Deutscher Buchpreis für Kathrin Schmidt

Der Deutsche Buchpreis geht in diesem Jahr an Kathrin Schmidt. Sie erhält die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren autobiografischen Roman „Du stirbst nicht“.
Mit dem Deutschen Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein jährlich der beste deutschsprachige Roman ausgezeichnet, im letzten Jahr bekam Uwe Tellkamp den Preis für „Der Turm“.

Bibliomist: Internetzugang für schönere Tomaten

Edlef machte in Netbib auf dieses Video aufmerksam. Die im Video beschriebene Bibliothek wurde im Rahmen des Bibliomist-Programms (nicht: Biblio-Mist) mit einem Internetzugang ausgestattet. Die Ziele des Programms:

  • Equipping libraries with technology so citizens have better access to information.
  • Training librarians in how to use new technologies to provide better services to library visitors.
  • Helping develop the capacity of the national library association to advocate on behalf of libraries and librarians.
  • Fostering government support for recognition of the essential role of libraries in a modern society.
  • Besonders erwähnenswert ist die Betonung auf kostenlosen Zugang zum Internet. Etwas, das in Deutschland „dank“ der allgegenwärtigen Bibliotheksgebühren auch nicht selbstverständlich ist.

    Akribie-Chat am 1. Oktober

    Akribie möchte sich in einem „Themenchat“ vorstellen. Aus der Ankündigung:

    Wer mehr über Akribie wissen möchte, ist herzlich eingeladen. Für alle Interessierten von überall ist ein Themenchat geplant. […] Eine gute Gelegenheit, um mehr zu hören und uns zu fragen.

    Zeit: 1.10.2009, 19-20 Uhr
    http://www.aki-stuttgart.de/chat/
    Link anklicken, Sprache wählen, einloggen und los geht’s

    Wer angesichts des ZugErschwG vom Schweigen der „großen“ Verbände enttäuscht war, könnte sich ja vielleicht hier einbringen.

    Lemire: Cheaters are innovators

    Daniel Lemire meint man dürfe nicht zu sehr nach Konsens suchen, wenn man etwas verändern will:

    • You do not convince existing journals to give more respect to this new field you created. You go out and create your own journals and conferences. John von Neumann did not wait for his colleagues to approve of his work on Computers. In fact, he had to use threats to get what he wanted.
    • You do not convince libraries to embrace e-commerce. You create Amazon.com.
    • You do not convince university librarians to stop worrying about what the publishers need. You go out and create Google Scholar.
    • You do not wait for Amazon.com’s management to approve the use of a recommender system. You do what Greg Linden did and squeeze the feature in during a test.
    • If you can prove Poincaré conjecture, you don’t wait for a journal to approve your work, you just post it on arxiv.

    Lemires Blog ist häufig lesenswert, ob er nun für eine autorenzentrierte Wissenschaft plädiert oder aber die Wahrheit über Forschungsförderung herauszufinden versucht.

    Antworten auf die Fragen der Hochschulrektorenkonferenz an ein paar Parteien zu Open Access

    Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) befragte ein paar Parteien unter anderem zu Open Access. Ich wiederum befragte daraufhin die HRK, da ich über die (höchst lobenswerte) Initiative der HRK berichten wollte. Ich erhielt zwar die Rückfrage, wer denn „Träger“ von Infobib ist, aber keine Antworten auf unter anderem folgende Fragen, die ich nun zum Teil selbst beantworten kann.

    1. Werden Sie die Antworten veröffentlichen? Falls ja, wo?

    Ja. Hier.

    2. Wurde eine Frist gesetzt, bis zu der die Fragen beantwortet werden müssen?

    Im Quelltext der Seite ist das DC.Date „13.09.2009 22:51:30“ angegeben. Also lief die Frist, wenn es denn eine gab, vermutlich vorher ab.

    3. Um welche Parteien handelt es sich im Einzelnen?

    Antworten sind nur von CDU und CSU (leider gemeinsam, obwohl da vielleicht interessante Unterschiede auszumachen wären), SPD, FDP, Grüne und Linke zu finden. Ob andere Parteien befragt wurden, ist nicht auszumachen.

