Trend Nr. 2 für 2010: Open (Government) Data / Linked Data

lod-datasets_2009-07-14

Christiane Schulzki-Haddouti nimmt mir die Worte aus dem Mund:

Open Data – so nicht nur mein Blick in die Kristallkugel – wird 2010 das große Thema werden und die Entwicklung des Internet in diesem Jahrzehnt wesentlich vorantreiben.

Und nicht nur die Entwicklung des Internets, auch gesellschaftliche, künstlerische und wissenschaftliche Entwicklungen können durch Open Data maßgeblich beeinflusst oder überhaupt erst ermöglicht werden. Infos zum Reinlesen gibt es z.B. hier von Lambert Heller. Dass sich auch Bibliothekswesen damit beschäftigen müssen, sollte spätestens nach dem Durchklicken dieser Vortragsfolien von Anne Christensen klar sein:

Wikileaks in Not

Wikileaks braucht Geld und streikt:

To concentrate on raising the funds necessary to keep us alive into 2010, we have very reluctantly suspended all other operations, until Jan 6.

Statt des Wikis findet man unter der Adresse wikileaks.de zur Zeit nur einen Spendenaufruf. Einer der Wikileaks-Verantwortlichen beschreibt in einem Interview, warum Wikileaks so wichtig ist und wo genau der Schuh drückt.

Spendenmöglichkeiten sind direkt auf der verlinkten Wikileaks-Seite zu finden.

Kein Open-Data-Vortrag auf dem Bibliothekskongress

Zeitgleich wurde von Anne Christensen, Patrick Danowski und Adrian Pohl auf den Blogs Netbib, Bibliothek 2.0 und mehr und Übertext ein Posting veröffentlicht, in dem die Bedeutung von Open Data fürs Bibliothekswesen ebenso beschrieben wird wie das Unverständnis darüber, dass gleich zwei Vorträge zu diesem Thema für den Bibliothekskongress 2010 abgelehnt wurden.

Gespannt erwarten wir das Programm, um zu sehen welche Themen BID Deutschland für wichtig und innovativ hält.

Da bin auch ich gespannt. Normalerweise vermute ich nur überhebliches Heulsusentum hinter Postings mit dem Tenor „warum wurde mein Vortrag/Paper abgelehnt“ oder „skandalöserweise wurde meine tolle Arbeit zu diesem Thema nicht zitiert“. Dies ist hier jedoch nicht der Fall. Vielmehr vermute ich, dass den inhaltlich für den Bibliothekskongress Verantwortlichen entweder die Relevanz des Themas nicht klar ist, oder sie gar nicht wissen, worum es genau geht.

Institutionelle Repositorien in Spanien

The situation of open access institutional repositories in Spain: 2009 report von Remedios Melero, Ernest Abadal, Francisca Abad und Josep Manel Rodríguez-Gairín.

Introduction. The DRIVER I project drew up a detailed report of European repositories based on data gathered in a survey in which Spain’s participation was very low. This created a highly distorted image of the implementation of repositories in Spain. This study aims to analyse the current state of Spanish open-access institutional repositories and to describe their characteristics.
Method. The data were gathered through a Web survey. The questionnaire was based on that used by DRIVER I: coverage; technical infrastructure and technical issues; institutional policies; services created; and stimulators and inhibitors for establishing, filling and maintaining their digital institutional repositories.
Analysis. Data were tabulated and analysed systematically according responses obtained from the questionnaire and grouped by coverage.
Results. Responses were obtained from 38 of the 104 institutions contacted, which had 29 institutional repositories. This represents 78.3% of the Spanish repositories according to the BuscaRepositorios directory. Spanish repositories contained mainly full-text materials (journal articles and doctoral theses) together with metadata. The software most used was DSpace, followed by EPrints. The metadata standard most used was Dublin Core. Spanish repositories offered more usage statistics and fewer author-oriented services than the European average. The priorities for the future development of the repositories are the need for clear policies on access to scientific production based on public funding and the need for quality control indicators.
Conclusions.This is the first detailed study of Spanish institutional repositories. The key stimulants for establishing, filling and maintaining were, in order of importance, the increase of visibility and citation, the interest of decision-makers, simplicity of use and search services. On the other hand the main inhibitors identified were the absence of policies, the lack of integration with other national and international systems and the lack of awareness efforts among academia.

Open Access für Bildungsmaterialien – Diskussion am 15.12.2009

Sollten Informationen und Bildung als offene Güter im weltweiten Netz zur Verfügung stehen? Oder findet die eigentliche Bildung nach wie vor nur im Hörsaal statt?

Diese Fragen sollen bei einer Podiumsdiskussion in Hannover am 15. Dezember geklärt werden. Diskutieren werden Holger Brenner (Uni Osnabrück), Doris Bambey (peDocs) und Robert A. Gehring (u.a. Herausgeber des Open-Source-Jahrbuchs) unter der Moderation des Telepolis-Redakteurs Peter Mühlbauer. Da die Veranstaltung von der TIB/Uni Hannover und der elsa organisiert wird, gehe ich davon aus, dass es wieder einen Podcast geben wird. Wie schon bei der Vorgängerveranstaltung im Rahmen der Open Access Week (zur Aufzeichnung).

