Wikiversity

Durch ZEIT Online bin ich heute auf die „Wikiversity“ gestoßen:

Wikiversity ist eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte, zum Gedankenaustausch in fachwissenschaftlichen Fragen und zur Erstellung freier Kursmaterialien.

Auf dem „Wikiversity-Campus“ bekommt man einen Überblick über die verschiedenen Fachbereiche und die angebotenen Kurse und Projekte. Die „Cafeteria“ dient als Anlaufstelle für Fragen und Ratschläge jeglicher Art. Sogar eine „Bibliothek“ steht zur Verfügung, die ein paar (wenige) Links zu Zeitschriften-Suchmaschinen, Fachzeitschriften und Nachschlagewerken liefert.

Dieser m.E. lobenswerte Ansatz zur (hoch)schulübergreifenden Zusammenarbeit, zum fachlichen Austausch und der Nutzung von Synergieeffekten stößt allerdings nicht nur auf positive Resonanz.

„Jeder kann behaupten, etwas von Informatik zu verstehen und lehren zu wollen“, sagt die Berliner Informatikprofessorin Debora Weber-Wulff von der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Das führe aber zu „teilweise armseligen Ergebnissen“.

Studierende fordern mehr Geld für Bibliotheken

Zukünftige Steuerzahler (sogenannte High Potentials) plädieren für den sinnvollen Umgang mit Steuergeldern. Sie wollen, dass es u.a. in Bibliotheken investiert wird.

Den Rotstift ausgerechnet bei den Bibliotheken oder Tutorien anzusetzen, ist für Maisch eher kontraproduktiv. „Da läuft doch schon jetzt alles auf Sparflamme.“ Auch im Internet-Zeitalter seien beileibe noch nicht alle Fachbücher im Netz.

Mehr darüber bei Heise.

Hat das Antiquariat bald ausgedient?

Amazon will in Zusammenarbeit mit der Universität in Michigan rund 400.000 nicht mehr verfügbare Werke nachdrucken.

Bei Amazon werden die Titel, von denen die meisten inzwischen gemeinfrei sind, je nach Umfang zwischen 10 und 45 Dollar kosten. Sie werden im Soft-Cover-Format angeboten und erscheinen in moderner Optik oder, falls gewünscht, als Faksimile. Beides ist, sobald die Bände einmal digital vorliegen, keinerlei technisches Problem mehr.

Für echte Buchliehaber aber dann doch wohl nur Nachdrucke…

[via taz.de]

Tagebucharchiv in Rheinsberg

In der Brandenburgischen Stadt Rheinsberg soll im nächsten Jahr ein Tagebucharchiv eröffnet werden. Es soll eine Art kollektives Gedächtnis geschaffen werden, um zu zeigen worüber die Menschen in Brandenburg nachdenken, was sie beschäftigt. Initiator ist das Literaturbüro Brandenburg und es werden auch noch Zeitstimmen für das Archiv gesucht.

[via maerkischeallgemeine.de]

UB Augsburg übernimmt Bibliothek der verbrannten Bücher

Sueddeutsche.de berichtet das die rund 12.000 Bände umfassende Sammlung, die Georg P. Salzmann in 30 Jahren zusammengetragen hat an die Universitätsbibliothek Augsburg geht. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Autoren deren Werke bei Bücherverbrennungen durch die Nazis zerstört wurden.

Am vergangenen Freitag haben der Sammler Georg P. Salzmann, der bayerische Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, Alois Loidl (Vizepräsident der Universität Augsburg) sowie der Vorsitzende des Vereins Patenschaften für verbrannte Bücher, Wolfram P. Kastner, den Vertrag über den Ankauf der Büchersammlung unterzeichnet.

FSK des Buchhandels?

Der SPD-Politiker Sebastian Edathy hat die Gründung einer „freiwilligen Selbstkontrolle“ (FSK) des Buchhandels angeregt, die, ähnlich wie in der Filmindustrie, NS-verherrlichende oder volksverhetzende Inhalte identifizieren und deren Verbreitung verhindern soll. Das schreibt der „Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe.

[via boersenblatt.net]

Laut MdB Hans-Peter Bartels: Kein Bedarf für Open Access in den Sozial- und Geisteswissenschaften

Via Abgeordnetenwatch wurde der Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels (Dr. phil., Magister der Politischen Wissenschaft, Soziologie und Volkskunde, Journalist) gefragt, warum er als einer von zwei Mitgliedern des Bundestags (die andere ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger) den Heidelberger Appell unterschrieben habe. Im Wortlaut:

Haben Sie sich mit der Unterzeichnung des Heidelberger Appells bewusst auch gegen Open Access ausgesprochen?

Und falls ja: Warum lehnen Sie Open Access ab?

Bartels antwortet, dass OA im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich aufgrund der dort üblichen Publikationstrukturen durchaus einen wünschenswerten Fortschritt darstellen mag. Allerdings:

Für den sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich sehe ich das aber anders. Hier wollen und sollen wissenschaftliche Autoren mit ihren Aufsätzen und insbesondere Büchern erfolgreich sein, auch in bescheidenem Maße ökonomisch. Die Möglichkeit, wirtschaftlich verwertbares Wissen zum Patent anzumelden, haben sie im Gegensatz zu ihren natur- und ingenieurwissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen nicht.

Frei übersetzt: OA ist nur da wünschenswert, wo die Autoren eh kein privates finanzielles Kapital aus ihrem öffentlich finanzierten Werk schlagen können. Welche Möglichkeit haben Grundlagenforscher, ihr Wissen zu versilbern? Wieviel Patente meldet der durchschnittliche Fledermausforscher jährlich an? Je nachdem, wie diese Fragen beantwortet werden, könnte also die SPD-Empfehlung zu Open Access für die jeweilige Fachdisziplin ausfallen.

Bartels, ist übrigens für die SPD stellvertretendes Mitglied im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Da wird es doch gleich doppelt so spannend, was die Parteien auf die Fragen der Hochschulrektorenkonferenz u.a. zu Open Access antworten werden.