeweiligen Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen kennenzulernen, in einer freundschaftlichen Atmosphäre konstruktiv zu streiten und sich aneinander anzunähern.

Getreu dem Motto: „Wir reden miteinander, nicht übereinander.“

Der Call for Paper gilt noch bis zum 26. März. Die Deadline ist also angenehm kurz vorm Veranstaltungstermin, aktuelle Beiträge sind also nicht unmöglich.

[Danke an Nina für den Hinweis!]

Wissenschaft und freies Wissen

Kleiner, durch die Knol-Diskussion längst veralteter Beitrag zur Motivation wissenschaftlicher Autoren. Dies ist ausdrücklich ein unfertiges Fragment. Ich habe jetzt einfach mal auf „Veröffentlichen“ geklickt, weil es sonst wohl nie fertig geworden wäre.

Nielsen fragte sich, warum Wikipedia eigentlich nicht von Wissenschaftlern begründet wurde. Immerhin gehe es doch darum, jegliches Wissen unserer Zeit frei verfügbar zu machen. Er widmet dieser Frage ein ganzes Kapitel seines gerade in Entstehung befindlichen Buches.

In fact, in the early days very few professional scientists were involved. To contribute would arouse suspicions from your colleagues that you were wasting time that could be spent on more “useful” things, like teaching, or writing papers and grants. Even today, contributing to Wikipedia is regarded as a low-value activity by most professional scientists.

Diese Frage ist wichtig für das Verständnis des wissenschaftlichen Betriebs. Es ist offensichtlich attraktiver, Anträge zu schreiben, als einen kleinen Wikipedia-Artikel, obwohl bei letzterem ein wesentlich größerer Effekt auf den Wissensstand einer Gesellschaft zu vermuten ist. Zumindest ist der (tatsächliche) Impactfactor eines Wikipedia-Artikels vermutlich mindestens so hoch wie der einer beliebigen Fachpublikation. Der Unterschied ist nur, dass viele Wissenschaftler nicht zugeben, sich bei Wikipedia informiert zu haben. Und natürlich, dass der Autor bei Wikipedia fast immer anonym bleibt.

Auch Gia Lyons widmet sich dieser Problematik, zwar eigentlich aus einer ganz anderen Fragestellung heraus. Aber letztlich mit dem interessanten Ergebnis: Wer weiß, teilt sein Wissen ungern, und wenn dann am liebsten mit einem sorgsam ausgewählten Kreis von Gleichgesinnten.

Because human beings typically share their precious knowledge only with people they trust. Not a software application.

Wissenschaft wird primär zum Eigennutz betrieben?

"Alle sind dumm und Google ist schuld"

Unter dieser Überschrift schreibt Oliver Gassner auf heise.de derzeit eine kleine Reihe „in der es im wesentlichen darum geht, zu zeigen, was ‚Onliner der Generation 2.0‘ so alles lernen (können, wenn sie wollen).“
Nach Google und den Bloggern widmet sich der heute erschienene, dritte Teil der Frage

Macht das Internet uns dumm? Ist die Wikipedia das Ende des akademischen Arbeitens bei ihren Nutzerinnen und Nutzern und erzeugt es eine Horde von erbsenzählenden Soziopathen auf der Seite ihrer Ersteller?