Herzlichen Glückwunsch, Strichcode!

Am 26. Juni 1974 wurde in einer Filiale der US-amerikanischen Supermarktkette Marsh in Troy (Ohio) das erste mit einem Strichcode markierte Produkt, eine Zehnerpackung Juicy Fruit (Kaugummi) des Herstellers Wrigley, von einer Scannerkasse der Firma Datalogic (ehemals PSC / Spectra Physics) erfasst und verkauft.

Und 40 Jahre später sind Strichcodes noch immer (fast) überall im Einsatz, so auch in vielen Bibliotheken.

Und wer weiß, zu welchen Teufeleien sie verwendet werden! In Esoterik- und Verschwörungskreisen kursieren so manche Gerüchte…

"König Kunde" in der Bibliothek

Gerhard Zschau und Peter Jobmann haben sich in ihrer Masterarbeit über den Weg zur demokratischen Bibliothek in einem Kapitel mit dem Kundenbegriff beschäftigt, zu dem ein Teil des Bibliothekswesens ein meines Erachtens nahezu fetischistisches Verhältnis pflegt.

Zschau und Jobmann beleuchten den Kundenbegriff im Kapitel „König Kunde?“ unter dem Aspekt der Machtasymetrie.

In weiterem Sinne kann […] konstatiert werden, dass die Beförderung der Nutzung des Kundenbegriffs nicht, wie in bibliothekarischer Fachliteratur beschrieben, zur gelebten Kundenorientierung – also der Beschäftigung mit den Bedürfnissen Anderer – führt, sondern im Gegenteil der Institution Bibliothek ihre Funktionszuschreibung in der Gesellschaft beraubt. Ein über die kommunikative Attraktivität hinausgehendes Verständnis des Kundenbegriffs konnte nicht erkannt werden.

Lesenswert!

Was mir fehlt, ist die historische Herleitung des Begriffes, aber das kann von dieser Arbeit nicht verlangt werden. NPM könnte hier sicherlich ein Anknüpfungspunkt sein.

This time for Wikipedia (Wiki Wiki)

Seit der Eröffnungsfeier der WM in Südafrika warte ich vergeblich auf das Naheliegende. Sogar Spongebob kam auf eine ähnliche Idee. Doch unter den Jüngern des freien Wissens scheint sich niemand zu rühren.

Alles muss man selber machen! Also genug des Wartens, des Gejammers: Aus Waka Waka wird Wiki Wiki!

This Time For Wikipedia (Wiki Wiki)

You’re an editor
Choosing your edit wars
Feeling the urge
To do research
And bring the knowledge forth

You’re on the front page
Everyone’s reading
You know it’s serious
We are getting closer
This isn’t over

Discussion’s on
You see it
But you got it right,
Believe it

When you write
you cite oh, oh
If you write
you cite eh, eh

Tsamina mina
Zangalewa
For Wikipedia

Tzamina mina eh eh
Wiki wiki eh eh
Tsamina mina Zangalewa
For Wikipedia

Die Übersetzung der Fang-Stellen des Originals kann man sich hier ansehen.

Vervollständigungen, Verbesserungen und vor allem Vertonungen bitte in den Kommentaren verlinken!

Interviews und Berichte zur Informationspraxis

Die Bibliothekstag-Fraktion der Informationspraxis wird aktuell häufiger interviewed als Jogi Löw. Ein paar der Berichte und Interviews finden sich hier:

Taylor & Francis mischen sich in Inhalte ein

Taylor & Francis haben anscheinend versucht, die Veröffentlichung eines Artikels über Preistreiberei wissenschaftlicher Verlage zu stoppen, so berichtet Times Higher Education:

The debate, in the journal Prometheus: Critical Studies in Innovation, was due to appear last September, but was delayed by Taylor & Francis and published only at the end of last month.

T&F soll die Kürzung des Artikels um mehr als die Hälfte gefordert und zudem verlangt haben, eingeladene Debattenbeiträge sollen von ihnen genehmigt werden. Der Verlag konnte sich immerhin durchsetzen mit der Forderung, die Namen von Verlagshäusern zu streichen. Was natürlich Unsinn ist, wenn u.a. die Cost-of-Knowledge-Kampagne erwähnt wird, die dem elsevierschen Treiben gewidmet ist. Hier der Artikel:

David Harviea, Geoff Lightfoota, Simon Lilleya & Kenneth Weira: Publisher, be damned! From price gouging to the open road. Prometheus: Critical Studies in Innovation Bd. 31, H. 3, 2013. http://dx.doi.org/10.1080/08109028.2014.891710

Der Artikel wird interessant ergänzt durch:

Glenn S. McGuigan: Hateful metrics and the bitterest pill of scholarly publishing. Prometheus: Critical Studies in Innovation Bd. 31, H. 3, 2013.
http://dx.doi.org/10.1080/08109028.2014.891711

SLUB Dresden stoppt PDA bei Taylor&Francis, deGruyter, Cambridge University Press und Oxford University Press

Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) und die Universitätsbibliothek Leipzig haben Taylor&Francis, deGruyter, Cambridge University Press und Oxford University Press aus ihrem Portfolio für die nutzergesteuerte Erwerbung (Patron Driven Acquisition – PDA) gestrichen. Die Titel dieser Verlage sind bis auf weiteres im PDA-Angebot der beiden größten sächsischen Bibliotheken nicht mehr verfügbar. Das Einkaufskonsortium der sächsischen Hochschulbibliotheken unterstützt diese Entscheidung ausdrücklich.

Begründet wird dies mit Preissteigerungen um bis zu 150 Prozent für die sogenannten Short Term Loans. Mehr via INETBIB.

Hamstern ist keine Bestandsentwicklung

Awful Library Books sammelt Beispiele für das Blogmotto „Hoarding is not collection development“. Es gibt dort eine schöne Kategorie Librarian’s Choice, in der man erfährt, was Bibliothekarinnen hören, wie man sich durchsetzt, man findet Karriere-Bibeln für angehende Bibliothekswesen und erfährt, dass Bibliothekswesen tolle Sex-Ratgeber sind.

Großartige Buchcover gibt es dort übrigens auch immer wieder zu bewundern. Und die Jahresrückblicke! 2011 hat es mir besonders angetan. Lasst Euch inspirieren, Erwerbungsbibliothekarinnen!