    Genug des Vorgeplänkels. Kommen wir nun zu direkt der für viele BibliothekarInnen vermutlich interessantesten Frage:

    Unterstützt Ihre Partei die open-access-Strategie der Allianz im Wissenschaftsbereich und beabsichtigt sie den 3. Korb der Urheberrechts-Novelle in der nächsten Legislaturperiode umzusetzen?

    CDU/CSU unterstützen die Ziele der Allianz und lässt Open Access dabei eine wichtige Rolle zu kommen. Die SPD sieht urheberrechtlichen Reformbedarf:

    Bei der Prüfung eines dritten Korbes zur Novellierung des Urheberrechtes ist insbesondere zu berücksichtigen, wie das Prinzip eines freien und für die Nutzer im Regelfall kostenlosen Zugangs zu mit öffentlichen Mitteln produziertem Wissen (Open Access) auch in Deutschland festgeschrieben werden kann. Damit könnte die Chance eröffnet werden, dass auf der Grundlage des Open-Access-Prinzips innovative, attraktive und elektronischen Umgebungen und angemessene Organisations- und Geschäftsmodelle für Publikation und Distribution von Wissen entstehen, die auch Verlagen und der gesamten Informationswirtschaft neue Möglichkeiten zur Erschließung von Publikations- und Distributionsmärkten bieten.

    Die FDP unterstützt Open Access ebenfalls. Und zwar ausdrücklich als ein Alternative zur herkömmlichen Publikation im Wissenschaftsbereich. Forderungen nach einer Beschränkung urheberrechtlicher Nutzungsrechte durch gesetzliche Eingriffe in das Urheberrecht der Autoren sieht die FDP allerdings kritisch. Dennoch macht sie sich eine für konsequente Weiterentwicklung des Urheberrechts auf nationaler wie auf europäischer Ebene stark.

    Die Linke möchte einerseits eine Novelle des Urheberrechts mit dem Ziel, Open-Access-Veröffentlichungen zu vereinfachen. Sie möchte Total-Buyout-Verträge und Exklusivabtretungen begrenzen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Verhandlungen mit Verlagen stärken. Letztere sollen auf ihre eigentliche Rolle als Dienstleister orientiert werden. Die Linke setzt allerdings nicht nur auf juristische Handhabe:

    Um die weitere Verbreitung von Open Access zu stärken, muss allerdings neben Veränderungen im Urheberrecht auch die Akzeptanz in der Scientific Community gesteigert werden.

    Die Grünen wollen eine grundlegende Urheberrechtsreform, Flickschustereien wie in der Vergangenheit seien zu vermeiden.

    Wir drängen in eine Richtung, die zuvorderst BürgerInnen, KünstlerInnen, ForscherInnen, Schulen und Universitäten nützt, nicht der Medien- und Geräteindustrie oder Verlagsgiganten.

    Hier gibt’s alle Fragen im Überblick, hier die Open-Access-Frage inklusive Antworten. Die HRK bietet übrigens auch ein totes Forum an.

    Esche-Bibliothek in Chemnitzer Kunstsammlungen?

    Ingrid Mössinger, die Leiterin der Kunstsammlungen hat nach eigenen Angaben die Möglichkeit dierund 100 Bände der Privat-Bibliothek des einstigen Chemnitzer Textilunternehmers Herbert Esche als Dauerleihgabe zu bekommen. Spätere Schenkung nicht ausgeschlossen. Es besteht nur ein Platzproblem: sie möchte die Bände in der Esche-Villa aufstellen, die unter anderem das Henry-van-de-Velde-Museum, welches zu den Kunstsammlungen gehört, beherbergt. Allerdings ist der Platz dort nicht ausreichend, da ein Teil der Villa für Veranstaltungen genutzt wird. Eine Lösung steht bisher noch aus.

    [via freiepresse.de]