Potsdam erwirbt Bibliothek Friedrich des Großen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat die größte private Sammlung mit Büchern von und über Friedrich den Großen (1712-1786) erworben. Die Bibliothek wurde am Mittwoch erstmals in der Villa Liegnitz im Schlosspark von Sanssouci in Potsdam präsentiert. SPSG-Generaldirektor Hartmut Dorgerloh sagte, es handele sich um eine «einmalige Bibliothek“, die einen besonderen Akzent in der Forschung der Stiftung setze.

[via berlinonline.de]

Im Blog des Antiquars

„Im Blog des Antiquars. Bücher und Menschen aus 6 Jahrhunderten“ – so heißt ein neues Weblog des Antiquars Otto W. Plocher in Achterstadt.
Plocher beschreibt seinen Blog selbst:

Diese Seite ist dem antiquarischen Buch gewidmet in all seinen Facetten. Ich möchte Ihnen aus der faszinierenden Welt des Antiquariats berichten und Sie teilhaben lassen an der Begeisterung, die mir der Umgang mit Alten Büchern vermittelt. Kurze und längere Aufsätze zu Büchern und zur Buchgeschichte, Hinweise zu Einzelstücken aus meinem Geschäft, aber auch Geschichten und Anekdoten aus dem Antiquariatswesen und Reflexionen zur antiquarischen Arbeit werden sich dabei in freier Folge abwechseln. Daß sich hier und da Literarisches einschleichen könnte liegt in der Natur der Sache, mehr noch in der des Betreibers.

Gothaer Stundenbuch ist zurück

Das kostbare „Gothaer Stundenbuch“ aus dem Spätmittelalter ist in die Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein Gotha zurückgekehrt. Die reichillustrierte Gebetshandschrift konnte mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Kulturstaatsministers und der Ernst von Siemens Kulturstiftung bereits 2005 im Schweizer Kunsthandel erworben werden. Das um 1500 entstandene Stundenbuch war bis 1939 im Besitz der „Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’ischen Stiftung für Kunst und Wissenschaft“ in der herzoglichen Bibliothek auf Schloss Friedenstein und wurde vor Kriegsbeginn für 1850 Reichsmark verkauft.Die Handschrift ist nach Expertenmeinung zudem ein Spitzenstück der Pariser Stundenbuch-Produktion aus dieser Zeit.

[via welt.online]

Bergungsrutsche für Bücher

In der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover wurde gestern eine Bergungsrutsche für Bücher vorgestellt. Diese soll, zum Beispiel im Falle eines Brandes, dazu dienen wertvolle Bücher aus der Gefahrenzone zu schaffen.

Insbesondere die in der Bibliothek aufbewahrten 15 000 Leibniz-Briefe, die seit 2007 zum Unesco-Weltkulturerbe gehören, könnten so im Notfall vor der Zerstörung bewahrt werden, sagte Bibliotheksleiter Georg Ruppelt. Wie wichtig eine solche Vorsorgemaßnahme sei, zeige der Brand der Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004.

Mehr Informationen auch mit Bild gibt es hier.

[via welt.de]

Hat das Antiquariat bald ausgedient?

Amazon will in Zusammenarbeit mit der Universität in Michigan rund 400.000 nicht mehr verfügbare Werke nachdrucken.

Bei Amazon werden die Titel, von denen die meisten inzwischen gemeinfrei sind, je nach Umfang zwischen 10 und 45 Dollar kosten. Sie werden im Soft-Cover-Format angeboten und erscheinen in moderner Optik oder, falls gewünscht, als Faksimile. Beides ist, sobald die Bände einmal digital vorliegen, keinerlei technisches Problem mehr.

Für echte Buchliehaber aber dann doch wohl nur Nachdrucke…

[via taz.de]

Tagebucharchiv in Rheinsberg

In der Brandenburgischen Stadt Rheinsberg soll im nächsten Jahr ein Tagebucharchiv eröffnet werden. Es soll eine Art kollektives Gedächtnis geschaffen werden, um zu zeigen worüber die Menschen in Brandenburg nachdenken, was sie beschäftigt. Initiator ist das Literaturbüro Brandenburg und es werden auch noch Zeitstimmen für das Archiv gesucht.

[via maerkischeallgemeine.de]

Papierzerfall – Archiven fehlt Geld zum Erhalt

Ein Artikel bei sueddeutsche.de berichtet über die Misere von Bayerns Archiven hinsichtlich des Papierzerfalls ihrer Bestände. 45% der Bestände der Bayerischen Staatsbibliothek aus der Zeit von 1840 bis 1970 sind betroffen.

Für die Massenentsäuerung der gefährdeten Archivbestände ist – im Gegensatz zu Baden-Württemberg – in Bayern bisher noch nicht ein einziger Cent ausgegeben worden. Michael Stephan, der Leiter des Münchner Stadtarchivs, beklagte bei der gestrigen Pressekonferenz der Grünen, der Wert der Archive werde völlig verkannt. Die Digitalisierung erleichtere zwar den Zugang zu den Beständen. In einem Archiv werde jedoch nur ein Prozent der Akten und Dokumente zu Forschungszwecken bewegt. Genau so wichtig sei es deshalb, die vom Säurefraß bedrohten Unikate und Originalbände zu restaurieren. Schließlich handle es sich nicht nur um alte Papiere, sondern um Kulturgut, das die Identität eines Landes widerspiegele.

Händel-Oper Erstdruck im Händel-Haus

Im Händeljahr 2009 hat die Stiftung Händel-Haus Halle (Saale), so die Pressemitteilung von heute, ihr umfangreiches Archiv um eine weitere Rarität erweitern können: In der Bibliothek des Händel-Hauses steht seit kurzem ein seltener, 285 Jahre alter Erstdruck der Händel-Oper „Tamerlano“ (HWV 18). „In Deutschland sind nur noch zwei weitere der wertvollen Exemplare in Bibliotheksbesitz“, sagt Jens Wehmann, Bibliothekar im Händel-Haus.

mehr gibt es hier und hier.