Mehr Informationen zum Podium und zur Veranstaltung insgesamt gibt es im Hobsy-Open-Access-Blog.

Australien regiert 2.0

Die australische Government 2.0 Taskforce ruft zum Mitmachen auf:

Here is the draft Government 2.0 Taskforce report Engage: Getting on with Government 2.0. The Taskforce is seeking your comments and input before finalising the report to go to Government.

Der Report (PDF) beschreibt eindrücklich, worum es in der gesamten Open-Government-Data geht:

  • Easy to find re-useable public information is, at heart, an invitation to the wider community to engage innovate and create new public value with public sector information (PSI), which often sits underused or simply ignored in government agencies and data banks. As we have seen during our work, as people engage, possibilities – foreseeable and otherwise – are unlocked through the invention, creativity and hard work of citizens, business and community organisations. The government’s job is to liberate much more of its information as a key national asset.
  • Public agencies and professional public servants are also invited to engage more energetically with the tools and capabilities of ‘collaborative web’ or Web 2.0. Everything, from enabling data to be re-used, to forming and participating in online communities in their areas of interest will help build a public service that is smarter, more responsive, more strategic and personally rewarding.
  • Public agencies and their public servants increasingly associate good practice with deeper engagement with those outside the public service. As the new Australian Public Service Commission (APSC) guidelines make clear, Web 2.0 tools like blogs and wikis now provide unprecedented opportunities to take this much further.
    In the transition from traditional consultation towards true community collaboration engaging the community and the public service alike is key. In this more open, connected and instinctively adaptive and innovative process, the motivation, interest and skills of all involved contributes to it success.
  • Engagement between those in and outside the public service is constrained by the need for public servants to continue to be professional and apolitical. Creating the culture and practices that can seize the new opportunities but yet stay true to enduring public service values will not be easy.
  • Dass zur offenen Teilhabe schon an der Ausgestaltung der Richtlinien aufgerufen wird, kann man als klares Statement sehen: Australien meint es ernst. Open Government (Data) ist ganz offensichtlich das Thema der Stunde.

    [via David Weinberger]

    Warum Semantik (für Bibliotheken)?

    In den Folien fragt Stefan Gradmann, ob dieses Thema auf einer Fachtagung für innovative Bibliothekare nicht obsolet sei und beantwortet dies mit nein. Die Präsentation breitet ein paar Argumente aus, warum sich auch Bibliotheken mit dem Semantic Web auseinander setzen müssen.

    Die Aufzählung kann natürlich nicht komplett sein, aber ein Grund fehlte mir dann doch. Und zwar ist der Grund, dass zumindest für öffentlich finanzierte Bibliotheken der Nutzer (und meist gleich Finanzierer in Personalunion) ein Recht darauf hat, die von Bibliotheken in seinem Auftrag und mit seinen Mitteln erstellten Informationen in bester Form zugänglich zu machen. Und die seit ca. 10 Jahren in ihren Grundfunktionen nicht weiterentwickelten OPACs sind mit Sicherheit nicht die „beste Form“. Ein freier Zugriff auf maschinen- und menschenlesbare bibliothekarische Daten ist eigentlich schon lange eine Pflichtaufgabe für Bibliotheken.

    Radio-Diskussion "Kostenlos versus Copyright"

    In der Sendung „Wortwechsel“ (Deutschlandradio Kultur, 19.07 Uhr) wird heute über das Thema „Kostenlos versus Copyright – Welche Regeln braucht der Marktplatz Internet?“ diskutiert.

    Die Suchmaschine Google streitet sich mit Autoren und Verlagen. Die Schriftsteller werfen dem Unternehmen vor, Bücher ohne Erlaubnis fürs Internet zu digitalisieren. Die Verleger verlangen einen fairen Anteil an den Werbeerlösen von Suchmaschinen, Portalen und Dienste-Anbietern. Aber auch untereinander streiten Autoren und Verlage über die Zweitverwertung von Texten und Fotos. Es geht ums Urheberrecht der Kreativen und das Leistungsschutzrecht der Medienwirtschaft. Und darauf haben private wie kommerzielle Internetgemeinde nur eine Antwort: Altes Denken müsse man nicht noch gesetzlich schützen. Und die Verlage kontern, da habe sich ein Kartell im Internet gebildet.

    Darüber diskutieren im „Wortwechsel“:

    Konstantin Neven DuMont, Vorstand der Unternehmensgruppe M. DuMont-Schauberg;
    Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes;
    Thomas Mosch, Geschäftsleitung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien;
    Jens Seipenbusch, Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei Deutschland

    DBV, DINI und Wikimedia unterstützen OA-Petition

    Kürzlich habe ich noch gefragt, ob und wann sich wohl die Bibliotheksverbände zu einer Unterstützung der OA-Petition durchringen können. Nun ist es zumindest bei einigen soweit:

    Der Deutsche Bibliotheksverband, DINI und auch Wikimedia unterstützen nun die Open-Access-Petition.

    Da die Adresse https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922 nicht so besonders griffig ist, gibt es übrigens eine schöne Weiterleitungsadresse: http://oapetition.de/. Diese Adresse kann man z.B. seiner Email-Signatur hinzufügen.

    [via @pampel]